I Das Bündnis internationaler Produktionshäuser 2016 – 2018: zusammen stärker

Das Bündnis internationaler Produktionshäuser ist ein Zusammenschluss von sieben Institutionen der zeitgenössischen performativen Künste, die zu den bedeutendsten in Deutschland zählen. FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer (Berlin), HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste (Dresden), Kampnagel (Hamburg), Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt am Main), PACT Zollverein (Essen) und tanzhaus nrw (Düsseldorf) bündeln damit ihre Fähigkeiten und Erfahrungen als zentrale kultur- und gesellschaftspolitische Akteure, die internationale Perspektiven mit Künstler*innen vor Ort, lokalen Zuschauer*innengruppen und diversen Stadtgesellschaften in einen kontinuierlichen, offenen und vielfältigen Austausch bringen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert das Bündnis internationaler Produktionshäuser seit der Spielzeit 2016/17 für drei Jahre mit insgesamt 12 Mio Euro.
Diese Förderung ermöglicht es den Produktionshäusern, über ihre bisherigen Programme und Praktiken hinaus besondere und teilweise mehrjährige künstlerische Vorhaben gemeinsam und an ihren jeweiligen Standorten zu realisieren. Diese befassen sich mit dem ökonomischen, sozialen, kulturellen und ökologischen Wandel der Städte und der Welt im 21. Jahrhundert, erforschen spielerisch die Zukunft von Gesellschaft, Theater, Tanz und Kunst und erproben beispielhaft Szenarien des Zusammenlebens. Darüber hinaus verbinden die Häuser ihre Kompetenzen bei der Weiterentwicklung avancierter Produktionsweisen im Bereich der performativen Kunst sowie ihre weitreichenden lokalen und internationalen Netzwerke enger als bisher miteinander.
Bewährte Praktiken wie z.B. die Ermöglichung von Künstler*innenresidenzen, Auftragsarbeiten, Koproduktionen und ortsspezifischen Projektentwicklungen sowie die Stärkung, Vermittlung und überregionale wie internationale Sichtbarmachung künstlerischer Positionen und lokaler Kontexte können in diesem dezentralen Modell von Zusammenarbeit zukunftsweisend weiterentwickelt und erweitert werden. So hat das Bündnis u.a. eine Akademie für freie Produzent*innen eingerichtet und engagiert sich damit maßgeblich in einem immer wichtiger werdenden Berufsfeld.
Das aktuelle Gemeinschaftsprojekt „Claiming Common Spaces – Kunst und urbane Praxis“ widmete sich häuserübergreifend den Fragestellungen und Herausforderungen der zunehmend vielschichtigen, konfliktreichen und disparaten Stadtgesellschaften. Im Laufe der Saison 2017/18 untersuchten Künstler*innen aus dem In- und Ausland in sechs Städten die Rolle der Kunst im gesellschaftlichen Wandel unserer lokalen wie globalen Stadtgesellschaften und fragen nach ihrem Potenzial zu Differenzierung und Artikulation verschiedenster Denk-, Lebens- und Zukunftsentwürfe.

Vom 21. bis 23.06.2018 versammelten sich im Rahmen von Claiming Common Spaces – Kunst und urbane Praxis im HAU – Hebbel am Ufer Berlin Künstler*innen, Stadtforscher*innen und Aktivist*innen, um der globalen Stadtgesellschaft den Puls zu fühlen. Das Programm findet sich HIER


Ansprechpartner: Fabian Langer

+++Gute NEUIGKEITEN+++ Bund setzt mit 12 Mill Euro die Förderung des Bündnisses internationaler Produktionshäuser bis zum Jahr 2021 fort. Details siehe untenstehende Pressemeldung als PDF.

