Artistic and Activist Counterpublics in Light of the Neo-Authoritarian Shift
In Kooperation mit der Juniorprofessur „Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Transnationales Theater“ an der Ruhr-Universität Bochum
Neo-autoritäre Tendenzen, die heute weltweit Demokratien bedrohen, nehmen je nach Kultur und Regierungsform, in denen sie sich entwickeln, unterschiedliche Formen an. Neben Entscheidungen der Staatsmacht wie der Verschärfung der Migrationspolitik, Angriffen auf die Justiz und die Gewaltenteilung, die Presse- und Wissenschaftsfreiheit erleben wir auch eine Brutalisierung der sozialen Beziehungen, die sich in antifeministischen Gegenreaktionen und Queer- und Transphobie, der Zunahme rassistischer und antisemitischer Angriffe und der immer stärkeren Präsenz identitärer rechtsextremer Gruppen im öffentlichen Raum – sowie ihrer digitalen Gewalt – manifestiert.
Diese Brutalisierung gefährdet nicht nur eindeutig das demokratische Leben selbst, sondern zwingt auch dazu, die Räume und Praktiken des Protests und der Opposition, des Widerstands und der Solidarität sowie ihre politische Performativität neu zu überdenken. Daher zielt dieser Workshop darauf ab, die neuen Herausforderungen zu diskutieren, denen sich zeitgenössische Gegenöffentlichkeiten und Gegen-Communities in verschiedenen Regionen der Welt gegenübersehen, sowie die Praktiken des Widerstands, die sie gegen neo-autoritäre Politik ermöglichen.
Wie entstehen diese Praktiken des Versammelns, Protestierens und Gemeinsamen trotz ihrer anhaltenden Unterdrückung, und wie widersetzen sie sich nicht nur der Staatsmacht, sondern versuchen auch, anderen Formen wirtschaftlicher, politischer, sozialer und kultureller Herrschaft zu entkommen? Wie nutzen Künstler*innen und Aktivist*innen digitale, Straßen- und Gemeinschaftsräume, um ihre Forderungen zu äußern, Allianzen zu schmieden und alternative Räume der Zusammengehörigkeit zu schaffen?
Mit Daphna Ben-Shaul (Tel Aviv University), Azadeh Ganjeh (HKS Ottersberg), Oliver Marchart (Universität Wien), Olga Shparaga (Fernuniversität Hagen), Livia de Souza Lima (Universität Bielefeld).Der Workshop wird in Englisch gehalten.
In Englischer Sprache.
Der Workshop ist öffentlich. Interessierte Gäst*innen sind herzlich willkommen – bitte per E-Mail anmelden unter dramaturgies-afterlife@rub.de.
Hier findet sich das Book of Abstracts zum Workshop in Englischer Sprache.
Der Workshop endet um 17:30. Im Anschluss an den Workshop findet um 20:00 die Performance Dirty Laundry. The Trashopera von Nicoleta Esinencu & teatru-spălătorie im FFT statt.
Organisation: Louise Décaillet, Katharina Frölich, Leon Gabriel, Amelie Thomae.
Book of Abstracts sowie detailliertes Festivalprogramm in Englischer Sprache