Malik Nashad Sharpe und eingeladene Kollaborateur*innen , Winin’ & Liming

Im und um das tanzhaus nrw

Eintritt frei

Termine

  • Eintritt frei
Auf rosafarbenem Untergrund sind stickerartig verschiedene Fotos des Choreografen und Tänzers Saïdo Lelouhs in schwarz-weiß angeordnet.

Wining – das kreisende, schwingende Bewegen von Hüften und Becken – und Liming – das gemeinsame Abhängen, Reden, Musik hören. Beides hat seine Wurzeln in karibischen Alltags- und Bewegungskulturen und bildet den Ausgangspunkt für ein offenes Zusammenkommen im tanzhaus nrw: ein Raum zum Tanzen, Austauschen und gemeinsamen Genießen. Bei DJ-Sets und gemeinsamem Essen verbindet sich Tanz mit Gespräch, entspannte Leichtigkeit mit Nachdenken. Wie können wir füreinander da sein? Und welche Rolle kann Tanz darin spielen?

Gemeinsam mit Malik Nashad Sharpe – Choreograf und Movement Director zwischen Kunst, Fashion und Musik – und einer Gruppe aus Künstler*innen, Sozialarbeiter*innen und Community-Akteur*innen aus NRW – Yeliz Pazar, Marie Zoe Buchholz/ZOE, Maria Mercedes Flores Mujica, Sevi Bayraktar und Dieter Ligueros Korsholm – entsteht ein Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen aufeinandertreffen. Hier geht es um Community und Care – und auch darum, über den „Shit“ zu sprechen, den wir so durchmachen: über Unsicherheit, Verlust und das, was uns herausfordert. Zwischen Bewegung und Austausch wird zugehört, gesprochen, getanzt und gemeinsam Zeit geteilt.

Kommt vorbei, bringt euch ein oder seid einfach da – was entsteht, entwickelt sich mit allen, die den Raum betreten.

Eine Einladung zum Bewegen, zum Zusammenkommen, zum Imaginieren.

Save the date – genauere Infos folgen! 

Die Veranstaltung findet von 14:00 – 20:00 statt.

Dieter Ligueros Korsholm

Dieter Ligueros Korsholm ist ein*e chilenische*r Betriebswirt*in und studiert derzeit Soziale Arbeit an der TH Köln. In der Freizeit ist they leidenschaftliche*r Tänzer*in im Bereich Modern/Contemporary Dance, liebt japanische Animation und deren Kultur und engagiert sich stark für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und ehrenamtliche Arbeit.

Dieses Engagement zieht sich durch nahezu Korsholms gesamtes Leben, begann in Deutschland jedoch konkret im Jahr 2018 bei Casa Hogar e.V., einer deutschen Organisation, die sich der Bildung und Unterbringung von Frauen und Mädchen in der Region Chocó in Kolumbien widmet — einem Gebiet, das stark von Drogen-, Waffen- und Menschenhandel betroffen ist.

Heute zeigt sich dieses Engagement besonders in der kontinuierlichen und intensiven Arbeit bei SOFRA e.V., einer in Deutschland einzigartigen, selbstorganisierten Queer-Organisation, die von und für queere Migrant*innen und Geflüchtete getragen wird. Seit 2023 ist they Teil dieser Organisation und wirkt an ihrer Mission mit, eine starke, inklusive und intersektionale Community queerer Migrant*innen in Köln aufzubauen.

Gemeinsam mit anderen Freiwilligen trägt they dazu bei, „SAFEr“-Räume zu schaffen — etwa FLINTA*-Treffen, offene Räume für alle sowie intersektional ausgerichtete queere Veranstaltungen. Darüber hinaus unterstützt they den Zugang zu Bildung und organisiert Workshops verschiedenster Art, darunter sexuelle Aufklärung, kulturelle Angebote, politische Diskussionen, Kunst- und Kreativformate.

Nicht zuletzt begleitet SOFRA Migrant*innen und Geflüchtete in schwierigen Lebenslagen durch das Case Management der Organisation und unterstützt sie bei unterschiedlichsten Herausforderungen.

Ein Portraitfoto von Dieter Ligueros Korsholm. Dieter Ligueros trägt ein gelbes Top, die braunen Haare sind mit einem roten Haarband zusammengebunden. Dieter Ligueros hält beide Hände nah an das Gesicht und lächelt dabei. Im Hintergrund sind Demo-Schilder zu erkennen.