FFT Düsseldorf / HAU Hebbel am Ufer Berlin / HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste Dresden / Kampnagel Hamburg / Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/Main / PACT Zollverein Essen / tanzhaus nrw Düsseldorf


Das Bündnis internationaler Produktionshäuser wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. www.produktionshaeuser.de


Katja Illner INVENTUR 2017: Panel 1 Globalism/Postcolonialism mit/with Jay Pather, Nora Chiapaumire (auf dem Bild/on the picture) und/and Opiyo Okach

II Das europäische Tanzhäuser-Netzwerk 2017 – 2020: interkontinentale Perspektiven auf den zeitgenössischen Tanz

Das European Dancehouse Network (EDN) gründete sich im Jahr 2009 und wird seit 2014 durch die Europäische Union gefördert. Mehr als 30 Tanzhäuser aus Europa, darunter das tanzhaus nrw, Mercat de les Flors Barcelona (Leading Partner), Tanzquartier Wien und Maison de la Danse Lyon, haben sich zusammen getan, um nachhaltig Strukturen für die Zukunftsfähigkeit im Tanz zu schaffen und die Relevanz der Sparte Tanz in all ihren Spielarten im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen zu vermitteln. Das EDN-Netzwerk kreiert eine Vielzahl von Projekten mit dem Anliegen, Debatten über relevante Themen im Tanz, aber vor allem im Hinblick auf die Idee und Identität der Institution Tanzhaus zu vertiefen. 
Eines der großen Projekte war modul-dance, geleitet durch Mercat de les Flors Barcelona und gefördert durch die Europäische Union, das zwischen 2010 und 2014 eine Auswahl an Choreograf*innen unterstützt hat. Ein anderes Projekt war LÉIM, geleitet durch Dance Ireland gemeinsam mit dem tanzhaus nrw, CSC Dance House, Bassano del Grappa, Mercat de les Flors Barcelona und Dance House Lemesos.
Zuletzt hat das tanzhaus nrw mit dem Künstler*innen-Kongress INVENTUR 2017 gemeinsam mit EDN Fragen etwa nach gesellschaftlicher Relevanz aus der Perspektive der Kunstform Tanz, nach der Aufgabe von Kulturinstitutionen im 21. Jahrhundert oder nach Strategien der Selbstermächtigung der Sparte gestellt.

Hier geht's zu Bewegtbildern von INVENTUR.


Kontakt im tanzhaus nrw: Philipp Schaus (pschaus@tanzhaus-nrw.de) und Ines Disselbrede (in Elternzeit)

www.edn-network.eu

Das European Dancehouse Network (EDN) 2017 – 2020 wird gefördert durch das Programm Creative Europe der Europäischen Kommission.


Katja Illner Eric Minh Cuong Castaing SCHOOL OF MOON

III Take-off: Junger Tanz: vom Recht auf Tanz für alle

Take-off: Junger Tanz, bis 2010 eines von neun Tanzplan-Deutschland-Projekten, führt Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 18 Jahren an die Ästhetik und Technik der zeitgenössischen Tanzkunst heran. Seit 2006 arbeitet eine Vielzahl an Düsseldorfer Partnern aus Kultur, Pädagogik, Wissenschaft und Politik unter der Federführung des tanzhaus nrw an neuen und nachhaltigen Strukturen für junge Tanzkunst. Als Kompetenznetzwerk verankert Take-off: Junger Tanz die Sparte Tanz im Theater, in Schulen und Jugendzentren. So entstehen regelmäßig Tanzkunstproduktionen für Kinder und Jugendliche. Die Tanzvermittlung als Bestandteil des Unterrichts in Düsseldorfer Schulen wurde erfolgreich gestartet, sowie die Einbeziehung junger Menschen in die künstlerische Arbeit vorangetrieben. Darüber hinaus wurde die Weiterbildung von Choreograf*innen, Tanzpädagog*innen, Lehrer*innen und Erzieher*innen zur qualifizierten Vermittlung von Tanzkunst initiiert. Das Projekt wurde durch eine wissenschaftliche Evaluierung bis 2010 durch die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf begleitet.
Auch nach Ende von Tanzplan Deutschland über 2010 hinaus konnte das tanzhaus nrw die Fortführung des Projekts mit Unterstützung der Stadt Düsseldorf und des Landes NRW sichern. Gemeinsam mit dem FFT Düsseldorf, der Tonhalle sowie zehn Düsseldorfer Partnerschulen setzt das tanzhaus nrw seither Akzente mit Residenzprogrammen und Inklusionsprojekten, einem jährlichen häuserübergreifenden Festival sowie anderen Aktivitäten, die Choreograf*innen sowohl aus der Region als auch europaweit bei der Entwicklung von Stücken für ein junges Publikum unterstützen.
 
