Uraufführung

Céline Bellut

A performance is a long quiet river
Großer Saal
22 €, erm. ab 8,50 €
Termine
Schwarze Platten in Dreiecksform auf einer weißen Bühne.

Welche Körper gelten in unserer Gesellschaft als aktiv und tatkräftig? Wer wird als passiv und schwach wahrgenommen? Der Philosoph Jean-Paul Sartre ging davon aus, dass sich der einzelne Mensch erst durch seine Handlungen definiert und prägte damit im gesellschaftlichen Bewusstsein auch eine vermeintlich klare Unterscheidung zwischen Aktivität und Passivität. In A performance is a long quiet river fragt Céline Bellut danach, ob diese Unterscheidung noch zeitgemäß ist und kritisiert die privilegierte Perspektive, aus der heraus sie entstand.

Unsere Gesellschaft, ihre Architektur und Infrastruktur bietet nicht allen Körpern die gleichen Zugänge frei zu handeln, sich selbstständig zu bewegen oder unser Zusammenleben mitzugestalten. Diese strukturellen Bedingungen für das, was als aktives Handeln verstanden wird, stellt Céline Bellut zusammen mit einem Team von zwei Tänzer*innen, zwei bildenden Künstler*innen und einem Musikkomponisten in einer Inszenierung zwischen bildender Kunst und Bühnenaufführung infrage. Die Tanz- und Bewegungssprache der Tänzer*innen erforscht das performative Potenzial von Langeweile, Bewegungsstagnation und unproduktiven Handlungen, indem sie sich mit unterschiedlichen Konzepten von Passivität auseinandersetzt und ihre körperlichen Ergebnisse in Tanz, absurde Handlungen und gemeinsames Denken in Bewegung überführt. So erforscht A performance is a long quiet river am Ende auch unsere existenzielle Angst vor Passivität sowie die inneren Kämpfe, aktiv sein zu wollen – auch in einer Umgebung, in der es nicht unbedingt nötig ist, wie in einer Aufführung. Denn nichts zu tun ist zumeist der beste Weg, um etwas zu beginnen.

Die Kölner Choreografin Céline Bellut war zuletzt 2019 im Double Bill für erste Produktionen am tanzhaus nrw mit ihrer Arbeit HOLD ON zu sehen, in der sie sich weiblichen* sexuellen Fantasien zuwendete. Céline Bellut ist Absolventin der Folkwang Universität der Künste und findet ihre choreografische Sprache zwischen Tanz, visuellen Künsten und philosophischer Praxis.

Dauer: 80 Min. / in engl. Sprache
Hinweis: Einsatz lauter Musik

Begleitprogramm
Sa 19:00 Physical Introduction

Choreografie: Céline Bellut; Performance: Nejma Larichi, Jana Zöll; Komposition, Dramaturgie: Jakob Lorenz; Choreografische Assistenz: Jordan Gigout; Bühnenbild Design: Céline Bellut, Philipp Dreber, Saskia Holte; Bühnenbild Aufbau: Philipp Dreber; Kostüme: Saskia Holte; Lichtdesign; Markus Becker; Produktionsleitung: Caroline Skibinski.
Eine Koproduktion von tanzhaus nrw. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, gefördert durch Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und durch die Stadt Köln. Dieses Projekt wurde realisiert mit Unterstützung des FREIRAUMs, kollaborativer Konzeptions- und Arbeitsort für die Künste, und durch das Residenzprogramm Tanzatelier 0.10 in Quartier am Hafen.