Malik Nashad Sharpe

Malik Nashad Sharpe ist Choreograf und Movement Director, der an der Schnittstelle von Kunst, Fashion und Musik arbeitet. Unter dem Pseudonym Marikiscrycrycry entwickelt er Tanzstücke, die die formale Konstruktion von Affekt, Atmosphäre und Dramaturgie aus marginalisierten Perspektiven erforschen. Seine Arbeit hinterfragt Race, Gender und Kommerzialisierung durch eine emotional aufgeladene, radikal soziale Linse und betrachtet Tanz als Mittel des Überlebens und der Zukunftsgestaltung. Als schwarzer, queerer Künstler setzt Sharpe sich mit Systemen der Gewalt auseinander und entwirft alternative Möglichkeiten des Miteinanders.

2019 wurde Malik Nashad Sharpe vom Attitude Magazine zum Rising Star in Dance gekürt. 2022 folgte die Aufnahme in die renommierte Forbes 30 under 30-Liste aufgrund seiner einzigartigen choreografischen Leistungen. 2023 ist er für den Premio Cunha e Silva-Preis der Galeria Municipal do Porto (PT) nominiert. Sharpe ist Associate Artist bei The Place, Residenzkünstler der Somerset House Studios und arbeitet als Gastdozent für Tanz und Performance an der Stockholmer Universität der Künste.

Ein Portraitfoto des Choreografen und Movement Directors Malik Nashad Sharpe. Er steht vor einer braun-grauen Fliesenwand und trägt ein rotes T-Shirt. Seine Haare sind in kurzen Braids geflochten.

Maria Mercedes Flores Mujica

Maria Mercedes Flores Mujica ist eine venezolanische Tanzkünstlerin und Forscherin, die in Köln ansässig ist. Ihre inter(un)disziplinäre Praxis hinterfragt kulturelle Hierarchien und erforscht Körperlichkeiten aus feministischen, dekolonialen und inklusiven Perspektiven, wobei sie afro-karibische Tänze, volkskulturelle Traditionen und zeitgenössische Experimente miteinander verbindet. Ihre Arbeit untersucht Schnittstellen von Zeit, Raum und Erinnerung durch Bewegung, Rhythmus und performatives Schaffen und fördert dabei Verbindungen zwischen Darstellenden, Publikum und Raum.

Zu ihren choreografischen Arbeiten zählen ON:Joy 2019 in Zusammenarbeit mit Constanza Ruiz; What, Where, When Are We?! 2023, koproduziert vom Ringlokschuppen Ruhr und unterstützt von Tanzfaktur und PACT Zollverein; sowie La Vacabose 2025, entwickelt im K3 Choreographic Center, uraufgeführt im Kampnagel und koproduziert vom tanzhaus nrw. Im Jahr 2025 wurde sie zum COMMON LAB eingeladen, einem internationalen Choreografie-Austausch von Creative Europe, sowie zum Choreografie-Austausch Danza en Construcción in Bogotá, Kolumbien.

In den letzten Jahren hat Maria Mercedes ihre eigene Tanzmethodik entwickelt: Somatic Booty Shaking (SBS) – eine Praxis, die zeitgenössischen Tanz, afro-karibische Bewegungstraditionen und somatisches Wissen miteinander verbindet. Von Lust und Selbstermächtigung geleitet, ermöglicht SBS den Praktizierenden, durch Rhythmus, Freude, Verspieltheit und Sinnlichkeit eine Verbindung zu ihrem eigenen Körper und zu anderen Menschen herzustellen.

Die Tanzkünstlerin Maria Mercedes Flores Mujica steht vor einem Screen, auf dem eine Präsentation gezeigt wird. Sie trägt eine lila Jacke, darunter ein rotes Top und ein geblümter Rock. Sie gestikuliert und hält beide Hände vor ihren Körper.

