Geumhyung Jeong

„7ways“

Hi Robot – Das Mensch Maschine Festival

Fr 29.03. 21:30 + Sa 30.03. 18:00 HI, ROBOT!

Sieben skurrile Anordnungen finden hier statt: Geumhyung Jeong mal mit Masken, mal mit Schaufensterpuppen, Koffern, mit einem Staubsauger, noch einem Staubsauger oder einem Schiff. Die südkoreanische Choreografin, Tänzerin und Performerin verbündet sich mit Alltagsgegenständen und lässt daraus neue Körper entstehen. Gegenstände verwandeln sich hier in Figuren und bewegen den Körper von Geumhyung Jeong, denn sie führen ein beunruhigendes Eigenleben. Eigentümlich animiert, entfachen die einzelnen Duette – präzise, clean und schlicht in Szene gesetzt – einen Strom an Assoziationen zwischen Zärtlichkeit, Bedrohung und Übergriff. Darüber schweben Obsession und Lust. Und Geumhyung Jeong hat das Geschehen stets in der Hand.
Genauso wie Gefühltes auf die Dinge überspringt, tränken die Handlungen alle Beziehungen mit Leere, und trotz Witz mit einem unbestimmten Unwohlsein. Irgendwo zwischen Puppenspiel, Fetischismus oder schlicht der Zusammenkunft von Mensch und Objekt verortet, greifen die Duette indirekt Fragen nach einer Maschinenethik auf, die dort relevant wird, wo Maschinen autonom handeln: Können sie auch Verantwortung tragen oder als juristische Person zur Rechenschaft gezogen werden? Oder: Wer bringt wen hervor, Menschen die Maschinen, oder Maschinen die Lebensweisen, die sie ermöglichen und weitreichend prägen?
Die installativen Arbeiten der südkoreanischen Choreografin, Tänzerin, Schauspielerin und Animationsfilmerin wurden u.a. im Atelier Hermès in Seoul und der New Museum Trianniel in New York ausgestellt. „7ways“ war 2015 etwa bei „Tanz im August“ in Berlin zu sehen und nach einer Residenz in der Delfina Foundation in London 2017 in The Tanks der Tate Modern.

Dauer: 75 Min. 

Alex Wojcik

Konzept, Performance: Geumhyung Jeong. Foto: Alex Wojcik. HI, ROBOT! ist ein Themenfestival über die Zukunft des menschlichen Körpers, initiiert durch das tanzhaus nrw und in Kooperation mit NRW-Forum Düsseldorf und Black Box / Kino im Filmmuseum Düsseldorf, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Medienpartner: Monopol.

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