Ausgehend von der Frage, wie sich Clubbing als performative Praxis lesen lässt, untersucht der Workshop die Beziehungen zwischen Bewegung, Präsenz und Lust in improvisatorischen Set-ups. Angelehnt an House Music und die Suche nach einem eigenen Beat erforschen wir individuelle Bewegungsvokabulare sowie die Entwicklung eines persönlichen Bewegungsstils. Clubbing wird dabei aus seinen gewohnten Kontexten gelöst und neu betrachtet. Ohne Nacht, ohne Alkohol und ohne soziale Codes rückt der Körper selbst ins Zentrum. Zwischen Tanz und Performance entstehen Räume, in denen die Trennung von Zuschauer:in und Performer:in aufgehoben wird. Serotonin Lab ist kein Techniktraining, sondern ein künstlerisches Labor. Durch aufeinander aufbauende Improvisationen entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem individuelle Tendenzen, Interessen und Bewegungsqualitäten sichtbar werden. Clubbing wird hier als Praxis verstanden, die Verbindung schafft – zum eigenen Körper, zu anderen und zum Moment. Mit „Serotonin Lab“ wird Genuss als regulierender Zustand gedacht: nicht als Moment der Eskalation, sondern als kontinuierliche Praxis von Präsenz, körperlicher Wahrnehmung und relationaler Verbundenheit. Diese Arbeitsweise hat Leo Kees für künstlerische Recherchen in verschiedenen Stadt- und Staatstheatern angewendet sowie in seiner Tätigkeit als Gastdozent an der Folkwang Universität der Künste. Aktuell untersucht er das Zusammenspiel von somatischen Bewegungstechniken, Popmusik und queerer Kultur.