Sorour Darabi

Savušun نوشووـــس
Großer Saal
22 €, erm. ab 8,50 € // 5 € für Festivalpass-Inhaber*innen
Termine
Sorour Darabi steht singend/schreiend auf einer schwarzen Bühne.
Sorour Darabi tanzt auf einer dunklen Bühne.

Savušun نوشووس ist eine Ode an die Verletzlichkeit und an die Zuneigung. Wie in einem Volksmärchen bewegt sich das Solo von und mit Sorour Darabi zwischen Komfort und Unbehagen, Zärtlichkeit und Grausamkeit, toxischer Männlichkeit und verletzlicher Identität. In die Auseinandersetzung kollektiver Trauerzeremonien der Schiiten webt Sorour Darabi eine intimere Geschichte, die die Darstellung von komplexen und paradoxen Emotionen der Rituale hinterfragt. „Savušun“ – wörtlich „den Tod von Siavash beklagen“ – verweist auf die Erzählung von Siavash, ein legendärer persischer Prinz und Hauptfigur des um das Jahr 1000 geschriebenen Shahnameh („Das Buch der Könige“). Die Durchlässigkeit zwischen fiktionaler Figur und historischer Gestalt, Märtyrer und Attentäter, findet hier ihren Widerhall in der Verwischung von Identitäten und Ausdrucksformen. Mit Humor, Feinfühligkeit und hybriden Gesten wandert die Performance gleichsam zwischen realem als auch symbolischem Verlust und streift dabei Darstellungen von Leid und Betroffenheit. So wird das Leid, die Traurigkeit und die Angst, die auf minorisierten Körpern lastet, angesprochen und spielerisch transformiert. Das Unbehagen bleibt.

Sorour Darabi ist ein*e autodidaktische*r iranische*r und in Paris lebende*r Künstler*in. Im Iran war Sorour Darabi Mitglied der Untergrundorganisation ICCD, deren Festival Untimely bereits mehrere seiner*ihrer Arbeiten zeigte. Während des Studiums am CCN de Montpellier schuf Sorour Darabi das Solo „Subject to Change“, eine Performance, die sich mit der Thematik der Transformation im Kontext von zeitlichen und räumlichen Fragstellungen auseinandersetzt. 2016 kreierte Sorour Darabi beim Festival Montpellier Danse das Solo „Farci.e“, das sich mit Begriffen wie Sprache, Geschlechtsidentität und Sexualität beschäftigt. 2021 feierte die neue Arbeit „Mowgli“ ihre Premiere.

Sorour Darabi gelingt es, Trauer in ein stark erotisch aufgeladenes Spektakel zu verwandeln – ohne in Vulgarität zu verfallen oder Provokation zu suchen, behutsam und zugleich mit einer sinnlich dramatischen Intensität. sceneweb.fr

Dauer: 50 Min.

Begleitprogramm
Mo 09.08. 21:45 Artist Talk I mit Ligia Lewis & Sorour Darabi
Di 10.08. mit Audiodeskription

 

Konzept, Choreografie, Performance: Sorour Darabi; Lichtdesign: Yannick Fouassier, Jean-Marc Segalen; Dramaturgie: Paula L. Boulba; Outside Eyes: Celine Cartillier, Matthieu Bouvier; Sounddesign: Benjamin Ducroq; Administration: Charlotte Giteau; Touring: Sandrine Barrasso.
Koproduziert durch Montpellier Danse 2018, creation residency at the Agora, cité internationale de la danse, unterstützt durch Fondation BNP Paribas, CND Centre national de la danse, La Villette artists’residency, La Maison CDCN Uzès Gard Occitanie, La Fée Nadou-résidence d’artistes, Zürcher Theater Spektakel, ICI – Centre chorégraphique national Montpellier / Occitanie, Sophiensaele, Fonds Transfabrik – Fonds franco-allemand pour le spectacle vivant, SPEDIDAM und Ballet du Nord (Studio). Das Gastspiel findet statt im Rahmen der Reihe VOLUME UP, gefördert durch die Kunststiftung NRW. 

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Festival · 06. – 22.08.2021

VOLUME UP

Ungehörte Stories, unbeachtetes Wissen