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Hier finden sich Ausschreibungen, die sich sowohl an Tanzschaffende richten, die professionell tätig sind, als auch an Menschen mit und ohne Tanzerfahrung, die im Rahmen von besonderen Projekten mit Choreograf*innen gesucht werden. 

Blinde und Sehbehinderte Workshop-Teilnehmer*innen aus NRW gesucht

Intro-Workshop zu kreativer Audiodeskription für Tanz  von & mit Fia Neises und Zwoisy Mears-Clarke

Wo

tanzhaus nrw, Erkrather Str. 30, 40233 Düsseldorf
Nächste Haltestellen des ÖPNV: Worringerplatz und Düsseldorf Hauptbahnhof

Wann

Samstag, 20.06.26, 11:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag, 21.06.26, 11:00 bis 16:00 Uhr

Wer

Der Workshop zu kreativer Audiodeskription richtet sich zum einen an Mitglieder der sehbehinderten und blinden Community, die sich für Tanz und kreative Audiodeskription interessieren. Außerdem an professionelle Tanzkünstler*innen jeden Sehvermögens, die Barrieren innerhalb ihrer künstlerischen Prozesse und Produktionen abbauen möchten. Gemeinsam sollen neue Formen ästhetischer Praktiken entwickelt und geübt werden, die für sehbehinderte und blinde Dramaturg*innen, Tänzer*innen und Publikum zugänglich sind.

Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt. 

Der Workshop findet in deutscher Lautsprache und mit englischer Flüsterübersetzung statt. Vorkenntnisse von kreativer Audiodeskription sind nicht erforderlich.

Was

Der zweitägige Workshop mit Fia Neises und Zwoisy Mears-Clarke bietet die Möglichkeit, sich mit Audiodeskription vertraut zu machen und dabei der eigenen Kreativität Raum zu geben. Außerdem wollen wir gemeinsam dramaturgische Methoden entwickeln, die Tanzproduktionen für ein blindes und sehbehindertes Publikum grandios werden lassen.

Audiodeskription wird in diesem Workshop nicht als Serviceangebot verstanden, sondern als ästhetische Barrierefreiheit und integraler Aspekt der künstlerischen Arbeit. Das kurzfristige Ziel dieses Workshops ist es, kreativ verschiedene Strategien auszuprobieren, darstellende Kunst für ein blindes und sehbehindertes Publikum erlebbar zu machen. 

Langfristig gedacht, sollen Strukturen zur machtkritischen und inspirierenden Zusammenarbeit für die unterschiedlichen Rollen wie Tanz, Performance, Choreografie oder Dramaturgie geschaffen werden. Die Hoffnung ist es, dass dadurch mehr Produktionsprozesse mit blinden und sehbehinderten Teammitgliedern bei denen blindes und sehbehindertes Publikum als ihr Zielpublikum anerkannt wird, stattfinden. 

Workshopleiter*innen

Fia/Sophia Neises ist freischaffende weiße queere sehbehinderte Performerin, Dramaturgin, Theaterpädagogin und Aktivistin für die Rechte behinderter Menschen. Sie arbeitet inklusiv als Choreografin und Tänzerin für Stücke und immer wieder auch als Access Dramaturgin mit dem Fokus auf sehbehindertem und blindem Publikum. Zwoisy Mears-Clarke ist freischaffende*r Schwarze*r queere*r Choreograf*in, Tänzer*in und Community Organizer ohne Behinderung. Zwoisy entwickelt zusammen mit sehbehinderten, blinden und sehenden Kunstschaffenden mit einem intersektionalen Ansatz seit Beginn von Zwoisys Karriere Tanzproduktionen für ein Publikum von sehbehinderten, blinden und sehenden Personen.

Fia Neises und Zwoisy Mears-Clarke arbeiten seit 2016 zusammen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung möchten sie nun mit Tanzkünstler*innen und Mitgliedern der sehbehinderten und blinden Community teilen und gemeinsam mit ihnen weiterforschen.

Anmeldung blinde und sehbehinderte Interessent*innen und Tanzkünstler*innen

Zur Anmeldung schicke uns folgende Informationen:

1) Namen (Pronomen)
2) E-Mail-Adresse 

3) Welche Barrierefreiheitsbedarfe hast du? (z. B. Abholung vom Düsseldorfer Hbf, Zeit für Spaziergänge mit dem Begleithund, Ansagen bevor Licht oder Sound verändert werden, etc.)

Alle Angaben kannst du bis spätestens 05.06.2026 per E-Mail an Lucie Ortmann (sie/ihr): dramaturgie@tanzhaus-nrw.de schicken. Solltest du eine PDF Datei anhängen wollen, achte bitte darauf, dass beim Umwandeln das Häkchen für barrierefreies PDF gesetzt ist.

Du erhältst dann entweder eine E-Mail mit der Bestätigung deiner Teilnahme oder der Aufnahme in die Warteliste. 

Blinden und sehbehinderten Teilnehmer*innen zahlt das tanzhaus nrw eine Aufwandsentschädigung, um anfallende Barrierefreiheits-Kosten zu decken. Während der gesamten Dauer des Workshops werden drei Begleitpersonen zur Verfügung stehen. 

Allgemeine Hinweise zur Bewerbung

Wir möchten insbesondere BIPOC, inter*, agender*, trans*, nicht-binär*, behinderte und mehrfach marginalisierte Interessierte ermutigen, sich zu bewerben. 

