Performative Intervention

Eisa Jocson & Venuri Perera , Sweeping Sisters

Foyer

Termine

12. September 2026
Eine Person in einem schwarzen Kleid liegt mit dem Oberkörper auf einem Boden aus Pflastersteinen. Ihr Oberkörper ist leicht aufgerichtet, sie stützt sich mit beiden Händen auf dem Boden ab. Ihre langen dunkelbraunen Haare schwingt sie in die Luft. Hinter ihr ist ein Besen auf dem Boden zu erkennen.

In einer performativen Intervention bringen zwei Frauen mit Besen zwischen den Beinen die Praxis des Fegens in den öffentlichen Raum. Ausgehend von ihrer Theaterarbeit Magic Maids setzt das Duo Jocson und Perera seine Grenzüberschreitungen fort und fegt spielerisch hinaus in Parks, Straßen und für Claiming Common Spaces in das Foyer des tanzhaus nrw. Dabei machen sie die aufgeladene Bildsprache der Hexe und der migrantischen Hausarbeiterin sichtbar. Beide eng mit dem Besen verbunden. Sweeping Sisters hinterfragt die Unsichtbarkeit von Care-Arbeit und feiert weibliche Solidarität.

Eisa Jocson ist ein*e philippinische Choreograf*in und Tänzer*in, ausgebildet als bildende*r Künstler*in, und mit einem Balletthintergrund. Sie entlarvt Körperpolitiken in Dienstleistung und Unterhaltung, wahrgenommen durch die sozioökonomische Brille der Philippinen. Sie untersucht, wie sich der Körper bewegt, und welche Bedingungen ihn überhaupt zur Bewegung bringen – sei es nun soziale Mobilität oder das Verlassen der Philippinen für migrantische Arbeit. In ihren Kreationen – von Pole Dancing über Macho-Tanz, Hostess bis hin zur Prinzessin und zum Zoo – ist Kapital die treibende Kraft hinter der Bewegung, die den in Schuld stehenden Körper in räumliche Geografien treibt. Sie hat den Cultural Centre of the Philippines Artists Award 2013 gewonnen, ist der*die Gewinner*in des Higo Boss Asia Award 2019, des SeMa-HANA-Awards 2021 (Seoul MediaCity Biennale) und zuletzt des Internationalen Tabori-Preises in Deutschland.

Venuri Perera ist ein*e Choreograf*in, Performancekünstler*in, Kurator*in und Lehrer*in aus Colombo. Sie versucht, die Art, wie wir das „Andere“ wahrnehmen, zu destabilisieren, indem sie die Machtverhältnisse von Sichtbarkeit und Undurchsichtigkeit untersucht. Ihre Solo- und Gemeinschaftsarbeiten beschäftigen sich mit gewaltvollem Nationalismus, Patriarchat, Immigration, kolonialem Erbe und Klasse und wurden seit 2008 bereits zu Festivals, Biennalen und Symposien in ganz Europe, Süd- und Ostasien sowie in den Mittleren Osten und nach Afrika eingeladen. Sie arbeitete eng mit den Choroegraf*innen Geumhyung Jeong (SK) (Theatre Spektakel/ Monsoon Australien) und Natsuko Tezuka (JP) (Kyoto Experiment/SIFA Singapur) zusammen. Venuri entwickelte und kuratierte Projekte der Colombo Dance Platform (2015-2020, Goethe Institut) und engagiert sich weiterhin dafür, unterstützende Netzwerke für die freie Tanzszene Sri Lankas zu schaffen. Sie schloss ihre Studien am DAS Theater ab und lebt derzeit in Amsterdam.

Dauer: 60 Min.

Barrierefreiheit

    • Audiodeskription

Einlassinformationen & Assistenz

Begleitservice

Infos zur Anfahrt und eine Wegbeschreibung vom Infopoint des Düsseldorfer Hauptbahnhofs findest du auf der Website des tanzhaus nrw im Bereich „Dein Besuch“. Die Wegbeschreibung ist dort als PDF verfügbar.

Du kannst gerne kostenfrei eine Assistenz mitbringen oder unseren Begleitservice nutzen (Hinweg vom Düsseldorfer Hauptbahnhof, Begleitung während der Vorstellung und Rückweg zum Hauptbahnhof). Bitte informiere unser Ticketingpersonal in beiden Fällen beim Kartenkauf oder melde dich per E-Mail unter ticketservice@tanzhaus-nrw.de bzw. ab dem 7. September telefonisch unter 0211 17270-55 (Mo–Fr, 10:30–14:30 Uhr).

Treffpunkt für den Begleitservice ist um 19:00 Uhr am Infopoint des Düsseldorfer Hauptbahnhofs, 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Assistenz begleitet dich während der Vorstellung und anschließend zurück zum Infopoint.

Sitzmöglichkeiten

Es gibt eine lockere Bestuhlung an Tischen mit Stühlen mit Rückenlehne sowie zwei Sitzsäcke. Die Sitzsäcke stehen nach Verfügbarkeit zur Verfügung und können nicht im Voraus reserviert werden.

Audiodeskription

Diese performative Installation ist improvisiert. Die Audiodeskription erfolgt ebenfalls improvisiert und wird live im Raum auf Deutsch von dem sehbehinderten Audiodeskriptionsautor Yasha Müller und der sehenden Audiodeskriptionsautorin Olja Artes gesprochen.

Rückzugsraum

Im tanzhaus nrw ist ein Rückzugsraum (Studio 1) zugänglich. Hier kannst du dich zurückziehen, wenn du einen Moment für dich ohne soziale Interaktion brauchst. Es gibt Sitzsäcke, Sitzkissen und Platz zum Liegen. Der Raum ist nicht schallisoliert, daher können Geräusche von außen zu hören sein. Dort stehen außerdem Ohrstöpsel zur Verfügung.

Performance, Konzept, Dramaturgie: Eisa Jocson und Venuri Perera.

Access-Management: Zwoisy Mears-Clarke

Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Auf weißem Grund steht in Großbuchstaben der Text "SHIFT THE VIBE". Die Buchstaben sind in rot und lila gehalten und bestehen aus mehreren Ebenen, sodass eine Unschärfe, ein Glitch entsteht.

Festival · 10. – 13.09.2026

Claiming Common Spaces VIII

Shift the Vibe