Junges Tanzhaus · Reihe Melancholie & Muskeln

Sebastian Matthias

xoxo
Studio 6
€ 12 / erm. ab € 8,50 (inkl. VRR)
Termine
Gesicht liegt auf fremder Hand auf, die mit "xoxo" beschrieben ist

Der Berliner Choreograf Sebastian Matthias, ehemals Factory Artist am tanzhaus nrw, präsentiert sein erstes Stück für Jugendliche und spricht gleich am Anfang ein heikles Thema an: Sex. In „xoxo“ – das im Chat für „Hugs and Kisses“ steht – stellt er gemeinsam mit seinem Publikum Fragen nach Intimität und Begehren: Wie fühlt es sich an, wenn mir jemand so nah kommt, dass ich den Atem spüren kann? Soll ich bleiben oder gehen? Was bedeutet es, jemandem nahe zu sein? Unsicherheit, Aufregung und Zweifel stehen manchmal dem Wunsch entgegen, andere Körper zu erkunden. Drei Tänzer*innen und ein Musiker schaffen mit dem Publikum Körper-Räume, in denen Menschen miteinander kommunizieren, zueinanderfinden und dabei Berührungen, individuelle Schutzräume und unterschiedliche Formen von Intimität entdecken.
Jugendliche sind heute u.a. bei Social Media schon sehr früh mit großen Mengen an Bild- und Filmmaterial mit nackten Körpern und sexuell expliziten Inhalten konfrontiert. Erfahrungsräume für Körperwissen und physische Kommunikation gibt es aber so gut wie nicht. Wissensvermittlung über den eigenen Körper wird somit häufig den Massenmedien überlassen. Die Tänzer*innen von „xoxo“ greifen auf ihr Körperwissen zurück, um einen Raum für den hochsensiblen Themenkomplex der intimen Interaktion zu öffnen: So kreist das Stück um Themen wie Machtverhältnisse, Unsicherheit und Angst, Selbstvertrauen, Schmerz, Konsens, Grenzen und Genuss. Fernab von sexualisierten Bildern im Internet befragt „xoxo“, was es heißt, einen anderen Körper zu begehren und ermutigt dazu, selbstbestimmt Gefühle auszutauschen. Nachdem das Stück auf Kampnagel in Hamburg im November 2019 Premiere feierte, ist es nun im tanzhaus nrw zu sehen.

Dauer: 50 Min.

Begleitprogramm
Fr 31.01. 18:00 mit Audiodeskription in deutscher Sprache

 

Konzept, Choreografie: Sebastian Matthias; Ko-Choreografie, Performance: Rachell Bo Clark, Maciek Sado, Enis Turan; Musik: Hang Linton; Text: Mila Pavicevic mit Rachell Bo Clark, Hang Linton, Sebastian Matthias, Maciek Sado, Enis Turan; Dramaturgie: Mila Pavicevic; Bühne, Kostüme: Johanna Mårtensson; Licht: Oliver Goldberg; Produktionsmanagement: Mira Moschallski Norman.
Eine Produktion von explore dance – Netzwerk Tanz für junges Publikum, ein Kooperationsprojekt von fabrik moves Potsdam, Fokus Tanz / Tanz und Schule e.V. München und K3 | Tanzplan Hamburg. Koproduziert durch Riksteatern Schweden und in Kooperation mit dem tanzhaus nrw im Rahmen von Take-off: Junger Tanz, gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Weiterhin gefördert durch TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sowie die Landeshauptstadt Potsdam und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.