Flamencotänzerin mit zugeklappten Fächer. Man sieht nur den Oberkörper.

Flamenco

Die Bohème Andalusiens gilt als Wiege des Flamenco, der sich Anfang des 19. Jahrhunderts aus einem Mix afrikanischer, süd- und mittelamerikanischer Einflüsse sowie der Tanz- und Musikkultur der Sinti und Roma entwickelte. Seine DNA: der zumeist solistische Tanz, weiterhin der klagende, emotionale Gesang sowie die aus Gitarre und Perkussion bestehende Musik. Zusammenkunft, Gemeinschaft und Verbundenheit stehen auch bei dieser Kultur im Zentrum, deren Ausdruck in dem viel beschworenen „el duende“, eine Art Flow, zu Tage tritt. Bis heute tief in der Kultur Andalusiens verankert, ist der Flamenco mittlerweile ein globales Phänomen. Er folgt einem klar definierten Bewegungsvokabular, etwa das schnelle rhythmische Auftreten der Füße in eigens dafür benagelten Schuhen oder die besonderen Arm- und Hand-Choreografien.
Mit José M. Sánchez Moreno, gebürtig aus Andalusien und langjährig unterrichtender Künstler am tanzhaus nrw, findet die Vermittlung sowohl der Basics des Flamenco als auch des Spirits dieser Tanz- und Musikkultur statt. Ergänzt durch das jährliche Flamenco Festivals sowie verschiedene Gastspiele und Workshops im laufenden Programm, verbeugt sich das tanzhaus nrw vor diesem Genre mit seinem Erneuerungswillen.

Dozent*innen

Portrait von Alejandro Rodríguez

Alejandro Rodríguez

Alejandro Rodríguez, studierte Flamenco und Spanischen Tanz am Konservatorium „Luis del Río“ in Córdoba. Zu seinen Lehrer*innen zählen u.a. Manolo Marín, Javier Latorre und Eva Yerbabuena. Alejandro Rodríguez tanzt seit seiner Jugend in zahlreichen Tablaos wie dem Corral de la Morería in Madrid und dem Tablao Flamenco Los Gallos in Sevilla. Er unterrichtet weltweit Meisterklassen in Flamenco und kreiert seit 2017 seine eigenen Stücke. Im März 2019 wurde während des Festival Danza Contemporánea in Córdoba sein Stück „#7Claves“ uraufgeführt. Alejandro Rodríguez war mit seinen Arbeiten mehrfach beim Flamenco Festival des tanzhaus nrw zu Gast.

Portrait von Alfredo Lagos

Alfredo Lagos

Der Gitarrist Alfredo Lagos begann seine professionelle Karriere als Flamenco-Tanz-Begleiter schon sehr früh: Bereits im Alter von 18 Jahren tourte er mit den Tänzer*innen Sara Baras und Joaquín Grilo durch Japan. Später arbeitete er mit Manuel Santiago Maya (Manolete), Javier Barón, Carmen Cortés und Manuela Carrasco zusammen. Als Komponist schrieb er Musik für die von der Kritik gefeierten Performance „Jácara“ von Joaquín Grilo sowie für die Inszenierungen von Israel Galván. Er erhielt den Preis der Kritik Flamenco Hoy der Jahre 2002 und 2006 für seine herausragenden Leistungen als Gitarrist. Zuletzt war Alfredo Lagos an einer Kollaboration mit dem Regisseur Carlos Saura im Kontext der Arbeit am Flamenco-Film „Iberia“, an der Arbeit am Album „Morente sueña la Alhambra“ sowie an der Show „Albéniz: a propósito de Iberia“ unter der Regie von José Luis Ortiz Nuevo beteiligt.

Portrait von Antonio Molino "El Choro"

