Mit Arbeiten von Solomon Quaynoo und Nora & Davis
Im Urban Double Bill präsentieren sich zwei Positionen aus der urbanen Tanzszene an einem Abend. Das Format bietet Künstler*innen die Möglichkeit, ihre eigene choreografische Praxis weiterzuentwickeln und neue Arbeiten einem Publikum vorzustellen. Ziel ist es, urbane Tanzkulturen sichtbar zu machen, Austausch zu fördern und Nachwuchskünstler*innen Raum für künstlerische Entwicklung zu geben. Die ausgewählten Künstler*innen werden über einen Open Call eingeladen und im Entstehungsprozess durch erfahrene Mentor*innen begleitet: Yeliz Pazar und Takao Baba stehen ihnen mit ihrer Expertise aus urbaner Tanzpraxis, Bühnenarbeit und Community-Building zur Seite. In vergangenen Ausgaben präsentierten u. a. Nasrin Torabi und Diana Schöne alias Ruby als Teil des Kollektivs Hood of Sisters (HoS) ihre Arbeit. Auch der Düsseldorfer Tänzer und Choreograf Rymon Zacharei alias Rayboom zeigte seine Arbeit im Rahmen des Urban Double Bill.
In dieser Ausgabe gibt es Arbeiten von Solomon Quaynoo und Nora & Davis zu sehen.
Nora & Davis – WhaleSpit
WhaleSpit ist ein Tanzstück über Verunreinigung in der Welt und in sich selbst. Basierend auf der Tanztechnik Waving treffen Gegensätze aufeinander: drinnen und draußen, laut und leise, Natur und Konsum. Bewegungen fließen wie Wellen, kommen zurück, stoßen an. Klanglandschaften und ein minimales Bühnenbild schaffen Bilder für ein Gleichgewicht, das schnell kippen kann, zwischen Wachstum und Zerstörung, Ruhe und Sturm.
Nora Hertwig ist Tänzerin, Performerin und somatische Therapeutin. Ihre Ausbildung in Berlin und an der Flow Dance Academy in Paris legte den Grundstein für ihre urbane Tanzausrichtung. Sie war unter anderem Teil internationaler Projekte in Kapstadt, Paris und Luxemburg. Neben der Bühne beschäftigt sie sich mit Körperarbeit als Werkzeug zur Selbstermächtigung – insbesondere für Frauen*. 2023 schloss sie eine Ausbildung im Bereich somatische Therapie ab.
Paul Davis Newgate ist ein deutsch-nigerianischer Tänzer und Darsteller aus Düsseldorf. Sein künstlerisches Zentrum liegt im Breaking, erweitert durch Einflüsse aus Akrobatik, Tanztheater und diversen anderen Bewegungskulturen. Seit 2016 ist er als freier Künstler tätig, unter anderem bei Urbanatix, Theater Marabu und dem Theater Kohlenpott. Er verknüpft urbane Körperlichkeit mit narrativen Elementen. 2024 war er Teil der Auswahljury für Westwind.
Davis und Nora arbeiteten 2023 erstmals in Luxemburg zusammen. Ihre künstlerische Verbindung vertiefte sich im Rahmen von „Wave to the Stage“ – einer Stückentwicklung mit dem Tidetogether Collective und PEZ Rocio in Berlin, bei der das Waving als choreografisches Vokabular erforscht und weiterentwickelt wurde.
Dauer: 20-30 Min.
Solomon Quayno – Black Style – Fäden der Erinnerung: Getanzte Identität
Nach seiner ersten Begegnung mit dem Publikum wandert Black Style weiter – ein Stück, das Erinnerungen nicht erzählt, sondern sie durch den Körper atmen lässt.
Im Zentrum steht Solomon Quaynoo, dessen Krumping wie ein Puls aus inneren Landschaften kommt: kraftvoll, verletzlich, widerständig. Die Kostüme von Brooklyn Odunsi Ifeacho sind mehr als Kleidung – sie tragen Spuren, Geschichten, Antworten und offene Fragen. In den Klangräumen von DJ Spoonmann entsteht eine Atmosphäre, die sich nicht erklärt, sondern trägt, zieht, unter die Haut sinkt.
Black Style verwebt textile Vergangenheit und gelebte Gegenwart zu einem feinen Netz aus Identität und Transformation. Ohne Bühnenbild bleibt nur der Körper – roh, wahr, ungeschützt – und genau darin liegt seine Kraft. Jede Bewegung ein Faden. Jede Geste ein Echo.
Tanz / Konzept / Dramaturgie: Solomon Quaynoo; Sounddesign: Claas Sandbothe; Kostüme: Brooklyn Odunsi Ifeacho; Lichtdesign / Technik: Martin Wiegner; Dramaturgie / Konzept: Joachim Goldschmidt; Social Media: Bettina Henningsen.
Black Style wird gefördert durch das Regionale Kultur Programm NRW (RKP) – Kulturregion Münsterland, in Koproduktion mit dem tanzhaus nrw, mit dem LWL-Museum TextilWerk Bocholt und ProArtiSt urban production.