Factory Artists 2017 bis 2019

Juni 2017 zog mit Claire Cunningham, Ligia Lewis und Choy Ka Fai die zweite Generation der Factory Artists ins tanzhaus nrw ein. Jede*r einzelne überzeugt mit einer ausgeprägten künstlerischen Handschrift und Persönlichkeit und steht an einem Punkt der künstlerischen Entwicklung, an dem diese Partnerschaft zu neuen Schritten befähigen will. Gleichzeitig beleben die Künstler*innen – das haben Jan Martens, Sebastian Matthias und Alexandra Waierstall als die erste Factory-Generation gezeigt – sowohl den Bereich der Bühne als auch der Akademie des tanzhaus nrw mit neuen Impulsen. Alle drei Künstler*innen stehen für das, wofür sich das tanzhaus nrw in seiner künstlerischen Mehrsprachigkeit stark macht: etwa für mehr Diversität auf und hinter der Bühne sowie den Anspruch, dass sich die Sparte Tanz als Ort politischer Prozesse mitten in der Gesellschaft verortet sieht und Themen wie die „Politik der Minderheiten“, „körperliche Differenz“ und „Körper und Technologie“ in den Mittelpunkt rückt. Durch die Idee der Factory Artists setzt das tanzhaus nrw auch ein Statement hinsichtlich der Arbeitsbedingungen zeitgenössischer Choreograf*innen, die durch nomadisches Arbeiten, projektbasierte Förderung und Produktionsdruck geprägt sind. Das tanzhaus nrw setzt dem durch die kontinuierliche Zusammenarbeit und die längerfristige Verankerung am Haus sowie mit Freiräumen für Recherchen und die Entwicklung neuer Projekte etwas entgegen.


„Schluss mit dem nomadischen Produzieren!“ Statement von Bettina Masuch, Intendantin des tanzhaus nrw, in der Kwest 06_2014

 

Factory Artists 2014 bis 2016

Joerg Letz Jan Martens

Jan Martens_Perfection is borink.

Jan Martens, Jahrgang 1984, ist u.a. als einer der „Hoffnungsträger 2015" durch die Fachzeitschrift „tanz" gewürdigt worden. Er „hat ein Gespür für Themen jenseits des Mainstream, eine eigene Signatur mit Affinität zum Narrativen und einem Vokabular, das dem Alltag abgeguckt ist. Er erreicht Wahrhaftigkeit auf der Bühne. Und berührt," heißt es in der Begründung. Herzlichen Glückwunsch auch von uns für die Ehrung durch den Charlotte Köhler Preis im Juli 2015, den der niederländische Prins Bernhard Cultuur Fonds jährlich an junge Talente aus Theater, Tanz und bildender Kunst verleiht. Jan erhielt den Preis für die Produktion „The Dog Days are over", koproduziert durch das tanzhaus nrw. Seit Mitte 2016 ist Jan Artist in Residence am renommierten De Singel in Antwerpen.

Bei „The Common People“, das am 12.05. +13.05.2016 im tanzhaus nrw zur Uraufführung kam, forschte sich Jan gemeinsam mit dem Filmemacher Lukas Dhont über die Themenfelder Annäherung, Intensität und Vertrauen an uns „Normalos“ heran. Die Idee: Für 24 „Blind Dates“ sucht Jan 48 Teilnehmer*innen aus der Region, mit und ohne Tanzerfahrung und aus unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen. Die Begegnungen zwischen zwei Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben, dauerten jeweils sieben Minuten und fanden öfentlich statt. Das Konzept ist seitdem in einer Vielzahl von europäischen Städten umgesetzt worden.

Link: www.janmartens.com

Link: Kultiversum, die Online-Plattform der Fachzeitschrift TANZ, über Jan Martens/Autorin Melanie Suchy 09_2014
Link: Die Rheinische Post über Jan Martens/Autorin Franziska Hein 17.02.2015
Link: Die Westdeutsche Zeitung über VICTOR von Jan Martens 06.03.2015
Link: Die Rheinische Post über THE COMMON PEOPLE von Jan Martens 12.05.2016

Joerg Letz Alexandra Waierstall

Alexandra Waierstall_Die Alchemistin

Die Choreografin Alexandra Waierstall und der Komponist und Pianist Volker Bertelmann, alias HAUSCHKA, arbeiteten erstmals in „A CITY SEEKING ITS BODIES“, im September 2015 im tanzhaus nrw zur Uraufführung kam, zusammen. Darin suchten sie nach einer Auseinandersetzung über Geisterstädte, Niemandsländer und vergessene Regionen sowie zwischen Tanz und Musik. In einer Wiederaufnahme war das Stück im Februar 2016 erneut im tanzhaus nrw zu sehen. Eine neue Arbeit begann Alexandra Waierstall, die für den Kurt Jooss-Preis 2016 nominiert wurde, mit „And here we meet“, die weiterentwickelt am 24.11.2016 unter dem Titel „(T)here And After“ zur Uraufführung kam.

Link: www.alexandrawaierstall.com

Link: Die Rheinische Post über „A City Seeking its Bodies" 19.09.2015
Link: Nachbesprechung von „And here we meet“ auf Opernnetz
Link: Die Rheinische Post über „(T)here And After“ 23.11.2016
Link: Opernnetz über „(T)here And After“ 26.11.2016

Joerg Letz Sebastian Matthias

Sebastian Matthias_Teilhabe und Versammlung

Nach verschiedenen Gastspielen sowie anderen Formaten zeigte Sebastian Matthias vom 08. bis 10.04.2016 seine Produktion „chorus / groove space", in der der Freiburger Groove gemeinsam mit einem Düsseldorf Laien-Chor nach Düsseldorf importiert wurde. Im Juni 2016 kam die Kreation „x / groove space", in der der Groove Tokios nach Düsseldorf importiert wurde, das als little tokyo" gilt. Auch hier sind Düsseldorfer Bürger*innen als mitforschende Zuschauer*innen beteiligt gewesen.

Link: www.sebastianmatthias.com
Link: Rheinische Post/Thomas Hag 12.03.2015

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