Flamencotänzerin mit zugeklappten Fächer. Man sieht nur den Oberkörper.

Flamenco

Die Bohème Andalusiens gilt als Wiege des Flamenco, der sich Anfang des 19. Jahrhunderts aus einem Mix afrikanischer, süd- und mittelamerikanischer Einflüsse sowie der Tanz- und Musikkultur der Sinti und Roma entwickelte. Seine DNA: der zumeist solistische Tanz, weiterhin der klagende, emotionale Gesang sowie die aus Gitarre und Perkussion bestehende Musik. Zusammenkunft, Gemeinschaft und Verbundenheit stehen auch bei dieser Kultur im Zentrum, deren Ausdruck in dem viel beschworenen „el duende“, eine Art Flow, zu Tage tritt. Bis heute tief in der Kultur Andalusiens verankert, ist der Flamenco mittlerweile ein globales Phänomen. Er folgt einem klar definierten Bewegungsvokabular, etwa das schnelle rhythmische Auftreten der Füße in eigens dafür benagelten Schuhen oder die besonderen Arm- und Hand-Choreografien.
Mit José M. Sánchez Moreno, gebürtig aus Andalusien und langjährig unterrichtender Künstler am tanzhaus nrw, findet die Vermittlung sowohl der Basics des Flamenco als auch des Spirits dieser Tanz- und Musikkultur statt. Ergänzt durch das jährliche Flamenco Festivals sowie verschiedene Gastspiele und Workshops im laufenden Programm, verbeugt sich das tanzhaus nrw vor diesem Genre mit seinem Erneuerungswillen.

Dozent*innen

Portrait von Eduardo Guerrero

Eduardo Guerrero

Eduardo Guerrero begann bereits im Alter von sechs Jahren in der Schule von Carmen und bildete sich bei Tänzer*innen wie Mario Maya, Antonio Canales oder Manolo Marín weiter. Er studierte Spanischen Tanz in Cádiz am Konservatorium für Musik und erweiterte anschließend seine Kenntnisse im zeitgenössischen und klassischen Tanz bei David Greenall und Montserrat Marín. Eduardo Guerrero arbeitete mit wichtigsten Künstler*innen der Szene zusammen, die eigens für ihn Hauptrollen in ihren Stücken entwickelten. Er tanzte in den Kompanien von Aída Gómez, Eva Yerbabuena, Rocío Molina, Amador Rojas u.v.w. sowie im Spanischen Ballett unter der Leitung von Javier Latorre. Seit 2001 kreiert Eduardo Guerrero seine eigenen Stücke, darunter Suite Flamenca, Desplante, Faro und Guerrero und Sombra Efímera, das 2018 im Rahmen der Flamenco-Biennale in Sevilla uraufgeführt wurde. Seine zeitgenössische Ästhetik, seine raffinierte Technik, seine profunde Kenntnis des Flamencos, sein künstlerisches Talent und seine Kraft machen ihn zu einem der renommiertesten Künstler der Flamenco-Szene. Beim diesjährigen Flamenco Festival präsentiert er seine Performance SOMBRA EFIMERA II als Deutsche Erstaufführung.

Porträt von José Manue Sanchez

José M. Sánchez Moreno

José Manuel Sanchez Moreno stammt aus Málaga/Andalusien, kam dort schon als Kind mit Flamenco in Kontakt und lernte bei den Größen des Flamenco, darunter Enrique Burgos, Pepito Vargas und Manolete. Seit über 20 Jahren unterrichtet er am tanzhaus nrw: José Manuel ist nicht nur ein ausdrucksstarker Tänzer, sondern auch ein sehr geschätzter geduldiger und motivierender Lehrer, der es versteht, den Flamenco in all seinen Facetten zu vermitteln. Auch die Flamencogeschichte kommt hierbei nicht zu kurz und ergänzt seinen vielseitigen Unterricht. „Wichtig ist mir, den Flamenco authentisch zu unterrichten inklusive Hintergrundwissen - aber ohne den Spaß dabei zu vernachlässigen“. José Manuel ist ein Tänzer, der durch seine innovative Frische und seinen ehrlichen Tanzstil beeindruckt. Er tourte als Tänzer international, gastierte u.a. in Japan, und wirkte zudem bei Fernsehauftritten mit. Neben seiner europaweiten Tätigkeit als Dozent geht er mit seiner Compañia José Manuel innovative Wege und arbeitete als Gastchoreograf und Tänzer an der Deutschen Oper am Rhein in der Oper „Carmen“.

Katerina Giannakopoulou

Katerina Giannakopoulou

Katerina Giannakopoulou ist ausgebildete Bühnentänzerin und Tanzpädagogin griechischer Herkunft. Sie wurde in Esslingen geboren und bereits im Alter von sechs Jahren lernte sie ihre erste Lehrerin Pina Bausch kennen, die sie bei ihrem Eintritt in die künstlerische Welt des Tanztheaters anleitete. Zeitgleich entdeckte sie ihre Liebe zum Flamenco und dem Film. Sie startete ihre Ausbildung zur Flamencotänzerin bei Tomás Zybura im Flamenco Zentrum Köln, gefolgt von 5 Jahren Studienaufenthalt in Spanien; u.a. bei Rafaela Carrasco, Manuel Betanzos, Matilde Coral. Als „Katerina la Greca“ vereint sie Flamenco mit Tanztheater und freiem Tanz, um Performances mit social impact zu kreieren. Seit 2010 engagiert sie sich außerdem in der integrativen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und hat mehrere Filme produziert.

