Now & Next
Die Plattform für choreografischen Nachwuchs zeigt regelmäßig erste eigene Arbeiten, Projekte und Arbeitsstände von Künstler*innen aus Nordrhein-Westfalen. An einem Abend werden bis zu drei kurze Stücke präsentiert. Im Anschluss gibt es einen Austausch mit den Künstler*innen.
Rahmenprogramm
Sa 18.10. Talk im Anschluss
lu biondi: in sterquilinis invenitur / en la suciedad, se encontrará
Ich träumte, dass ich ein Gehäuse wachsen ließ. Dass sich die Haut auf meinem Rücken zu einer Verhärtung verkalkte und ich die Aufgabe bekam, diese Last für den Rest meines Lebens zu tragen …
Mein Umzug nach Düsseldorf Anfang 2025 war ein Akt des Überlebens – eine Flucht aus einem Ort, der mich emotional, körperlich und spirituell verhärtet hatte. Während der Sommerresidenz 2025 am tanzhaus nrw entwickelte ich eine rituelle Performance, die den Prozess von Anpassung und Transformation erforscht, wobei das Gehäuse als Sinnbild für diese fortwährenden Veränderungen dient.
lu biondi (they/them) ist ein*e in Venezuela geborene Multimedia-Performancekünstler*in. In der künstlerischen Arbeit untersucht biondi soziale Ungerechtigkeiten, Wohlbefinden und Spiel aus einer global neugierigen Perspektive. Mit einem Bachelor of Science in Gesundheitswissenschaften sowie einem Bachelor of Fine Arts in Tanz und Choreografie von der Virginia Commonwealth University verbindet lus künstlerische Praxis häufig Forschung, kollaborative Gemeinschaftsarbeit und vielfältige kreative Ausdrucksformen, um Strukturen herauszufordern und nachhaltige Zukünfte zu erfinden.
Ludmilla Schemak: The missed train
Zwischen Bahngleisen und einem Verhörraum entfaltet sich ein Spiel von Ordnung und Abweichung. Eine Figur, die nicht ins Schema passt, wird befragt, beschuldigt, beobachtet. Durch Elemente aus Schauspiel und Waacking entstehen Momente des Widerstands im starren Takt der Regeln.
Ludmilla Schemak ist eine multidisziplinäre Performerin aus Düsseldorf.
Ihre Arbeit wurzelt in Street- und Clubstilen wie Hip-Hop und Waacking, die sie mit Schauspiel für Bühne und Film verbindet. Als freiberufliche Tanzpädagogin unterrichtet sie verschiedene Altersgruppen in Kursen und Workshops in NRW und arbeitet zudem an Bühnenproduktionen, die sich mit Themen wie Selbstfindung und (Selbst)bestimmung beschäftigen. Zu ihren Projekten gehören panta rhei am Landestheater Salzburg, Women Adjacent an der International English Library in Düsseldorf sowie der preisgekrönte Kurzfilm Beyond the Trees von Fiona Leonard.
Choreografie, Performance: Ludmilla Schemak; Musik komponiert, gemischt und gemastert: Levin Weis; Text / Outside Eye: Fiona Leonard.
Nadine Kribbe: Meet me at// Jahrmarkt der Innereien (AT)
Forever tired and jumping from one to the other – wenn ich es zusammenfassen müsste.
In dieser Solo-Research begegnen sich Figuren von Arbeiter*innen aus vorigen, dem jetzigen und einem Leben, das vielleicht niemals sein wird. Sie treffen sich zwischen ihren Welten von Sichtbarkeiten und Performativitäten, in ihren Träumen und beinharten Realitäten.
Eine Hommage an Menschen, die sich für dich die Hände schmutzig machen. Oder wir uns gemeinsam?
Das Solo ist eine Weiterführung aus der Sommerresidenz 25 am Tanzhaus NRW.
Nadine Kribbe studiert Tanz am ZZT Köln und arbeitet unter anderem als freischaffende Tänzer*in und Tanzvermittler*in. Nadines künstlerisches Interesse liegt in transdisziplinärem Arbeiten an biografischen Abschnitten irgendwo zwischen Sozialarbeit und Baustellen.
Konzept & Performance: Nadine Kribbe @nakribbe; Komposition: Eftichis Vittorakis @eftichis_v; Fotos: Jonas Schlütter @jonas.schluetter; Dramaturgische Unterstützung: Juliane Wabnitz; Jumpstyle Inspiration & Tutorials: Post Neo.
Tabea Jung: Project G2 or Post Traumatic Femtasy
Ein intimes Duett verhandelt, wie weibliche Lust nach Jahrhunderten der Unterdrückung sichtbar gemacht und neu gedacht werden kann. Der Körper wird spürbar als Träger von Geschichte und als Ort des Widerstands. Stark, sinnlich, unwissend und suchend befasst sich Project G2 mit weiblicher Lust zwischen patriarchalen Einflüssen, Scham und pornografischen Narrativen.
Tabea Jung ist eine 23-jährige Choreografin und Tänzerin aus Essen, die gerade ihren Bachelor of Arts in Tanz an der Folkwang Universität der Künste abgeschlossen hat. In Zusammenarbeit mit dem Modelabel SVEASØN konzipierte und schuf sie MØLYBDØMANCY, welches fürs Konzept ausgezeichnet und auf der Berlin Fashion Week gezeigt wurde. Die Choreografie Yuni (Co-Kreation: Shauna Fischer) wurde im Rahmen des Co-Lab beim Schrittmacherfestival 2025 in Aachen gezeigt. Tabea hat außerdem als Tänzerin in Stücken von Stephanie Lake, Stephanie Thiersch, Gaia Pellegrini, Bill Holtkamp und Juan Kruz Diaz de Garaio mitgewirkt.
Merel Bastiaans ist eine 22-jährige niederländische Tänzerin, die ihre Vorausbildung an der ArtEZ University of the Arts absolvierte und anschließend ihren Bachelor an der Folkwang Universität der Künste in Essen machte. Während ihres Studiums arbeitete sie mit verschiedenen Choreografen wie Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Stephanie Lake, Stephanie Thiersch, Sasha Waltz, Jack Gallagher und vielen anderen zusammen. Nun wechselt sie in die freiberufliche Tanzszene und führte ihre eigene Choreografie Legami bei der Essenziale auf. Im April beginnt sie ein Praktikum beim Ballet d’Jèrri in Jersey, Großbritannien.
Shauna Fischer ist eine 23-jährige Tänzerin aus Essen. Derzeit absolviert sie ihr Bachelorstudium in Tanz an der Folkwang Universität der Künste. Zusammen mit Tabea schuf sie Yuni, das im Rahmen von Co-Lab beim Schrit_tmacher Festival 2025 gezeigt wurde. Shauna wirkte in Produktionen bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, im tanzhaus nrw und bei der Berlin Fashion Week als Tänzerin mit.
Choreografie, Konzept: Tabea Jung in Zusammenarbeit mit Shauna Fischer und Merel Baastians; Tanz: Shauna Fischer, Merel Baastians; Musik: Béla Baumann; Kostüm: Hannah Creak.