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Thema

Community of Practice

Die Community of Practice ist eine Herangehensweise, welche u.a. in der Krisen- und Konfliktforschung und in der Pädagogik zum Einsatz kommt, um sich einem Problem oder einer konkreten Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven heraus lösungs- und praxisorientiert anzunähern. Eine Gruppe von Personen, die künstlerisch, produzierend, kuratierend, schreibend und filmend im Bereich Tanz, Performance und Choreografie tätig sind, haben seit 2021 in fünf Workshops diesen Ansatz auf das Feld der Kunst übertragen.

Durch den Austausch über die jeweiligen, teilweise sehr unterschiedlichen Arbeitspraxen, sind gemeinsame Wünsche und Probleme identifiziert und Fragen formuliert worden, u.a. „Wie können wir im Austausch von spezifischem Praxiswissen von- und miteinander lernen? Wie können wir Strategien entwickeln, um auf die Machtverteilung, die strukturelle Ausschlussmechanismen und die ungleiche Repräsentationspraktiken in der Kunst zu reagieren. Wie können wir diese aktiv beeinflussen?“

Am Ende dieses Prozesses steht eine gemeinsame Geste: Eine Plakatreihe mit dem Titel Körper machen Kontexte.

Die Plakatreihe greift das Format der AGBs - Allgemeine Geschäftsbedingungen - auf, welche wichtige Aspekte definieren, die die Grundlage einer jeden Zusammenarbeit bilden. In sechs Punkten sind die AGBs eine Einladung und Aufforderung innerhalb und außerhalb des Felds der Kunst über ungleiche Bedingungen und notwendige Änderungen in bestehenden und zukünftigen Kollaborationen nachzudenken.

Ana Lessing Menjibar

Ana Lessing Menjibar ist eine deutsch-spanische Performerin, Choreografin und multidisziplinäre Künstlerin aus Berlin. In ihren Performances verwebt sie Körper und Klang in Multimedia-Installationen, um poetische Welten zu konstruieren. Sie erforscht kontinuierlich eine konzeptionelle Interpretation des Flamenco und erweitert das Genre und Bewegungsvokabular, um dessen transformatives Potenzial im Kontext von Performance und zeitgenössischem Tanz zu verorten.

Barbara Lubich

Barbara Lubich ist eine italienische Filmemacherin, Soziologin und Historikerin. Sie ist Mitgründerin der Zentralwerk Kultur und Wohngenossenschaft eG und lebt in Dresden. Ihre künstlerische Forschung mündet in filmischen und performativen Arbeiten, die sie in interdisziplinären Konstellationen realisiert. www.barbara-lubich.net

caner teker

caner teker ist Überlebend*e, Unterstützer*in und Choreograf*in.

Mamady Wegat

Mamady Wegat studierte Kulturwissenschaft in Berlin. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Sound Studies, Postkolonialität und Wissenschafts- und Ideengeschichte. Er begleitet seit 2018 verschiedene künstlerische Projekte als Produktionsassistenz, zuletzt als Produktionsleiter und Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit beschäftigt er sich mit den Spuren kolonialer Wissensproduktion in historischen Tonaufnahmen.

Dr. Sandra Noeth

Dr. Sandra Noeth ist Professorin am HZT-Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin/Universität der Künste Berlin, und arbeitet international als Kuratorin und Dramaturgin in freien und institutionellen Kontexten. Sie beschäftigt sich im Schwerpunkt mit ethischen und politischen Perspektiven auf Körperpraxis und -theorie; Publikationen zum Thema: Bodies of Evidence (mit Gurur Ertem, Passagen 2018); Resilient Bodies, Residual Effects. Artistic Articulations of Borders and Collectivity from Lebanon and Palestine (transcript 2019).

Siehe:
https://www.udk-berlin.de/personen/detailansicht/person/show/sandranoet…
https://udk-berlin.academia.edu/SandraNoeth

ZOE (Marie-Zoe Buchholz)

ZOE (Marie-Zoe Buchholz) ist multimediale Performance-Künstlerin, Creative Director, Kuratorin und Coach aus Düsseldorf. In ihrer Kunst reflektiert sie über Rehabilitation und Rückaneignung, Magie und Marginalisierung, Aufarbeitung und Futurismus, wobei die Inklusion, Sichtbarkeit und das Empowerment strukturell diskriminierter Personen und deren Geschichten im Fokus stehen. Sie gehört zur ersten Generation Voguing-Performer*innen in Deutschland und war Mitglied des ersten deutschen „House“, welches die Szene hierzulande etablierte.

Community of Practice ist Teil des Festivals VOLUME UP. VOLUME UP wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.