Porträt von La Cati mit Fächer

La Cati

La Cati ist international als Flamencotänzerin, Choreografin und Dozentin sowohl für Flamenco als auch für Salsa und Bachata Lady Styling tätig. Sie tanzte und choreografiert für „Carmen“ an der Deutschen Oper am Rhein sowie für das Apollo Varieté u.v.m. Ihr Flamenco Ensemble "cía flamenca La Cati" ist international auf großen Bühnen, im TV und Festivals zu sehen. Als motivierende und fundiert arbeitende Dozentin geschätzt, vermittelt sie die facettenreiche Komplexität des Flamenco sowie das Gefühl für die Körperarbeit im Salsa und Bachata Lady Styling. La Cati verbindet moderne Einflüsse mit der Tradition und überzeugt durch ihre erfrischende und sowohl eleganten als auch kraftvolle Interpretation des jeweiligen Tanzstils. Sie steht innerhalb ihres Tanzes für Emotion, Weiblichkeit, Ausdruckskraft und Intensität.

 

 

 

 

Portrait von Marco Flores

Marco Flores

Marco Flores tanzte bereits mit 18 Jahren in den Kompanien von Sara Baras und Rafaela Carrasco. Seit 2004 ist er als Regisseur und Koproduzent seiner eigenen Stücke tätig. Daneben arbeitet er mit Künstler*innen wie Manuel Liñán, Olga Pericet und Daniel Doña zusammen. 2010 startet er seine Solokarriere und gründet die Kompanie Cía. Marco Flores, die 2012 beim Festival de Jerez den Preis der Fachkritik erhielt und seitdem europaweit tourt. Daneben ist Marco Flores Preisträger des Nationalen Wettbewerbs der Flamenco-Kunst von Córdoba. Seine neuste Kreation „RAYUELA“ wird im März 2020 auf dem Festival de Jerez zur Uraufführung kommen und anschließend direkt im tanzhaus nrw zu sehen sein.

María del Mar

María del Mar

María del Mar studierte Tanz und Tanzpädagogik an der Folkwang - Hochschule, heute Universität der Künste. Dort wurde sie in klassischem- und zeitgenössischem Tanz ausgebildet und lernte den Flamenco kennen und lieben. In einem mehrjährigen Aufenthalt in Spanien bildete sie sich bei den besten Lehrern (u.a. Merche Esmeralda, Manolete, Paco Fernández) weiter, trat dort in verschiedenen Formationen auf und unterrichtete in den Estudios Amor de Dios, Madrid.
Mit den Ensembles KontrasteLatino, Flamenco Art Ruhr und Flamenco-Tanztheater DanzaMar tritt sie in ganz Deutschland auf.
Sie ist Dozentin an der Folkwang Universität der Künste, leitet ihr eigenes Flamencostudio in Essen-Werden und ist 1. Vorsitzende des Flamencokunst e.V.
Durch ihre Zusammenarbeit mit der Folkwang Universität ist María eng mit dem zeitgenössischen Tanz verbunden, was sich auch in ihren Tanzproduktionen widerspiegelt.

Sara Cano

Sara Cano

Sara Cano ist eine Tänzerin und Choreografin, die eine vielseitige Ausbildung genossen hat und deren Stil vom zeitgenössischen Tanz über den spanischen Tanz und die spanische Folklore bis hin zum Flamenco reicht. Sara Cano schloss ihr Studium der Choreografie und der Interpretation des zeitgenössischen Tanzes am Konservatorium für Tanz María de Ávila in Madrid ab. Als Tänzerin hat sie ein breites Spektrum an Stilen entwickelt und unter namhaften Choreographen wie Teresa Nieto, Shlomi Bitton, Blanca Li, Carlos Chamorro Malucos Danza, Antonio Gades Foundation, Joaquín Cortés oder Ibérica de Danza gearbeitet. Seit 2014, dem Jahr, in dem ihre Solokarriere begann, leitet sie ihre eigene Kompanie. Neben der Produktion ihrer eigenen Werke hat sie auch Arbeiten für andere Kompanien wie Ibérica de Danza und Miguel Angel Rojas geschaffen. Ihre letzte Produktion Mujer de Pie (2020) wurde auf den wichtigsten Festivals Spaniens wie dem Festival de Jerez und dem Festival Madrid en Danza aufgeführt. Im Jahr 2021 begann sie die Zusammenarbeit mit der Tänzerin Vanesa Aibar für die Produktion Todas las noches, ein Stück, das im Rahmen des diesjährigen Flamenco-Festivals präsentiert werden wird.

Portrait von Vanesa Aibar

Vanesa Aibar

Vanesa Aibar machte sich als Kompanie-Mitglied von Eva Yerbabuena und Blanca Li einen Namen. Bereits als junge Choreografin beeindruckte sie mit eigenen Auftritten, und tourte mit ihrer Performance „EviscerArte“ durch die USA und Kanada. Außerdem arbeitet sie regelmäßig mit Carmen Linares, der Grande Dame des Flamenco-Gesangs, zusammen. Im Jahr 2016 überzeugte sie in Manuel de Fallas „El Amor Brujo“ neben Mayte Martín mit dem niederländischen Royal Concertgebouw Orchestra in der Flamenco Biënnale Intermezzo Series. Vanesa Aibar gewann zweimal das Certamen de Coreografía de Danza Española y Flamenco, ein Wettbewerb für Flamenco und Spanischen Tanz – 2012 mit „Era Silencio“, 2015 mit „Mujer en Azul“. Im tanzhaus nrw war sie bereits 2017 zusammen mit der Cía. José Galán in dem Stück „En mis cabales“ zu sehen und präsentiert nun ihre Inszenierung „Todas las noches“.

Sara Cano & Vanesa Aibar

Vanesa Aibar & Sara Cano