Choy Ka Fai , SoftMachine: The Return

Großer Saal

18 €, erm. ab 9 €

Termine

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Eine Person in weißer Kleidung und rotem Tuch ist in einem runden Betonschacht an Seilen befestigt und schwebt in der Mitte des dunklen Raumes.
Ein barfüßiger Mann mit freiem Oberkörper und roter Hose sitzt auf einem weißen Boden und zieht an einem langen, weißen Seil in einem dunklen Raum.
Eine Person mit traditioneller Frisur und Blumenschmuck hält eine bemalte, helle Maske vor ihr Gesicht, vor einem schlichten, schwarzen Hintergrund.
Eine Person mit geschminktem Gesicht wischt sich vor einem Tisch mit einer roten Theatermaske und einer traditionellen Kopfbedeckung das Auge ab.
Ein*e Tänzer*in in einem schwarzen Body steht vor einem lila beleuchteten Hintergrund, auf dem der Text „do it all, do it all“ in Weiß zu sehen ist.

Der Künstler, Choreograf und spekulative Designer Choy Ka Fai ist mit SoftMachine: The Return zurück am tanzhaus nrw. Was 2012 als langfristiges Forschungsprojekt zur zeitgenössischen Tanzlandschaft Asiens begann, wird mehr als zehn Jahre später erneut aufgegriffen: Was verändert sich, wenn Zeit vergeht? Was geschieht mit Choreografien, die aus geteiltem Wissen, kultureller Übertragung und künstlerischer Zusammenarbeit entstehen?

Für SoftMachine: The Return nimmt Choy Ka Fai den Kontakt zu Künstler*innen wieder auf, die er über viele Jahre begleitet und mit denen er gearbeitet hat. Feldforschung, Interviews, Dokumente und Begegnungen mit mehr als 88 Künstler*innen bilden ein lebendiges Netzwerk aus Erinnerungen und Perspektiven. Im Zentrum der Aufführungen am tanzhaus nrw stehen zwei Soloarbeiten von Rianto und Surjit Nongmeikapam. Ihre Körper werden zu Orten, an denen persönliche Biografien auf soziale, politische und historische Erfahrungen treffen. Die kontinuierliche Beziehung zu den Künstlern über mehr als ein Jahrzehnt macht die Zeit selbst zu einem Teil der Arbeit.

In Softmachine: The Return werden die Grenzen zwischen künstlerischer Arbeit und persönlichem Leben durchlässig. Für Rianto ist Tanz eng mit seiner Gemeinschaft und den Traditionen des Lengger verbunden; sie existieren füreinander. Ka Fai zeichnet ein intimes Porträt Riantos und verfolgt seine Suche nach Liebe im Spannungsfeld von Tanz, Gender und Tradition in Indonesien. Die Performance verhandelt Queerness in einer Gesellschaft, die sich ihrer Normalisierung widersetzt.

Ka Fai versteht Tanz als eine Form kultureller Produktion und dokumentiert Praktiken, in denen Leben, Arbeit und Kunst eng miteinander verbunden sind. Diese Nähe von Kunst und Leben macht sichtbar, unter welchen komplexen Bedingungen sich gesellschaftlicher Wandel, wirtschaftliche Realität und spirituelle Wirklichkeit vollziehen. Die Performance begreift Tanz als gelebte Erfahrung, in der private und öffentliche Sphäre ineinander fallen.

Für Surjit Nongmeikapam wird der Körper zum Gefäß politischer Erfahrung. Der Künstler aus Manipur, Indien, erzählt von seinem Weg aus den gesellschaftlichen Rändern ins politische Zentrum. Vor dem Hintergrund ethnischer Konflikte in seiner Heimatregion thematisiert seine Performance Ungerechtigkeit, Widerstandskraft und Selbstbestimmung. Politik ist bereits im Körper präsent: in dem, woran erinnert wird, in dem, was sichtbar werden kann, und in dem, was mit dem Körper geschieht. Persönliche Geschichte und historische Erfahrung lassen sich in seinem Körper nicht voneinander trennen.