Antonio Molina „El Choro“

Antonio Molina „El Choro“ stammt aus dem andalusischen Huelva. Er lernte die Grundlagen des Flamenco von seinem Vater „El Choro“ und bildete sich bei Manolo Marín und Javier Cruz weiter und gewann den 2. Wettbewerb für jungen Flamenco-Tanz in Huelva, der von der Cristina Heeren Foundation organisiert wurde. Anschließend ging er nach Sevilla, um sein Studium bei Lehrer*innen wie Javier Latorre, Javier Barón, Israel Galván und Rafael Campallo fortzusetzen. Zudem war er Kompanie-Mitglied von Israel Galván sowie regemäßig Gasttänzer in großen Kompanien u.a. von Manuela Carrasco und Rafael Campallo. Im Rahmen des XX Festival de Jerez im Jahr 2015 brachte er seine erste eigene Produktion „Aviso: Bayles de Jitanos“ unter der Leitung von Rafael Estévez zur Uraufführung. Für diese Produktion, mit der er auch im tanzhaus nrw gastierte, gewannt er den Bar Juanito Revelation Award. Dieses Jahr präsentiert er »Mi Baile« als Deutschlandpremiere im tanzhaus nrw. Antonio Molina ist ein wichtiger Protagonist des „flamenco puro“, ganz dem traditionellen Flamenco verpflichtet.

Portrait von Belén Maya

Belén Maya

Als Tochter der Künstler*innen Carmen Mora und Mario Maya wurde Belén Maya 1966 während einer Tournee in New York geboren. Sie begann ihre Tanzausbildung im Alter von 18 Jahren in Madrid am Amor De Dios und an der Escuela del Ballet Nacional. Im Alter von 19 Jahren zog sie nach Sevilla, um als Tanzlehrerin in die Kompanie ihres Vaters einzusteigen und wurde Solistin und darauf Haupttänzerin der andalusischen Tanzkompanie. Belén Maya arbeitete als Solistin oder Gastkünstlerin in so unterschiedlichen Flamenco-Stücken wie „Lo Real“ der Compañía Israel Galván, „Frontera“ der Compañía Ramón Oller, „Los Caminos de Lorca“ von Pepa Gamboa mit Rafaela Carrasco, „Mujeres“ mit Rocío Molina und Merche Esmeralda, oder „never grow old“ des Riksteatern im schwedischen Norsborg. In ihrer eigenen Kompanie lädt sie Künstler*innen wie Olga Pericet, Juan Carlos Lérida, Jesus Mendez, David Montero oder Niño de Elche zur Zusammenarbeit ein. Regelmäßig gastiert Belén Maya mit ihren Stücken im tanzhaus nrw. Zurzeit lehrt sie außerdem an verschiedenen Universitäten in Washington, Philadelphia und Sevilla und hält Vorträge zum Thema Gender und Flamenco.

Portrait von David Lagos

David Lagos

Als David Lagos (Jerez de la Frontera, 1973) im Jahr 2014 die Lámpara Minera gewann, hatte er über 20 Jahre Erfahrung als professioneller Flamencosänger. Seine Stimme und seine künstlerische Zusammenarbeit begleiteten Israel Galván in den avantgardistischsten Flamenco-Kreationen des letzten Jahrzehnts. Sein vielseitiger Gesang war in Euskera unter den Skulpturen von Richard Serra zu hören, wobei er Lieder von Mikel Laboa aufführte, die von Sol Picó und Israel Galván und dem Gitarristen Alfredo Lago im Guggenheim-Museum getanzt wurden (2007). Zusammen mit Israel Galván hat er in Arena, La edad de oro, Fla.Co.Menund Lo Real/ Le Réel/ The Real gesungen. Sein drittes Album Hodierno erscheint 2019 und wird von der Kritik hochgelobt als Wegbereiter einer neuen Avantgarde im Flamencogesang.

Portrait von Eduardo Guerrero

Eduardo Guerrero

Eduardo Guerrero begann bereits im Alter von sechs Jahren in der Schule von Carmen und bildete sich bei Tänzer*innen wie Mario Maya, Antonio Canales oder Manolo Marín weiter. Er studierte Spanischen Tanz in Cádiz am Konservatorium für Musik und erweiterte anschließend seine Kenntnisse im zeitgenössischen und klassischen Tanz bei David Greenall und Montserrat Marín. Eduardo Guerrero arbeitete mit wichtigsten Künstler*innen der Szene zusammen, die eigens für ihn Hauptrollen in ihren Stücken entwickelten. Er tanzte in den Kompanien von Aída Gómez, Eva Yerbabuena, Rocío Molina, Amador Rojas u.v.w. sowie im Spanischen Ballett unter der Leitung von Javier Latorre. Seit 2001 kreiert Eduardo Guerrero seine eigenen Stücke, darunter „Suite Flamenca“, „Desplante“, „Faro und Guerrero“ und „Sombra Efímera“, das 2018 im Rahmen der Flamenco-Biennale in Sevilla uraufgeführt wurde. Seine zeitgenössische Ästhetik, seine raffinierte Technik, seine profunde Kenntnis des Flamencos, sein künstlerisches Talent und seine Kraft machen ihn zu einem der renommiertesten Künstler der Flamenco-Szene. Beim diesjährigen Flamenco Festival präsentiert er seine Performance „„Sombra Efímera II“ als Deutschlandpremiere.

