Eric Minh Cuong Castaing

„Phoenix“ Dt. Erstaufführung

Reihe Response-ability

Fr 26.10. 20:00 + Sa 27.10. 20:00

Drohnen als „The Eye of God“, von dem Philosophen Grégoire Chamayou so benannt, kreisen vielerorts über uns. Der französische Choreograf Eric Minh Cuong Castaing verhandelt „das Auge Gottes“ – sowohl als Spielzeug als auch als Kriegsmaschine im Einsatz – in seiner jüngsten Arbeit „Phoenix“.
Einem laut summenden Luft-Ballett gleich, entsteht im ersten Teil der Kreation eine Choreografie zwischen Drohnen und drei Tänzer*innen, die Fragen nach der Auswirkung der autonom scheinenden Objekte auf den menschlichen Körper stellt. Der zweite Teil nutzt Webcam und Video: Live aus seinem Appartement in Gaza erzählt uns der in einem palästinensischen Flüchtlingscamp aufgewachsene Dabke-Tänzer Mumen Khalifa – einem fiktiven Interview gleich – über seine Erfahrung mit den überwachenden Drohnen aus Israel. Der Drang nach Freiheit hingegen steht im Zentrum des Videos der B-Boy-Gruppe Myus GB Crew vor dem Hintergrund eines bombardierten Gebäudes ebenfalls in Gaza.
Gemeinsam mit seiner Kompanie Shonen setzt sich Eric Minh Cuong Castaing, zurzeit assoziierter Künstler am Ballet National Marseille, seit Jahren mit der Verbindung von Tanz, Technologie und ethischen Fragestellungen auseinander. Von Haus aus bildender Künstler, steht der „revoltierende Körper“, wie er selber sagt, im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens und insbesondere die Erweiterung von Körperlichkeit durch Technik. 2016 beeindruckte er bereits mit „School of moon“ im tanzhaus nrw. „Phoenix“ feierte im Juni seine Uraufführung in Marseille.

„Phoenix verstört durch seine Aufteilung in zwei Universen (…), zwei Welten, die sich nicht anzunähern scheinen.“ Thomas Hahn für die Online-Plattform „Danser“

Dauer: 60 Min. / In englischer und arabischer Sprache / Fr anschl. Gespräch / Sa 19:00 Physical Introduction

Was ist eine Physical Introduction? Schaut euch den Trailer dazu HIER an.

Sébastien Lefèvre

Konzept, Choreografie: Eric Minh Cuong Castaing mit den Tänzer*innen Jeanne Colin, Kevin Fay, Mumen Khalifa, Nans Pierson, Myuz GB Crew (Hamad Abu Hasira, Meuse Abu Matira, Mohammed Abu Ramadan); Live-Übersetzung: Tamara Saade, Drohnen-Pilot: Thomas Peyruse, Scott Stevenson; Musik: Gregoire Simon & Alexandre Bouvier (Yes soeur); Lichtdesign: Sébastien Lefèvre; Video: Pierre Gufflet; Régie: Julien Léo David, Mahmoud Alhaj; Kameramann in Gaza: Mostafa Abou Thoria; Unterstützung Koordination in Gaza: Suzanne Groothuis, Ingrid Rollema, Pieter de Ruiter; Videomontage: François Duverger; Dramaturgie: Marine Relinger; Outside Eyes: Alessandro Sciarrioni, Pauline Simon, Anne-Sophie Turion. Foto: Sébastien Lefèvre.

Eine Produktion von Shonen, koproduziert durch das tanzhaus nrw im Rahmen des Bündnis internationaler Produktionshäuser, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; weiterhin koproduziert durch das Ballet National de Marseille, Festival de Marseille, Pôle Arts de la Scène – Friche la Belle de Mai, Charleroi danse, Centre Chorégraphique de Wallonie – Bruxelles, ViaDanse-CCN de Bourgogne Franche-Comté à Belfort, Institut Français du Liban, Center for visual arts 2 angles in Flers, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, CCN de Créteil et du Val-de-Marne / Compagnie Käfig, Institut Francais, Fonds Transfabrik und in Zusammenarbeit mit DICRéAM, Caisse des dépôts et Consignations group, Aubervilliers Laboratories. Der Themenschwerpunkt „response-ability. Eine Ethik der Begegnung“ wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.

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