 

Dieser Workshop ist Teil der Community of Reception, einem Projekt des tanzhaus nrw in Zusammenarbeit mit Fia/Sophia Neises und Zwoisy Mears-Clarke. Die Community of Reception ist ein Angebot für Mitglieder der sehbehinderten und blinden Community in NRW, um Audiodeskription für zeitgenössischen Tanz kennenzulernen und künstlerisch zu erforschen. Wenn du an zukünftigen Angeboten und Veranstaltungen des Projektes interessiert bist, gib dies bitte bei deiner Anmeldung an. Wir freuen uns über dein Interesse!

Open Call für Bühne und junges tanzhaus: Koproduktionsvorhaben mit der regionalen Szene 2027

Gesucht werden Koproduktionsvorhaben für den Bereich junges tanzhaus und Bühne, die im Kalenderjahr 2027 im tanzhaus nrw aufgeführt werden. Projektvorschläge können bis einschließlich Dienstag 30. Juni 2026 eingereicht werden. Die Auswahl wird am Freitag, 31. Juli 2026 via E-Mail kommuniziert.

 Konditionen

  • Koproduktionssumme (20% der Produktionskosten, max. 8.000 €)
  • In der Regel zwei Aufführungen (Premiere + 1 bis 2 weitere Aufführungen), die mit der Koproduktionssumme abgegolten sind
  • Residenz + Offene Probe und/oder Endproben (insgesamt max. 3 Wochen Proben, je nach Verfügbarkeit. Die 3 Wochen Proben werden in der Regel nicht am Stück stattfinden.)
  • Unterbringung in den Künstler*innenwohnungen nach Verfügbarkeit und Absprache
  • Dramaturgische und technische Beratung und Unterstützung sowie Bewerbung der Veranstaltungen
  • Produktions- und Konzeptionsgespräche
  • Spielstättenbescheinigung / Letter of Intent für die Antragsstellung

 Bewerbungsprozess

Die Bewerbung erfolgt in deutscher oder englischer Sprache per E-Mail. Das Projekt soll darin kurz (max. 1 Seite) und präzise beschrieben werden. Das Konzept kann schriftlich, aber auch in audio- und/oder visueller Form dargestellt werden. Die Unterlagen sollten außerdem kurze Lebensläufe der Beteiligten und Angaben zur technischen und finanziellen Realisierbarkeit enthalten.

 Bewerbungsunterlagen

  • Projektbeschreibung (schriftlich max. 1 Seite, aber auch in audio- und/oder visueller Form möglich)
  • Kosten- und Finanzierungsplan
  • Kurze Darstellung der geplanten/vorgestellten technische Realisierung
  • Kurzbiografien sowie weiterführende Infos zur künstlerischen Arbeit; Mitschnitte (Auswahl von max. 2 Stücken/Projekten)

 Auswahlkriterien sind

  • Dringlichkeit, Überzeugungskraft, Eigenständigkeit des Projekts und der Recherche + Fragestellungen
  • Anbindung an das Profil und Programm des tanzhaus nrw und junges tanzhaus nrw
  • Angaben zum künstlerischen Team + Form der Zusammenarbeit und zum Cast; wer agiert auf der Bühne und warum?
  • Wie wird das Publikum angesprochen? Welches Publikum ist die Zielgruppe?
  • technische und finanzielle Umsetzbarkeit des Projekts

Profil & Programm 2027

Das tanzhaus nrw präsentiert und fördert eine breite Vielfalt choreografischer Positionen. Dabei überwindet das Haus die traditionellen Grenzen zwischen Hochkultur, Subkultur und Soziokultur. Im Zentrum steht die kreative Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seiner Rolle in den Gesellschaften der Gegenwart. Das Bühnenprogramm zeigt bemerkenswerte und innovative Perspektiven des zeitgenössischen Tanzes. Besonders setzt sich das tanzhaus nrw für künstlerisch-choreografische Praktiken ein, die sich kritisch mit folgenden Themenfeldern auseinandersetzen:

  • Gender- & Körperpolitiken: Hinterfragung binärer Geschlechterkonzepte, normativer Körperbilder und die Suche nach gewaltkritischen Formen von Körperlichkeit auf der Bühne
  • Dekolonisierung des Tanzes: Reflexion eurozentrischer Tanzkanons und die Anerkennung nicht-westlicher Tanztraditionen
  • Tanz & digitale Körperlichkeit: Neue choreografische Ausdrucksformen in digitalen Räumen
  • Tanz, Technologie & Posthumanismus: Interaktionen zwischen Körper, Technologie und künstlicher Intelligenz
  • Urbane Tanzkulturen: Hip-Hop & Club Styles, sowie weitere urbane Tanzkulturen wie Krump im Bühnenkontext und darüber hinaus
  • Nachhaltigkeit & soziale Gerechtigkeit: Kritische Auseinandersetzung mit den Themen Biodiversität und solidarischen Praktiken des Zusammenlebens
  • Alternative Produktionsweisen: z. B. aesthetics of access, Arbeit in FLINTA*-Teams und Community-basierte Formate
  • Teilhabe & Begegnung: Einbeziehung von verschiedenen Akteur*innen im Sinne von partizipativen Rechercheansätzen bis hin zu interaktiven künstlerischen Formaten.

Kontakt & Bewerbung:
dramaturgie@tanzhaus-nrw.de