Ligia Lewis

minor matter
Kleiner Saal
Termine
08.12.2017 – 09.12.2017
Mehrere Tänzerinnen liegen auf einer rot beleuchteten Bühne.

Kann die Black Box des Theaters zum Erfahrungsraum von Blackness werden? Und wie kann eine schwarze Position innerhalb eines weißdominierten Kanons mitgedacht werden? Die Choreografin Ligia Lewis und ihre zwei Mittänzer nehmen sich in »minor matter« westeuropäische ikonische Choreografien und Bilder vor, schreiben ihre Körper in diese Sprache ein und transformieren dadurch das Ausgangsmaterial. Zu barocker Musik trifft Wrestling auf elegante höfische Posen und Maurice Béjarts »Bolero«­Ballett, ein Klassiker der Tanzgeschichte, wird in eine afroamerikanische Steppnummer überführt.
Dabei geht es Ligia Lewis aber nicht um Gegensätze. Vielmehr erreicht sie durch unendliche Überlagerungen eine neue Form von Abstraktion. Ihre Ästhetik ist nicht minimal, sondern maximal. Als Leitmotiv durchziehen Bilder des Todes das Stück, etwa wenn die Tänzer*innen mit schwarz tränenden Augen ganz in blutrotes Licht getaucht auftreten oder den Death Drop des Voguing und das Headbanging des Death Metal zitieren. Den gesamten Theaterapparat mobilisierend, erschafft sie einen pulsierenden sozialen und poetischen Raum, der uns Gemeinschaft neu denken lässt. In einer Zeit des zunehmenden Rassismus hält Ligia Lewis ein starkes Plädoyer für eine Politik der Minderheiten.
Nach ihrem Solo »Sorrow Swag«, 2015 beim ImPulsTanz Festival mit dem Prix Jardin d’Europe ausgezeichnet, ist »minor matter« der zweite Teil ihrer Trilogie »BLUE, RED, WHITE«. Sie zeigt ihre Arbeiten sowohl im Theater als auch im Museum, zuletzt in der Tate Modern in London. Ligia Lewis zählt neben Claire Cunningham und Choy Ka Fai zu den drei neuen Factory Artists am tanzhaus nrw. Soeben wurde »minor matter« mit dem renommierten Bessie Award ausgezeichnet.

Dauer: 60 Min. / anschl. Gespräch mit dem Künstler Isaiah Lopaz aus Berlin

Rahmenprogramm
Sa 09.12. 19:00 Physical Introduction
   19:30 Einführungsgespräch im Rahmen von »Academies on the move«
   

 

Konzept, Choreografie: Ligia Lewis; Performance: Jonathan Gonzalez, Ligia Lewis, Tiran Willemse; Musikalische Dramaturgie: Michal Libera; Styling: Alona Rodeh; Licht: Andreas Harder; Dramaturgie: Ariel Efraim Ashbel; Assistenz: Martha Glenn. www.ligialewis.com
 Eine Produktion von Ligia Lewis, koproduziert durch HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und den Fonds Darstellende Künste e.V. Die Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung  für Kultur und Medien sowie der Kultur­ und Kunstministerien der Länder.