Uraufführung

Darko Radosavljev

Salaš – a working tale
Großer Saal
18 €, erm. ab 9 €
Termine
Der Tänzer und Choreograf Darko Radosavljev tanzt in einem schwarzen Kleid auf einem matschigen Feldweg.
Der Tänzer und Choreograf Darko Radosavljev steht barfuß auf einem Heuballen.

Das Aufwachsen in der Familie war für den Tänzer und Choreografen Darko Radosavljev geprägt durch Geschichten von Situationen und Personen, die aufgrund von Verlust oder einem Leben in räumlicher Distanz für ihn nicht physisch greifbar wurden. Obwohl die Erzählungen und Mythen seiner Familie sehr präsent waren, konnte er selbst kein Teil dieser Geschichten werden, oder eigene körperliche Erfahrungen darin machen. Mit der Arbeit Salaš – a working tale widmet er sich der intensiven künstlerischen Recherche zu den Mythen der Arbeit und Körperlichkeit, mit denen er aufwuchs, und entwickelt sie choreografisch zu einem Solo-Abend. Salaš steht im serbischen für eine Feldhütte, in der Arbeiter*innen wohnen. Darko Radosavljevs Familie väterlicherseits lebte in einer dieser Hütten, bis sie genug materielle Sicherheit aufgebaut hatten, um ins Dorf ziehen zu können. Somit steht Salaš zum einen für einen konkreten biographischen Ort seiner Familie. Zum anderen, da er selbst nie dort lebte, steht Salaš auch für eine Projektion und einen Wunsch-Ort. Die Solo-Performance lädt ein, Gedanken und Fantasien über körperliche Arbeit und Familiengemeinschaft zu entwickeln und sich immer wieder neu in diese Räume zu denken. Nicht zuletzt entsteht dadurch auch (s)eine spezifische und queere Perspektive auf körperliche Arbeit und familiäre Teilhabe. Zwischen Performer und Zuschauer*innen wird diese imaginierte und imaginäre Salaš eine geteilte Möglichkeit, Erzählungen und Handlungen neu zu denken und die Familiengeschichte (um)zuschreiben.

Darko Radosavljev (er/ihm), geboren in Serbien, arbeitet und lebt als Choreograf und Tänzer in Essen und Berlin. Er studierte Tanz und Choreographie an der Folkwang Universität der Künste in Essen und bei P.A.R.T.S. in Brüssel, sowie Kunst und Politik an der Goldsmiths University of London und London School of Economics. Er war von 2010-15 erster Tanzstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und erhielt 2018 für seine Solo-Arbeit Seascape die Einstiegsförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Seine Arbeiten wurden bei der Liverpool Biennial, Performing Arts Festival Berlin, Act! Bilbao, Tanzfabrik Berlin, Uferstudios Berlin, tanzhaus nrw und Pact Zollverein gezeigt. Radosavljev war Ensemblemitglied des Folkwang Tanzstudio von 2017-23 und arbeitete u. a. mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, Anne Teresa de Keersmaeker, Boris Charmatz, Reinhild Hoffmann, Xavier Le Roy, Susanne Linke, Nevin Aladağ und Michiel Vandevelde zusammen.

Dauer: ca. 60 Min.

Auf Deutsch, Englisch und Serbisch mit deutschen und englischen Übertiteln. Das Stück ist auch ohne Sprachkenntnisse verständlich.

Rahmenprogramm
Sa 04.05. Talk im Anschluss an die Performance

 

Künstlerische Leitung, Konzept, Choreografie, Performance: Darko Radosavljev; Dramaturgie: Thomas Schaupp; Bühnenbild: Dragan Denda; Recherche, Multimedia: Nima Séne; Lichtdesign: Jörn Nettingsmeier; Videoassistenz: Stsiapan Hurski; Produktionsleitung, Outside eye: Linda Pilar Brodhag.
Eine Produktion von Darko Radosavljev, koproduziert durch das tanzhaus nrw, gefördert von Fonds Darstellende Künste, Kulturamt Düsseldorf, Tanzfabrik Berlin und Tanz Platz Festival Novi Sad .