Sevi Bayraktar

Sevi Bayraktar ist Tänzerin, Wissenschaftlerin und Pädagogin. Sie arbeitet als Professorin für Tanz, Musik und Performance in globalen Kontexten am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie hat einen PhD in Kultur und Performance von der University of California, Los Angeles (UCLA). Ihre Forschung analysiert Volkstanz als partizipative Choreografie und als Ort kulturellen Gedächtnisses. Sie ist Autorin von Dissenting Through Dance: Folk Dance, Gender, and Political Protest in Turkey und Mitherausgeberin von Tanzen/Teilen – Sharing/Dancing. Ihre Arbeit untersucht, wie Tanz als Medium sozialer Kritik, kollektiven Gedächtnisses und politischer Imagination wirkt. Derzeit ist Sevi Mitglied des Vorstands der Dance Studies Association.

Ein Selfie der Tänzerin, Wissenschaftlerin und Pädagogin Sevi Bayraktar. Sie trägt eine braune Bluse und hat leicht gelocktes, braunes Haar. Sie lächelt offen in die Kamera.

Yeliz Pazar

Yeliz Pazar aka Yeliz Manuka ist Tänzerin, Choreografin, Dozentin, Kuratorin und Host. Ihre Wurzeln liegen in Locking, Popping, HipHop, House Dance und Waacking. Darauf aufbauend entwickelt sie Tanzkonzepte und Bewegungsformate.

Seit vielen Jahren arbeitet sie eng mit dem tanzhaus nrw zusammen und ist Mitgründerin des 2012 initiierten Tanzkollektivs nutrospektif, das urbane Tanzkulturen auf die Bühne bringt und Austauschformate fördert. Pazar gehört zur ersten Generation von Waacking-Tänzer*innen in Deutschland und engagiert sich für die Weiterentwicklung dieser Tanzkultur. Mit THE WAACK OFF initiierte sie am tanzhaus nrw das erste Waacking-Event dieser Art in Deutschland und brachte zahlreiche internationale Künstler*innen zusammen. 2024 choreografierte sie POINT OF NO RETURN – ein Tanz-Bühnenstück, das aus der Tanzkultur Waacking heraus entwickelt wurde – ebenfalls am tanzhaus nrw. Für ihre Arbeit erhielt Yeliz Pazar 2025 den Förderpreis für Darstellende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Ein Foto der Tänzerin, Choreografin, Dozentin, Kuratorin und Host Yeliz Pazar. Sie steht vor einer Bühne und ihr Rücken ist der Kamera zugewandt. Sie schaut seitlich über ihre Schulter, während sie mit ihrer rechten Hand ein Mikrofon nach oben hält.

ZOE (Marie-Zoe Buchholz)

ZOE ist interdisziplinäre Performance-Künstlerin und Kuratorin aus Düsseldorf. Ihre Arbeiten reflektieren Rehabilitation, Transformation und die (Rück-) Aneignung von Körper und Raum sowie das Verhältnis von Macht und Marginalisierung. ZOEs Praxis verbindet Voguing und Ballroom, Physical Theatre, Club- und Free Styles, Spoken Word und Vokalmusik.

Sie war Gründungsmitglied des ersten deutschen Ballroom Houses und entwickelte sich zu einer zentralen Figur der deutschen Ballroom-Community. Im Rahmen des von ihr mit gegründeten Vereins Shapes&Shades fördert sie Formate zur Stärkung der Ballroom-Kultur in NRW. Seit 2023 besteht eine feste Kooperation mit dem Theatermuseum Düsseldorf; gemeinsam mit dem tanzhaus nrw und dem Schauspielhaus Düsseldorf organisierte sie mehrere Ballroom-Events.

2025 gründete ZOE HAUS MAWU, einen Raum, in dem Körper und Geschichten in einer post-patriarchalen Heterotopie visualisiert werden. Die Kompanie versteht sich als kollaborative Initiative für verschiedene Künstler*innen, mit Fokus auf diasporische, queere und intersektionale Perspektiven.

Ein Foto der Performance-Künstlerin und Kuratorin ZOE (Zoe-Marie Buchholz). Sie sitzt mit angewinkeltem Knie auf einer Wiese. Sie trägt eine hellgrüne Hose und ein weißes Musselinhemd. Mit neutralem Blick schaut sie leicht an der Kamera vorbei.

Winin’ & Liming wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.

Auf rosafarbenem Untergrund sind stickerartig verschiedene Fotos des Choreografen und Tänzers Saïdo Lelouhs in schwarz-weiß angeordnet.

Reihe

Tanzt euch zusammen!

Choreografien der Begegnung