Eröffnungspanel

Arbeit am Unerwarteten

Künstlerische Arbeit zwischen Probe und künstlerischer Forschung
FFT Düsseldorf
Termine
5 €
Wortmarke ›we are at work‹ in weißer Schrift auf farbigen, überlappenden geometrischen Flächen

Eine Residenz kann für Künstler*innen vieles sein: ein Ort zum Arbeiten, eine Zeit der Konzentration, ein gewisses Maß an Freiheit, um sich der eigenen Kunst zu widmen. Künstler*innen reisen an andere Orte und finden dort Inspiration. Gleichzeitig repräsentieren sie anderswo ihren Herkunftsort. Hinter dieser Konzeption der Residenz steht ein bestimmtes Bild von Künstler*innen und ihrer Kunst. Dieses Bild wollen wir mit Blick auf Residenzen am Theater hinterfragen.

Wie werden die Ergebnisse der Residenzarbeit sichtbar, wenn nicht für eine Aufführung geprobt, sondern eine künstlerische Recherche betrieben wird? Wie kann die Residenz am Theater Begegnungen initiieren, die für unsere Kunstpraxis unerlässlich sind? Zur Eröffnung der zweitägigen Zusammenkunft WE ARE AT WORK diskutieren wir, wie Residenzen gestaltet sein müssen, damit Künstler*innen sie zu ihrem Ort und ihrer Zeit machen können.

 

Beim Eröffnungspanel sprechen:

Steffen Klewar (Fonds Darstellende Künste)

Stefan Hilterhaus (künstlerischer Leiter von PACT Zollverein in Essen)

Chiara Marcassa (künstlerische Co-Leiterin des Festivals IMPLANTIEREN 2022/23 und der Residenz Come-As-You-Are).

Siegmar Zacharias, transdisziplinäre Künstlerin, Aktivistin, Forscherin und Death Doula, hostet das Gespräch.

Steffen Klewar

Steffen Klewar studierte Schauspiel an der Universität der Künste Berlin, zuvor u.a. Komparatistik und Theaterwissenschaft in Bochum und Darmstadt. Er war Mitbegründer des Theaterkollektivs copy & waste, dessen künstlerischer Leiter und Regisseur er ist, sowie seit 2014 Geschäftsführer. 2018 erhielt das Kollektiv den George-Tabori-Preis des Fonds. Als freier Regisseur inszenierte Steffen Klewar darüber hinaus an Stadt- und Staatstheatern wie u.a. dem Schauspiel Leipzig, Staatstheater Darmstadt oder Theater Oberhausen, und mit copy & waste an freien (Produktions-)Häusern wie dem HAU Berlin, Ballhaus Ost, Ringlokschuppen Ruhr sowie in „Nicht-Theater-Räumen“ wie Clubs, Plattenbauten, Weinbergen und Wohnzimmern. Seine Produktionen wurden im gesamten deutschsprachigen Raum als Gastspiele und auf Festivals gezeigt. Er ist zudem Sprecher u.a. für Hörbücher und Beiträge in Funk und Fernsehen, moderiert Festivaleröffnungen, Preisverleihungen und Panels und arbeitet regelmäßig an der Hochschule für Musik und Theater Rostock als Dozent für Schauspiel.

Stefan Hilterhaus

Stefan Hilterhaus, geboren in Essen, Studium der Romanistik und Geschichte, Ausbildung zum Bootsbauer, Diplom in Modernem und Klassischem Tanz. Neben Gastengagements u. a. beim Tanztheater Wuppertal unter der Leitung von Pina Bausch schuf er Choreografien für Schauspiel und Opernproduktionen u. a. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, an der Deutschen Oper in Düsseldorf und am Theater Neumarkt in Zürich. Desweiteren arbeitete Hilterhaus in Kooperation mit Architekten, Komponisten und bildenden Künstlern, ist Lehrbeauftragter an der Folkwang Hochschule Essen und gibt internationale Workshops mit Jean Cébron. Stefan Hilterhaus leitete ab 1998 die Tanzlandschaft Ruhr, ein das gesamte Ruhrgebiet umfassendes Kunstprojekt, aus dem 2002 der PACT Zollverein mit hervorging, dessen Leiter er seitdem ist.

Chiara Marcassa

Chiara Marcassa ist Autorin, Dramaturgin und Kostümbildnerin aus Treviso, Italien. 2024 veröffentlicht windpark books ihr Buch Stressed/Desserts, das mit einer performativen Lesung im Roten Salon der Volksbühne Berlin und auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde. Das Projekt wurde gemeinsam mit Olga Hohmann realisiert und thematisiert „Wege, Weisen und Wehen der weiblichen* Arbeit“ in einer Novelle. 2022-2023 war sie künstlerische Ko-Leiterin und Kuratorin des IMPLANTIEREN Festivals. Zudem arbeitete Marcassa seit 2014 als freischaffende Dramaturgin, Performerin und Kostümbildnerin bei verschiedenen internationalen Produktionen, unter anderem am Künstler*innenhaus Mousonturm und Produktionshaus NAXOS in Frankfurt am Main, sowie für die Künstler Tino Sehgal, Jerôme Bel, und die Kollektive Dritte Degeneration Ost und Frankfurter Hauptschule. Sie arbeitet und träumt in vier Sprachen (Deutsch, Italienisch, Englisch und Russisch) und lebt in Offenbach am Main.

Siegmar Zacharias

Siegmar Zacharias (host) ist eine transdisziplinäre Künstlerin, Aktivistin, Forscherin und death doula. Sie lernt alte Pflanzenmedizin. Sie entwickelt queer-feministische kollektive Praktiken der Transformation als Training für unbekannte Zukünfte in Kunst, radikaler Pädagogik und sozialer Gerechtigkeit. Siegmar kollaborierte mit unkontrollierbaren Materialien wie Rauch, Schleim sowie dem menschlichen Nervensystem. Sie erforscht Klang als materielle Kraft der Vibration, die Menschen und mehr als menschliches Dasein verbindet. Während der Pandemie entstand die Serie von online Listening Sessions WAVES – Listening Towards Social Bodies als kollektive Trauerarbeit und Ermöglichung von Berührung.

Unter dem Titel Training for Political Imaginaries organisiert sie Lern- und Austauschplattformen mit intersektionalen Künstler*innen, Aktivist*innen und Vordenker*innen. Weitere Arbeiten sind: Drooling Lecture Series, Slime Dynamics, The Cloud: a cosmo-choreography made by animals, vegetables, minerals, humans, concepts and emotions., Invasive Hospitality. 2018 erhielt sie ein TECHNE scholarship for excellency and innovative research, um ihrem künstlerischen Promotionsvorhaben Practicing Futures While Grieving nachzugehen. Sie lehrt an mehreren Universitäten im In- und Ausland. Siegmar Zacharias ist in Rumänien geboren und lebt in Berlin.

Wortmarke ›we are at work‹ in weißer Schrift auf farbigen, überlappenden geometrischen Flächen
Reihe

We are at Work

06.—07.02.2026