Flamencotänzerin mit zugeklappten Fächer. Man sieht nur den Oberkörper.

Flamenco

Die Bohème Andalusiens gilt als Wiege des Flamenco, der sich Anfang des 19. Jahrhunderts aus einem Mix afrikanischer, süd- und mittelamerikanischer Einflüsse sowie der Tanz- und Musikkultur der Sinti und Roma entwickelte. Seine DNA: der zumeist solistische Tanz, weiterhin der klagende, emotionale Gesang sowie die aus Gitarre und Perkussion bestehende Musik. Zusammenkunft, Gemeinschaft und Verbundenheit stehen auch bei dieser Kultur im Zentrum, deren Ausdruck in dem viel beschworenen „el duende“, eine Art Flow, zu Tage tritt. Bis heute tief in der Kultur Andalusiens verankert, ist der Flamenco mittlerweile ein globales Phänomen. Er folgt einem klar definierten Bewegungsvokabular, etwa das schnelle rhythmische Auftreten der Füße in eigens dafür benagelten Schuhen oder die besonderen Arm- und Hand-Choreografien.
Mit José M. Sánchez Moreno, gebürtig aus Andalusien und langjährig unterrichtender Künstler am tanzhaus nrw, findet die Vermittlung sowohl der Basics des Flamenco als auch des Spirits dieser Tanz- und Musikkultur statt. Ergänzt durch das jährliche Flamenco Festivals sowie verschiedene Gastspiele und Workshops im laufenden Programm, verbeugt sich das tanzhaus nrw vor diesem Genre mit seinem Erneuerungswillen.

Dozent*innen

Belen Lopez

Belén López

Belén López wurde schon als Kind von der Flamenco-Szene entdeckt und ist inzwischen eine der ganz Großen in den spanischen Flamenco „Tablaos“. Mit ihrer Geschwindigkeit und Präzision sowie ihrer Meisterschaft in Tempo und Akzentsetzung verblüfft sie uns. Stolz offenbart, verkörpert und überflutet sie die gängigen exzentrischen Bilder des Flamenco. So nimmt sie uns mit auf eine Reise durch die Ausdrucksformen dieser Tanzkultur – mit Kraft und Feuer und einer makellosen Technik im Dienste des Herzens.

Portrait von Fernando López

Fernando López

Fernando López machte zusätzlich zu seinem Abschluss in zeitgenössischem Tanz an der Universität Paris VIII, einen Abschluss in Flamenco-Tanz an der APDE – Cátedra de Flamencología de Jerez, einen Abschluss in kreativen Schreib- und Imaginationstechniken sowie einen Abschluss in Philosophie. Er arbeitet gegenwärtig als Doktorand und Dozent in der Tanzabteilung der Universität Paris VIII. Für seine Arbeit erhielt Fernando López zahlreiche Auszeichnungen wie den ersten Tanzforschungspreis der Academia de las Artes Escénicas de España. Für sein Schaffen als Tänzer erhielt er den Preis für den besten Tänzer der 19. Ausgabe der Tanzshow Muestra de Danza El Álamo. Zudem wurde er im Rahmen des Festival Impulstanz in Wien mit dem danceWEB Scholarship ausgezeichnet. Seit 2009 führt er seine eigene Tanzkompanie und präsentierte u.a. sein Stück „Bailar en hombre“ beim Flamenco Festival 2019 im tanzhaus nrw. Seit 2015 ist Fernando López künstlerischer Leiter der Queer Art Plattform „Desviados“.

José Almarcha

Porträt von José Manue Sanchez

José M. Sánchez Moreno

José Manuel Sanchez Moreno stammt aus Málaga/Andalusien, kam dort schon als Kind mit Flamenco in Kontakt und lernte bei den Größen des Flamenco, darunter Enrique Burgos, Pepito Vargas und Manolete. Seit über 20 Jahren unterrichtet er am tanzhaus nrw: José Manuel ist nicht nur ein ausdrucksstarker Tänzer, sondern auch ein sehr geschätzter geduldiger und motivierender Lehrer, der es versteht, den Flamenco in all seinen Facetten zu vermitteln. Auch die Flamencogeschichte kommt hierbei nicht zu kurz und ergänzt seinen vielseitigen Unterricht. „Wichtig ist mir, den Flamenco authentisch zu unterrichten inklusive Hintergrundwissen - aber ohne den Spaß dabei zu vernachlässigen“. José Manuel ist ein Tänzer, der durch seine innovative Frische und seinen ehrlichen Tanzstil beeindruckt. Er tourte als Tänzer international, gastierte u.a. in Japan, und wirkte zudem bei Fernsehauftritten mit. Neben seiner europaweiten Tätigkeit als Dozent geht er mit seiner Compañia José Manuel innovative Wege und arbeitete als Gastchoreograf und Tänzer an der Deutschen Oper am Rhein in der Oper „Carmen“.

Potrait von Juan Paredes

Juan Paredes

Juan Paredes beeindruckt mit einer einschlägigen internationalen Karriere als Flamenco-Tänzer. Neben weiteren Tätigkeiten war er 20 Jahre lang Solotänzer in zahlreichen großen Ballett- und Flamenco-Kompanien. So tanzte er für die Tanzkompanie (CAD) der andalusischen Regierung unter der Leitung von María Pagés sowie für José Antonio und die Kompanie Mariemma, mit der er sein Debüt gab. Mit der international bekannten Cristina Hoyos bildete er ein Tanzpaar. Zusammen spielten sie die Hauptrolle bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele von Barcelona 1992. Juan Paredes besitzt ein Diplom in Choreografie und Tanztechnik. Er unterrichtet den Flamenco-Tanz weltweit, insbesondere seine berühmten „Bulerías Festeras“, die inzwischen sein Markenzeichen geworden sind.

Porträt von La Cati mit Fächer

La Cati

La Cati ist international als Flamencotänzerin, Choreografin und Dozentin sowohl für Flamenco als auch für Latin Lady Styling tätig. Sie tanzte und choreografiert für „Carmen“ an der Deutschen Oper am Rhein sowie für das Apollo Varieté u.v.m. Als motivierende und fundiert arbeitende Dozentin geschätzt, vermittelt sie die facettenreiche Komplexität des Flamenco sowie das Gefühl für die Körperarbeit im Latin Lady Styling. La Cati verbindet moderne Einflüsse mit der Tradition und überzeugt durch ihre erfrischende und sowohl eleganten als auch kraftvolle Interpretation des jeweiligen Tanzstils.

Daniel Munoz und Paula Comitre

Paula Comitre / Daniel Muñoz

Mehr als ein Jahrzehnt ist es her, dass Daniel Muñoz unter dem Pseudonym Artomático anfing, die Möglichkeiten des Dialogs zwischen elektronischer Musik und Flamenco auszuloten. Aus einer Karriere als Schlagzeuger, Tontechniker und Produzent entstand nach mehreren Jahren intensiver Arbeit sein Debütalbum Electroflamenco. Basierend auf Gesprächen und Experimenten mit Tänzer*innen, Musiker*innen und Sänger*innen schuf Daniel Muñoz mit Sequenzern, Samples, Programmierung, Rhythmen und Klängen seine eigene musikalische Welt. Seitdem entwickelt sich diese künstlerische Arbeit beständig weiter. Zuletzt schloss Artomático sich mit der Tänzerin Paula Comitre zusammen.