Trommler und Tänzer aus Afrika in einem Unterrichtsstudio.

Afrikanisch

Der afrikanische Kontinent mit 53 Ländern besitzt ein reiches Repertoire an unterschiedlichsten Tänzen, die – eng verbunden mit Musik und Gesang – tief im Alltagsbewusstsein der Menschen verankert sind. Der traditionelle afrikanische Tanz, wie er heute in Europa gelehrt wird, stammt zumeist aus Subsahara-Afrika und steht in enger Verbindung mit Live-Percussion. Im tanzhaus nrw findet vor allem die Vermittlung des Sabar statt, eine Tanz- und Trommeltradition aus dem westafrikanischen Senegal und Gambia und des dort beheimateten Wolof-Stammes. Sabar versteht sich als Werbetanz, der einst ausschließlich von Frauen getanzt wurde. Kennzeichnet für den Sabar ist eine sowohl tänzerische (als auch musikalische) Polyzentrik, damit ist die Gleichzeitigkeit der Isolation einzelner Körperteile gemeint, eine tiefe Verbindung mit dem Boden, eine große Dynamik und faszinierende Energie sowie Lebensfreude pur. 

Dozent*innen

Diene

Diene „Waaw Waaw“ Sagna

Diene „Waaw Waaw“ Sagna ist im Senegal aufgewachsen und gründete dort 2008 auch seine eigene Tanzkompanie Yaye Dib Dance. Diene Sagna gilt als Meister des Sabar-Tanzes und arbeitete u.a. mit Künstler*innen wie Baaba Maal, Youssou N`Dour, und Mory Kanté und Coumba Gawlo Seck zusammen. Zudem organisiert er seit 2011 regelmäßig Tanzworkshops im Senegal, die sich an ein internationales Publikum wenden. Diene wird für seine sowohl freundliche und motivierende als auch herausfordernde Unterrichtsweise geschätzt. Sein Unterricht heißt jede*n willkommen. Für ihn als Dozent und Künstler ist das tanzhaus nrw ein wichtiger Ort der Begegnung: „Das tanzhaus nrw ist für mich wie eine große Familie, in der alle an eine Sache glauben – den Tanz.“ Mit Hingabe widmet sich Diene, der heute in Bonn lebt, der Förderung westafrikanischer Kunst und Kultur. Aufführungen, Kurse, Workshops und andere Veranstaltungen führten ihn bisher in 40 Länder.

Portraits zweier Frauen aus dem Tanzbereich, Khadidiatou Bangoura und Sabine Kuxdorf

Khadidiatou Bangoura & Sabine Kuxdorf

Khadidiatou Bangoura stammt aus Liberia und Guinea. Sie wurde in Frankreich geboren und wuchs in Deutschland auf. Nach einem BA in International Relations & Development Studies und einem MA in African Studies in London machte sie im Oktober 2017 ihren Abschluss in zeitgenössischem Tanz bei Danceworks Berlin. Sie arbeitete u.a mit Choreografen wie Jan Pusch (2017), Okwui Okpokwasili (2018&2019), Thomas Kopp (kollektiv anderer Tanz - 2019), Ester Ambrosino (Tanztheater Erfurt - 2019), Rafaële Giovanola (Cocoon Dance - 2020), Lin Verleger (Comedia Theater Köln - 2020) & Ives Thuwis-De Leeuw (Junges Ensemble Stuttgart, 2020). Zu ihren eigenen choreografischen Arbeiten gehören 'The heart is a muscle' (November 2016), 'Adult-ish' (Juli 2017), 'fight, flight, freeze (Juni 2020) und 'FEEL THE WORLD THROUGH MY SKIN - OBSERVATIONS ON EVERYDAY RACISM' (September 2021). 2022 wurde sie von David Zambrano eingeladen, anlässlich des vierjährigen Bestehens des Tictac Art Center in Brüssel sowie für die Ausstellung zeitgenössischer Kunst "Sit Back, Relax & Enjoy the Apocalypse" im Kunstraum "La Vallée" in Brüssel aufzutreten. Im Februar 2023 war sie beim Festival Rolande Leonard in Lausanne in “ Soul Dance” zu sehen.
Seit März 2023 arbeitet sie an der Entwicklung eines inklusiven Tanzkurses für blinde, sehbehinderte und sehende Teilnehmende. Diese Forschung führte zur Entwicklung einer Tanzaufführung für blinde und sehbehinderte Zuschauer ohne Audiodeskription, die im August 2023 unter dem Titel "HOW DOES IT FEEL?" als work in progress präsentiert wurde.

