Choy Ka Fai , SoftMachine: The Return

Großer Saal

18 €, erm. ab 9 €

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Das Bild bildet einen der Tänzer*innen des Stücks ab. Die Person steht vor einem Hintergrund, der an einen Sonnenaufgang erinnern lässt. Sie trägt eine Maske, die wie aus dem Südostasiatisch-kulturellen Kontext zu stammen scheint. Die Person hält ein rotes Tuch und schwingt es ins Zentrum des Raumes

Der Künstler, Choreograf und spekulative Designer Choy Ka Fai kehrt mit SoftMachine ans tanzhaus nrw zurück: Die 2012 begonnene Langzeitrecherche zum zeitgenössischen Tanz Asiens verdichtet Feldforschung, Interviews und Begegnungen mit über 80 Künstler*innen zu einem lebendigen Archiv. Mehr als zehn Jahre später wird es neu befragt: Soloperformances von Rianto und Surjit Nongmeikapam rücken Biografien und künstlerische Praktiken ins Zentrum. Zwischen Performance, Lecture und Dokumentation entfaltet sich ein Denken durch Körper, das im Rückbezug mögliche Zukünfte öffnet.

Mit SoftMachine: The Return greift Choy Ka Fai zentrale Anliegen des Projekts erneut auf: Wie verändern sich künstlerische Praktiken über die Zeit? Welche Spuren hinterlassen politische, gesellschaftliche und persönliche Umbrüche in den Körpern von Tanzkünstler*innen? Und wie lassen sich die vielfältigen Realitäten zeitgenössischer Tanzpraktiken in Asien jenseits kultureller Zuschreibungen sichtbar machen?

Im Zentrum stehen zwei performative Soloarbeiten: Rianto (Banyumas, Indonesien/Japan) zeichnet ein intimes Selbstporträt, das seine Suche nach Liebe und Zugehörigkeit zwischen Tanz, Gender und kulturellen Traditionen nachzeichnet. Ausgehend von seiner Erfahrung als Lengger-Tänzer verhandelt die Performance Fragen von Identität, Begehren und gesellschaftlicher Erwartung. Surjit Nongmeikapam (Imphal, Manipur, Indien) erzählt von seinem Weg von den gesellschaftlichen Rändern ins politische Zentrum. Vor dem Hintergrund der Konflikte in seiner Heimatregion verhandelt die Arbeit Ausgrenzung, Widerstand und Selbstbehauptung. Tanz erscheint dabei als körperlich eingeschriebenes Wissen, das individuelle Erfahrungen mit historischen und politischen Zusammenhängen verbindet.

Die beiden Soli sind Teil des größeren Projekts, das Körper als Träger von Erinnerung und Wissen versteht. Choy Ka Fai kehrt zu Künstler*innen zurück, die er über Jahre begleitet hat, und eröffnet einen Dialog über Kontinuitäten, Brüche und Veränderungen. Aus ihren Geschichten entsteht ein vielstimmiges Bild zeitgenössischer Tanzpraktiken in Asien, das sich exotisierenden Perspektiven entzieht und die Komplexität künstlerischer Realitäten sichtbar macht.

SoftMachine wurde 2012 als Recherche zur choreografischen Landschaft Asiens initiiert. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass zeitgenössischer Tanz aus Asien in internationalen Tanz- und Performing Arts-Szenen häufig durch exotisierende Zuschreibungen wahrgenommen wird. Im Fokus standen daher die Arbeitsrealitäten freier Tanzkünstler*innen sowie die Frage, wie ihre Praktiken jenseits kultureller Stereotype sichtbar werden können. Die Untersuchung mündete 2015 in eine erste Bühnenfassung für das Festival an der Esplanade in Singapur. Mit SoftMachine: The Return wird diese langjährige Recherche neu gelesen. Die Wiederbegegnung mit den beteiligten Künstler*innen richtet den Blick auf das Vergehen von Zeit, auf geteilte Erfahrungen und auf die Bedingungen künstlerischer Gemeinschaft. So entsteht aus der Reflexion des Vergangenen ein Nachdenken über mögliche Zukünfte des zeitgenössischen Tanzes in Asien.

Konzept, visuelles Design, Regie, Dokumentation: Choy Ka Fai (Singapur/Deutschland); in Zusammenarbeit mit: Rianto (Indonesien), Surjit Nongmeikapam (Indien); 3D-Design und Programmierung: Lisa Kaschubat; Szenografie, Lichtdesign und Technische Leitung: Ray Tseng; Musik und Sounddesign: Zihan, Mo’ong Santoso Pribadi, Nova Ruth, Chaoba Thiyam; Inspizienz: Ng Hui Ling; Projektmanagement: CIRCUS PROJECTS; Tour Manager: Tammo Walter; Unterstützung der Residenz: Studio Plesungan (Indonesien, Melati Suryodarmo), Dance Nucleus (Singapur, Daniel Kok)

Im Auftrag von Esplanade – Theatres on the Bay und mit Weltpremiere in Singapur wurde diese Produktion im September 2025 Rahmen von da:ns focus – Connect Asia Now (CAN) präsentiert, einem Wochenende, das zeitgenössische Tanzwerke von und in Zusammenarbeit mit asiatischen Künstler*innen in den Mittelpunkt stellt, wobei der Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Stimmen und kreativen Impulsen aus der Region liegt.

Dauer: ca. 75 Min.

Sprachen: Englisch und Indonesisch (Bahasa Indonesia), mit englischen Übertiteln.

Rahmenprogramm
Datum Rahmenprogramm

Sa 24.10. im Anschluss

Talk: Panel. Ein moderiertes Gespräch mit den Künstler*innen über deren Arbeit, zentrale Themen der Aufführung und Ihre Fragen

Barrierefreiheit

    • Untertitel EN
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Konzept, visuelles Design, Regie und Dokumentation: Choy Ka Fai in Zusammenarbeit mit: Surjit Nongmeikapam und Rianto; Dramaturgie: Tang Fukuen; Bühnenbild, Lichtdesign und technische Leitung: Ray Tseng; Adaption für Licht und technische Leitung: Lea Schneidermann; Audiovisuelle Technik: Chi-Hsuan Lo; Musik und Sounddesign: Mo’ong Santoso Pribadi und Chaoba Thiyam, mit ausgewählten Kompositionen von Heisnam Shantanu Singh und Augustine Shimray; Tourmanagement des Projekts: Mariko Mikami.