Die beiden Performances bringen sehr unterschiedliche Lebens- und Arbeitsrealitäten zusammen. Auch die Frage der Autorschaft wird dadurch komplexer. Wissen, Bewegungen und choreografische Formen werden weitergegeben, aufgenommen, verändert und wiederangeeignet. SoftMachine: The Return lädt dazu ein, vertraute Kategorien von Zeit, Privatheit und Autorschaft zu hinterfragen. Im Zentrum steht der Tanz des „Anderen“ als Möglichkeit des Zusammenlebens und damit ein Raum für die Auseinandersetzung mit den ästhetischen und politischen Dimensionen des tanzenden Körpers.

SoftMachine

SoftMachine entstand als unabhängige Bestandsaufnahme der choreografischen Landschaft Asiens – aus Neugier und dem Wunsch, unabhängige Tanzschaffende zu unterstützen. Das Projekt begann mit Interviews mit mehr als 88 zeitgenössischen Choreografinnen, Tänzerinnen und Kuratorinnen. Von 2015 bis 2025 begleitete es fünf Künstlerinnen, die jeweils eine eigene kritische Perspektive auf den Tanz in Asien eröffneten. Forschung, Live-Performance und visuelle Medien verbinden sich dabei zu unterschiedlichen Formen der Auseinandersetzung.
2015 präsentierte Choy Ka Fai SoftMachine: Rianto am tanzhaus nrw. Von 2017 bis 2019 war er hier Factory Artist, setzte seine Recherche fort und entwickelt und zeigt seitdem regelmäßig neue Arbeiten.

Konzept, visuelles Design, Regie, Dokumentation: Choy Ka Fai (Singapur/Deutschland); in Zusammenarbeit mit: Rianto (Indonesien), Surjit Nongmeikapam (Indien); 3D-Design und Programmierung: Lisa Kaschubat; Szenografie, Lichtdesign und Technische Leitung: Ray Tseng; Musik und Sounddesign: Zihan, Mo’ong Santoso Pribadi, Nova Ruth, Chaoba Thiyam; Inspizienz: Ng Hui Ling; Projektmanagement: CIRCUS PROJECTS; Tour Manager: Tammo Walter; Unterstützung der Residenz: Studio Plesungan (Indonesien, Melati Suryodarmo), Dance Nucleus (Singapur, Daniel Kok)

Im Auftrag von Esplanade – Theatres on the Bay und mit Weltpremiere in Singapur wurde diese Produktion im September 2025 Rahmen von da:ns focus – Connect Asia Now (CAN) präsentiert, einem Wochenende, das zeitgenössische Tanzwerke von und in Zusammenarbeit mit asiatischen Künstler*innen in den Mittelpunkt stellt, wobei der Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Stimmen und kreativen Impulsen aus der Region liegt.

Dauer: ca. 75 Min.

Sprachen: Englisch und Indonesisch (Bahasa Indonesia), mit englischen Übertiteln.

Rahmenprogramm
Datum Rahmenprogramm

Sa 24.10. im Anschluss

Talk: Panel. Ein moderiertes Gespräch mit den Künstler*innen über deren Arbeit, zentrale Themen der Aufführung und Ihre Fragen

Barrierefreiheit

    • Untertitel EN
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Konzept, visuelles Design, Regie und Dokumentation: Choy Ka Fai in Zusammenarbeit mit: Surjit Nongmeikapam und Rianto; Dramaturgie: Tang Fukuen; Bühnenbild, Lichtdesign und technische Leitung: Ray Tseng; Adaption für Licht und technische Leitung: Leo Schneidermann; Audiovisuelle Technik: Chi-Hsuan Lo; Musik und Sounddesign: Mo’ong Santoso Pribadi und Chaoba Thiyam, mit ausgewählten Kompositionen von Heisnam Shantanu Singh und Augustine Shimray

SoftMachine: the Return ist eine Auftragsarbeit von Esplanade – Theatres on the Bay und wird im Rahmen von „da:ns focus – Connect Asia Now (CAN)“ präsentiert. Die Entwicklung des Projekts wird durch Residenzen im Studio Plesungan in Indonesien und bei Dance Nucleus in Singapur unterstützt.