Tanzende Frauen

Brasilianische Tanzstile

Samba ist eine Tanz- und Musikkultur aus Brasilien, die durch afrikanische Einflüsse geprägt ist. Historisch eng mit Sklaverei, Okkupation und Migration verbunden, bewegt sich Samba heute zwischen den Extremen: Praktiziert in vielen regionalen Ausformungen in Brasilien, hat eine Popularisierung durch den Karneval in Rio stattgefunden, und die Aufnahme als Turniertanz in das Welttanzprogramm in den 1960er Jahren ist ebenso Teil der Historie.
Typische Stilelemente des Samba-Tanzes sind u.a. die Isolation einzelner Köperteile, vor allem aber des Beckens, sowie das Element der Polyzentrik. Damit ist die Gleichzeitigkeit verschiedener Isolationen einzelner Körperteile gemeint. Samba, solo in der Gruppe (wie im tanzhaus nrw) oder als Paar getanzt, hat Sogwirkung und ist Lebensfreude pur, genauso wie eine andere brasilianische Kulturtechnik: Capoeira. Capoeira ist ein Kampftanz, dessen Ursprünge ebenfalls in der Kolonialzeit in Brasilien verortet sind. Zentrale Elemente sind der Kampf, die Musik und die „Roda“ (portugiesisch für „Kreis“), praktiziert durch mündlich überlieferte Regeln und Rituale.

Dozent*innen

Portraitfoto: Carlinhos Batá

Carlinhos Batá

Carlinhos Batá, gebürtig aus São Paulo, begann seine tänzerische Laufbahn bei der Company Batá Koto. Seit 1999 lebt und arbeitet er als Künstler in Europa und brachte gemeinsam mit Marcelo Nascimento und Sergio Saira das viel beschworene brasilianische Lebensgefühl und damit den Samba-Boom nach Düsseldorf. Er schloss 2009 seine Ausbildung zum Tanzpädagogen im Deutschen Institut für Tanzpädagogik (DIT) ab und legte ergänzend ein Studium der Tanzkultur V.I.E.W. (Vermittlung, Inszenierung, Evaluierung und Wissen) an der Sporthochschule Köln nach. Seitdem ist er konzeptionell sowie in der Umsetzung bei einer Vielzahl von Projekten an Schulen und Kultureinrichtungen mit Schwerpunkt Inklusion beteiligt. Carlinhos gilt als gefragter Dozent, dessen Unterricht von einer großen Hingabe zum Tanz und zur Musik Brasiliens gekennzeichnet ist.

Ein leeres tanzhaus Studio

Regina Rodrigues

Regina Rodrigues kam mit Mitte zwanzig zum Studium nach Düsseldorf – und damit begann auch ihre besondere Verbindung zu Brasilien. Über die Capoeira entdeckte sie die brasilianische Kultur, Musik und Lebensart. Zehn Jahre später verliebte sie sich in den Forró. Sie lernte bei Rudolfo Batista in Köln sowie auf zahlreichen Festivals in ganz Europa. Reisen nach Brasilien vertieften ihr Verständnis der portugiesischen Sprache und der Vielfalt brasilianischer Rhythmen und Tanztraditionen. Von 2013 bis 2018 unterrichtete Regina Forró in Düsseldorf und engagierte sich darüber hinaus für den Aufbau und die Förderung der lokalen Forró-Szene. Sie organisierte Tanzveranstaltungen und kulturelle Events, die Menschen durch Musik und Tanz zusammenbrachten. Regina vermittelt nicht nur Tanzschritte, sondern vor allem die Freude, Verbundenheit und Lebensenergie, die den Forró ausmachen.