Portrait von Fernando López

Fernando López

Fernando López machte zusätzlich zu seinem Abschluss in zeitgenössischem Tanz an der Universität Paris VIII, einen Abschluss in Flamenco-Tanz an der APDE – Cátedra de Flamencología de Jerez, einen Abschluss in kreativen Schreib- und Imaginationstechniken sowie einen Abschluss in Philosophie. Er arbeitet gegenwärtig als Doktorand und Dozent in der Tanzabteilung der Universität Paris VIII. Für seine Arbeit erhielt Fernando López zahlreiche Auszeichnungen wie den ersten Tanzforschungspreis der Academia de las Artes Escénicas de España. Für sein Schaffen als Tänzer erhielt er den Preis für den besten Tänzer der 19. Ausgabe der Tanzshow Muestra de Danza El Álamo. Zudem wurde er im Rahmen des Festival Impulstanz in Wien mit dem danceWEB Scholarship ausgezeichnet. Seit 2009 führt er seine eigene Tanzkompanie und präsentierte u.a. sein Stück „Bailar en hombre“ beim Flamenco Festival 2019 im tanzhaus nrw. Seit 2015 ist Fernando López künstlerischer Leiter der Queer Art Plattform „Desviados“.

Portrait von Jairo Barrull

Jairo Barrull

Jairo Barrull, Sohn des legendären Tänzers Ramón Barrull und verwandt mit dem Gitarristen Diego del Gastor, trat zum ersten Mal im Alter von sieben Jahren öffentlich auf dem Flamenco Festival El Gazpacho Andaluz de Morón de la Frontera auf. Er tanzte in einigen renommierten Theatern der Welt, wie Dansens Hus Stockholm und Teatro Avenida in Buenos Aires. In 2010 präsentierte Jairo Barull seine erste eigene Performance „Dos Ramas“ mit Angelita Vargas als Gastkünstlerin. Seine Produktion „Gitano“ wurde 2016 im Rahmen der 50. Ausgabe des Flamenco Festivals Gazpacho Andaluz uraufgeführt und auf dem Festival Flamenco Viene del Sur und dem Luxemburgischen Flamenco Festival Esch gezeigt. Im Rahmen des Flamenco Festival ist er in Rafael Cortés‘ Konzert „Así lo siento“ zu erleben.

Portrait von Javier Latorre

Javier Latorre

Javier Latorre, 1963 in Valencia geboren, begann seine Karriere als Tänzer beim Spanischen Nationalballett. In Córdoba studierte er Flamenco, entwickelte sich zu einem bekannteten Flameco-Choreografen und gründete das Ensemble Ziryab Danza. Nach vielfachen Tourneen, die ihn nach Asien, Südamerika und die USA führten, begann Javier Latorre seine Zusammenarbeit mit dem 80-jährigen Flamencotänzer Shoji Kojima aus Japan. Gemeinsam erarbeiteten sie die Inszenierungen „Fatum“ und „a ese chino no le canto“. Javier Latorre erhielt im Laufe seiner Karriere unzählige Preise, unter anderem den Paco Laberinto für Bulería-Choreografie. Im Rahmen des Flamenco Festivals in Jerez de la Frontera leitet Latorre bereits seit Jahren als einziger Dozent einen Choreografie-Workshop, der stets mit einer Aufführung endet.

Porträt von José Manue Sanchez

José M. Sánchez Moreno

José Manuel Sanchez Moreno stammt aus Málaga/Andalusien, kam dort schon als Kind mit Flamenco in Kontakt und lernte bei den Größen des Flamenco, darunter Enrique Burgos, Pepito Vargas und Manolete. Seit über 20 Jahren unterrichtet er am tanzhaus nrw: José Manuel ist nicht nur ein ausdrucksstarker Tänzer, sondern auch ein sehr geschätzter geduldiger und motivierender Lehrer, der es versteht, den Flamenco in all seinen Facetten zu vermitteln. Auch die Flamencogeschichte kommt hierbei nicht zu kurz und ergänzt seinen vielseitigen Unterricht. „Wichtig ist mir, den Flamenco authentisch zu unterrichten inklusive Hintergrundwissen - aber ohne den Spaß dabei zu vernachlässigen“. José Manuel ist ein Tänzer, der durch seine innovative Frische und seinen ehrlichen Tanzstil beeindruckt. Er tourte als Tänzer international, gastierte u.a. in Japan, und wirkte zudem bei Fernsehauftritten mit. Neben seiner europaweiten Tätigkeit als Dozent geht er mit seiner Compañia José Manuel innovative Wege und arbeitete als Gastchoreograf und Tänzer an der Deutschen Oper am Rhein in der Oper „Carmen“.

