Performative Intervention
Eisa Jocson & Venuri Perera , Sweeping Sisters
In einer performativen Intervention bringen zwei Frauen mit Besen zwischen den Beinen die Praxis des Fegens in den öffentlichen Raum. Ausgehend von ihrer Theaterarbeit Magic Maids setzt das Duo Jocson und Perera seine Grenzüberschreitungen fort und fegt spielerisch hinaus in Parks, Straßen und für Claiming Common Spaces in das Foyer des tanzhaus nrw. Dabei machen sie die aufgeladene Bildsprache der Hexe und der migrantischen Hausarbeiterin sichtbar. Beide eng mit dem Besen verbunden. Sweeping Sisters hinterfragt die Unsichtbarkeit von Care-Arbeit und feiert weibliche Solidarität.
Eisa Jocson ist ein*e philippinische Choreograf*in und Tänzer*in, ausgebildet als bildende*r Künstler*in, und mit einem Balletthintergrund. Sie entlarvt Körperpolitiken in Dienstleistung und Unterhaltung, wahrgenommen durch die sozioökonomische Brille der Philippinen. Sie untersucht, wie sich der Körper bewegt, und welche Bedingungen ihn überhaupt zur Bewegung bringen – sei es nun soziale Mobilität oder das Verlassen der Philippinen für migrantische Arbeit. In ihren Kreationen – von Pole Dancing über Macho-Tanz, Hostess bis hin zur Prinzessin und zum Zoo – ist Kapital die treibende Kraft hinter der Bewegung, die den in Schuld stehenden Körper in räumliche Geografien treibt. Sie hat den Cultural Centre of the Philippines Artists Award 2013 gewonnen, ist der*die Gewinner*in des Higo Boss Asia Award 2019, des SeMa-HANA-Awards 2021 (Seoul MediaCity Biennale) und zuletzt des Internationalen Tabori-Preises in Deutschland.
Venuri Perera ist ein*e Choreograf*in, Performancekünstler*in, Kurator*in und Lehrer*in aus Colombo. Sie versucht, die Art, wie wir das „Andere“ wahrnehmen, zu destabilisieren, indem sie die Machtverhältnisse von Sichtbarkeit und Undurchsichtigkeit untersucht. Ihre Solo- und Gemeinschaftsarbeiten beschäftigen sich mit gewaltvollem Nationalismus, Patriarchat, Immigration, kolonialem Erbe und Klasse und wurden seit 2008 bereits zu Festivals, Biennalen und Symposien in ganz Europe, Süd- und Ostasien sowie in den Mittleren Osten und nach Afrika eingeladen. Sie arbeitete eng mit den Choroegraf*innen Geumhyung Jeong (SK) (Theatre Spektakel/ Monsoon Australien) und Natsuko Tezuka (JP) (Kyoto Experiment/SIFA Singapur) zusammen. Venuri entwickelte und kuratierte Projekte der Colombo Dance Platform (2015-2020, Goethe Institut) und engagiert sich weiterhin dafür, unterstützende Netzwerke für die freie Tanzszene Sri Lankas zu schaffen. Sie schloss ihre Studien am DAS Theater ab und lebt derzeit in Amsterdam.
Dauer: 60 Min.
Performance, Konzept, Dramaturgie: Eisa Jocson und Venuri Perera.
Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.