Sabine Kuxdorf ist eine in Köln ansässige Sozialarbeiterin. Erste Tanzerfahrungen sammelte sie in der Tanztheaterproduktion "Collisions Interdites" vom DIPHTONG KOLLEKTIV in welcher sie 2022 performte. Im August 2023 agierte sie als Beraterin für Barrierefreiheit und Performerin in der ersten Forschungsphase des Tanzprojekts "HOW DOES IT FEEL?" von Khadidiatou Bangoura.
Zusammen mit Khadidiatou Bangoura arbeitete sie an der Konzeption eines inklusiven zeitgenössischen Tanztrainings für sehende, blinde und sehbehinderte Menschen im März und April 2023. Des Weiteren ist sie seit 2023 vermehrt als Beraterin zur Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen und in der Konzeption und Produktion von Audiodeskriptionen verschiedener Künstler*innen, Theater und Ensembles in NRW tätig (z.B. Studiobühne, Analogtheater Köln, Ballett am Rhein, Theater Münster).

Schwarze Frau mit vielen feinen geflochtenen Zöpfen in einem schwarzen Top vor schwarzem Hintergurnd, auf ihrem Gesicht Wassertropfen, seitlich hochgeklappte Arme, ihre Hände mit rotlackierten Nägeln auf ihren Schultern

Nessa Ndong

Nessa Ndong stammt aus Äquatorialguinea und entdeckte ihre Leidenschaft für den Tanz, als sie im Alter von 13 Jahren nach Spanien zog. Mit einer Ausbildung in Barcelona in Contemporary, Hip-Hop und Afro Dance ist sie eine vielseitige Tänzerin und Lehrerin geworden. Im Jahr 2015 verbrachte sie 3 Monate in LA, wo sie an renommierten Institutionen wie Millennium Dance Complex trainierte. Sie hat sich auf Afro Dance spezialisiert und hat seitdem in Barcelona, Madrid, London, Manchester, Neu-Delhi, Frankfurt und vielen anderen Städten trainiert und unterrichtet.
Heute lebt Nessa in Manchester und ist ein wichtiges Mitglied des Afrocats-Teams, der Footlights Academy und der Shey Dance Academy, während sie ihre eigenen Afro-Tanzkurse leitet.

Porträt von Oboja Adu

Oboja Adu

Oboja Adu ist Tänzer, Choreograf, Musiker und DJ aus Ghana. Als Ghanaian National Dance Champion repräsentierte er sein Land zum ersten Mal beim „Concord Malibu Worlddance Championchip“. Im Jahr 1989 gewann er mit seiner Gruppe Five Shining Stars aus Togo einen der begehrtesten Auszeichnungen für Tänzer*innen in Westafrika. Seit 1994 unterrichtet Oboja am tanzhaus nrw. Er ist außerdem Musikproduzent und künstlerischer Leiter von Keteke productions sowie Vorstandsvorsitzender und Gründer des Vereins „ENIJE for Afrika“, der jährlich die „Afrika Tage“ in Düsseldorf veranstaltet.

Paul Damiano, Schwarzer Mann mit Bart, schwarzer Kopfbedeckung und cremeweißem T'Shirt vor cremeweißem Hintergrund

Paul Damiano

Paul Damiano ist leidenschaftlicher Tänzer und Choreograf aus Nairobi, Kenia. Seit 2012 begeistert er mit seiner Tanzkunst. In den letzten Jahren führte sein künstlerischer Weg ihn nach Deutschland. Hier verfolgt er beharrlich sein Ziel, als Tänzer internationale Erfahrungen zu sammeln und seine künstlerische Vision zum Leben zu erwecken. Paul Damiano hat sich besonders auf die Ausdrucksformen des Afrohouse und Krump spezialisiert, wobei er durch seine mitreißende Präsenz und beeindruckende Persönlichkeit das Publikum in seinen Bann zieht. Als erfahrener Profi-Tänzer hat er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Kenia, Polen und auf den Philippinen sein Können unter Beweis gestellt. Dort unterrichtete er diverse Afrohouse Workshops. Darüber hinaus hat er bei verschiedenen Battles den Stil des Afrohouse und Krump repräsentiert, und durch seine einzigartige Expertise hat er bereits mehrere Tanzbattles, u.a. das Bar- Battle im Theater Oberhausen gejudged. In verschiedenen renommierten Tanzschulen, darunter die JC Academy in Düsseldorf, Line Up in Köln und Urban Art Compley in Wuppertal, hat Paul nicht nur zahlreiche Schüler*innen inspiriert, sondern auch wertvolle Erfahrungen in der Kunst des Unterrichtens gesammelt. Letztes Jahr repräsentierte er mit Ausdruck und Leidenschaft seinen Tanzstil Afrohouse bei Redbull Dance Your Style in München als eingeladener Tänzer.