Projektleitung: Mijke Harmsen, tanzhaus nrw

www.take-off-junger-tanz.de

Take-off: Junger Tanz wird gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Take-off: Junger Tanz ist eine Kooperation Düsseldorfer Kultur-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen unter der Gesamtleitung des tanzhaus nrw.


Illustration Brandon Tay UNBEARABLE DARKNESS_Choy Ka Fai

IV Motion Capturing Creative Area (MOCCA) — Ein Netzwerk für transdisziplinäre Kooperation im Bereich Bewegungsanalyse, Technologie, Tanz und Virtual/Mixed Reality

Durch neuartige Sensorik sind innovative Technikschnittstellen entstanden, die von immer größeren Personenkreisen genutzt werden können. Diese „Demokratisierung von Technologie“ erlaubt die Interaktion mit dem ganzen Körper und gewinnt in immer mehr Lebensräumen an Bedeutung. Mit dieser breiten Verfügbarkeit stehen Anwendungsfelder aus Kunst, Kultur, Technik und Wissenschaft vor der Herausforderung, diese Technologien nutzbringend und innovativ in kreativen Projektvorhaben einzusetzen. Kreativität bedeutet  oft die Transformation zwischen disjunkten Kontexten.
Daher ist der Blick über den Tellerrand der eigenen Fachlichkeit ein entscheidender Faktor der Innovationsfähigkeit einer kulturellen oder wirtschaftlichen Organisation. Die Entwicklung nachhaltiger kreativer Lösungen ist durch transdisziplinäre Kooperation der Partner*innen auf Augenhöhe und innerhalb einer gemeinsamen Struktur möglich, die bidirektionale Interventionen im kreativen Prozess unterstützt. Dabei spielt der kontinuierliche Austausch zwischen Kunst und Kultur, Technik und Wissenschaft eine besonders wichtige Rolle. MOCCA ist unser Lösungsansatz, um transdisziplinäre Projekte rund um das Thema bewegungsbasierte Nutzer*innen-Schnittstellen in den Anwendungsfeldern Tanzkunst, Medizintechnik, Filmproduktion und Mensch-Technik-Interaktion nachhaltig zu etablieren.
Die bislang einmalige Kooperation von Partner*innen aus Forschung (Hochschule Düsseldorf), Medien-Kreativwirtschaft (LAVAlabs), Medizintechnologie (Velamed) und Tanz-Kunst (tanzhaus nrw) zielt auf  innovative Vernetzung der verschiedenen Ansätze, um für alle Partner*innen Swap-Over-Effekte zu erreichen, die das eigene Spektrum erweitern. Dazu stehen neueste Technologien wie Motion Capturing oder Bio-Sensorik zur Verfügung, die u.a. für Experimente im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion, Gesundheit und Mediendesign genutzt werden. Sichtbar werden die Aktivitäten dieses auf drei Jahre (2016 — 2019) angelegten Projektes zum Beispiel bei Mixed-Reality-Aufführungen oder interaktiven Tanz-Installationen u.a. im tanzhaus nrw oder auf Messen und Konferenzen rund um das Thema Digitalität.

Kontakt im tanzhaus nrw: Franziska Hauser

https://mirevi.medien.fh-duesseldorf.de/wp/mocca


Gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2004 — 2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“.

Stand 03_2018

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