Junges Tanzhaus · Reihe Kleine Monster

ABGESAGT: Takao Baba / E-Motion

Boys don’t dance
Großer Saal
Termine
10.05.2020 – 12.05.2020

Im Kinderzimmer sind wir alle Popstars. Gefiltert fühlen wir uns wohl und jedes Kind, das sich langweilt, feiert den „Floss dance“ – die Tanz-Bewegung, bei der die Arme schnell und rhythmisch vor und hinter der Hüfte entlangstreifen wie beim Benutzen von Zahnseide.
Wie der „unendliche Dab“, der „Fresh“ oder der „Take the L“, wurde der „Floss dance“ über Apps, Soziale Medien und Videos weltweit verbreitet. Im urbanen Tanz sind solche Moves schon lange üblich. Heute entstehen über Computerspiele wie „Fortnite“ aber auch durch Online-Plattformen wie TikTok und Youtube neue Bewegungssprachen. Denn die TikTok- und Youtube-Stars zeigen in ihren Videos, aufgenommen in den eigenen vier Wänden, den vielfältigen Erfindungsreichtum junger Menschen. Die „Bedroom“-Ästhetik etwa ermöglicht eine scheinbar „steile Karriere“, unterwirft die frühen künstlerischen Versuche aber auch einem direkten Feedback von Likes und Emoticons.
Der Düsseldorfer urbane Tänzer und Choreograf Takao Baba und sein Team erforschen in „Boys don’t dance“, wie virale und urbane Moves den Weg zum Tanzen sowie zur Entdeckung des eigenen Bewegungsvokabulars ebnen können. Wie sehr wird Körpersprache von außen beeinflusst? Welche Rolle spielt Scham? Mit fast mikroskopischer Präzision analysieren die drei Tänzer und die Musikerin gegenseitig ihre Bewegungssprache. Durch Kopie und Abwandlung entsteht jeweils wieder eine neue Version. So sammeln sie für ein Bewegungsarchiv und zeigen sich das Gefundene sowohl gegenseitig auf der Bühne als auch den zuschauenden Kindern als Inspiration.

Dauer: 60 Min.

Konzept: Takao Baba; Choreografie, Tanz: Takao Baba, Felix Küpper, Solomon Quaynoo; Musik, Tanz: Jenny Thiele; Outside Eye: Mijke Harmsen; Kostüme: Charlotte Grewer; Lichtdesign: Horst Mühlberger; Live Tagtool, Animation: Christian Spieß; Produktionsleitung: Susanne Berthold.
Eine Produktion von Takao Baba / E-Motion, koproduziert durch das Asphalt Festival Düsseldorf. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.