Potrait von Juan Paredes

Juan Paredes

Juan Paredes beeindruckt mit einer einschlägigen internationalen Karriere als Flamenco-Tänzer. Neben weiteren Tätigkeiten war er 20 Jahre lang Solotänzer in zahlreichen großen Ballett- und Flamenco-Kompanien. So tanzte er für die Tanzkompanie (CAD) der andalusischen Regierung unter der Leitung von María Pagés sowie für José Antonio und die Kompanie Mariemma, mit der er sein Debüt gab. Mit der international bekannten Cristina Hoyos bildete er ein Tanzpaar. Zusammen spielten sie die Hauptrolle bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele von Barcelona 1992. Juan Paredes besitzt ein Diplom in Choreografie und Tanztechnik. Er unterrichtet den Flamenco-Tanz weltweit, insbesondere seine berühmten „Bulerías Festeras“, die inzwischen sein Markenzeichen geworden sind.

Porträt von La Cati mit Fächer

La Cati

La Cati ist international als Flamencotänzerin, Choreografin und Dozentin sowohl für Flamenco als auch für Latin Lady Styling tätig. Sie tanzte und choreografiert für „Carmen“ an der Deutschen Oper am Rhein sowie für das Apollo Varieté u.v.m. Als motivierende und fundiert arbeitende Dozentin geschätzt, vermittelt sie die facettenreiche Komplexität des Flamenco sowie das Gefühl für die Körperarbeit im Latin Lady Styling. La Cati verbindet moderne Einflüsse mit der Tradition und überzeugt durch ihre erfrischende und sowohl eleganten als auch kraftvolle Interpretation des jeweiligen Tanzstils.

Portrait von Marco Flores

Marco Flores

Marco Flores tanzte bereits mit 18 Jahren in den Kompanien von Sara Baras und Rafaela Carrasco. Seit 2004 ist er als Regisseur und Koproduzent seiner eigenen Stücke tätig. Daneben arbeitet er mit Künstler*innen wie Manuel Liñán, Olga Pericet und Daniel Doña zusammen. 2010 startet er seine Solokarriere und gründet die Kompanie Cía. Marco Flores, die 2012 beim Festival de Jerez den Preis der Fachkritik erhielt und seitdem europaweit tourt. Daneben ist Marco Flores Preisträger des Nationalen Wettbewerbs der Flamenco-Kunst von Córdoba. Seine neuste Kreation „RAYUELA“ wird im März 2020 auf dem Festival de Jerez zur Uraufführung kommen und anschließend direkt im tanzhaus nrw zu sehen sein.

Portrait von Vanesa Aibar

Vanesa Aibar

Vanesa Aibar machte sich als Kompanie-Mitglied von Eva Yerbabuena und Blanca Li einen Namen. Bereits als junge Choreografin beeindruckte sie mit eigenen Auftritten, und tourte mit ihrer Performance „EviscerArte“ durch die USA und Kanada. Außerdem arbeitet sie regelmäßig mit Carmen Linares, der Grande Dame des Flamenco-Gesangs, zusammen. Im Jahr 2016 überzeugte sie in Manuel de Fallas „El Amor Brujo“ neben Mayte Martín mit dem niederländischen Royal Concertgebouw Orchestra in der Flamenco Biënnale Intermezzo Series. Vanesa Aibar gewann zweimal das Certamen de Coreografía de Danza Española y Flamenco, ein Wettbewerb für Flamenco und Spanischen Tanz – 2012 mit „Era Silencio“, 2015 mit „Mujer en Azul“. Im tanzhaus nrw war sie bereits 2017 zusammen mit der Cía. José Galán in dem Stück „En mis cabales“ zu sehen und präsentiert nun ihre Inszenierung „Sierpe“.