Tagung „Sinneswandel. Transformationen der Wahrnehmung in Tanz und Medien“

u.a. mit Dr. Christiane Berger (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin), Jun.-Prof. PD Dr. Timo Skrandies (Kultur- und Medienwissenschaftler, NTNU Trondheim), Prof. Dr. Heike Sperling (Robert Schumann Hochschule Düsseldorf)

im Rahmen von TEMPS D'IMAGES

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf lädt das tanzhaus nrw dazu ein, künstlerische und wissenschaftliche Positionen miteinander zu verbinden. Vorträge, Lecture Performances und Gesprächsrunden tragen dazu bei, verschiedene Strategien und Transformationsprozesse der Wahrnehmung zu beleuchten. Einhergehend mit dem historischen Wandel und der Auflösung von Grenzen zwischen Tanz, Theater und Neuen Medien hat sich das Thema der Wahrnehmung längst zu einem zentralen Topos herausgebildet. Die Verbindung von Medien und performativer Kunst hat neue theatrale Formen und Wahrnehmungsweisen entstehen lassen und einen vielschichtigen Diskurs eröffnet. Zentrale Fragestellungen sind u.a. der Wandel des Zeit-Raum-Verhältnisses, die Rolle des Zuschauers, die Beziehung von akustischen und visuellen Parametern im Verhältnis von Medienpräsenz und Körperlichkeit, die Verteilung und Perspektive der Wahrnehmung oder das Wechselverhältnis von Wahrnehmendem und Dargestelltem. Die Tagung greift aktuelle Tendenzen in Tanz, Medienkunst und Wissenschaft auf und setzt den interdisziplinären Dialog fort.

Referenten und Künstler: Dr. Christiane Berger (Tanzwissenschaftlerin, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin), PD Dr. Martina Leeker (Theater- und Medienwissenschaftlerin, Berlin), Dr. Sabine Schouten (Theaterwissenschaftlerin, Berlin), Jun.-Prof. PD Dr. Timo Skrandies (Kultur- und Medienwissenschaftler, NTNU Trondheim), Prof. Dr. Heike Sperling (Professorin für Digitale Bildmedien/Visual Music, Robert Schumann Hochschule Düsseldorf), Silke Z. (Choreografin, Köln), Dominik Siebel (Filmregisseur, Kommunikationsdesigner, Köln).


PROGRAMM

  • 10.00 – 10.15 Uhr Begrüßung
  • 10.15 – 11.00 Uhr Vortrag von Timo Skrandies "Wahrnehmung wahrnehmen – Materialität, Produktion, Medien"

Jun.-Prof. PD Dr. Timo Skrandies studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik in Düsseldorf, Paris und Frankfurt/M. Er war seit Oktober 2002 Juniorprofessor für Medien- und Kulturwissenschaft an der HHU Düsseldorf und ist seit September 2009 Research Fellow am Philosophischen Institut der NTNU Trondheim (Norwegen).
Der Vortrag ruft einige historische Beispiele medialer bzw. technischer Dispositive in Erinnerung und erörtert daran den Anschein der Selbstverständlichkeit von Wahrnehmung.

  • 11.00 – 11.45 Uhr Vortrag von Martina Leeker "Intermedialität als Paradigma der Wahrnehmung im Tanz mit Medien seit 1960 (Nine Evenings – Jo Fabian"

PD Dr. Martina Leeker studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Berlin und Paris und absolvierte eine Theaterausbildung in Paris bei Etienne Decroux und Jacques Lecoq.
In Ihrem Vortrag wird intermediale Wahrnehmung als Weise des Umgangs mit der Konvergenz der Medien im Digitalen gedeutet, mit der vor allem über die Ausgrenzung des Menschen in diesen hinweggetäuscht wird.

  • 11.45 – 12.30 Uhr Vortrag von Heike Sperling "Sind die zusammen? Zur Verbindung von Ton und Bild"

Prof. Dr. Heike Sperling Heike Sperling studierte Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie arbeitete als Produzentin, Regisseurin und Creative Director. Seit 1998 leitet sie zusammen mit Prof. Manfred Becker den Projektstudiengang Motion Design an der Filmakademie Baden-Württemberg. 2004 berief sie die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf als Professorin für Digitale Bildmedien und Visual Music an das Institut für Musik und Medien.
Der Vortrag stellt anhand von Beispielen aus der Kunstgeschichte wie Experimentalfilme von Oskar Fischinger und Norman McLaren bis zu aktuellen VJs und Musikvideo-Regisseuren exponierte Arbeiten vor, in denen Ton und Bild in einen expliziten Dialog treten.

  • 12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause
  • 13.30 – 14.15 Uhr Vortrag von Sabine Schouten "Gespür der Sinne – Zur atmosphärischen Wahrnehmung inszenierter Situationen"

Dr. Sabine Schouten studierte Theaterwissenschaft und Neuere deutsche Literatur in Erlangen und Berlin. Von 2002 bis 2006 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sfb „Kulturen des Performativen“ der FU Berlin. Bereits von 1999 bis 2002 arbeitete Sabine Schouten bei der Berliner Zeitung und ist seit 2007 erneut im journalistischen Bereich tätig (Agentur Raufeld Medien).
Anhand konkreter Beispiele aus den Bereichen Theater, Performance und Installation untersucht der Vortrag Varianten ihrer wirkungsästhetischen Funktion und fragt zugleich nach den speziellen Bedingungen ihrer Wahrnehmung im Verhältnis von Semiotizität und Intersensorialität sowie Präsenz und Repräsentation.

  • 14.15 – 15.00 Uhr Lecture von Silke Z. „sweded – Das Leben als Kopie“

Silke Z. studierte u.a. zeitgenössischen Tanz am European Dance Development Center in Düsseldorf und Arnheim/NL. Sie gründete die Gruppe resistdance in Köln und tourt mit ihren Produktionen international. In ihren Arbeiten sucht sie interdisziplinäre Zugänge zu Themen wie Authentizität und emotionaler Qualität von Bewegung. Dominik Siebel studierte Kommunikationsdesign in Würzburg und imRahmen eines Postgraduiertenstudiums in Köln an der Kunsthochschule für Medien. Er arbeitet in unterschiedlichen Formaten wie Spielfilm, Fotografie undinstallativen Arbeiten und war u.a. bei der ArtCologne und der Videonalevertreten.In ihrer Lecture Performance erläutern die Choreografin Silke Z. und derFilmregisseur Dominik Siebel den theoretischen Hintergrund und dieArbeitsprinzipien des Stücks „sweded – Das Leben als Kopie“ und stellen einzelne Szenen vor, in denen sie eine enge Verschränkung von filmischer undperformativer Ebene inszenieren.

  • 15.00 – 15.30 Uhr Kaffeepause
  • 15.30 – 16.45 Uhr Lecture von Christiane Berger "Tanz wahrnehmen – Bewegungslogik und Sinngenerierung"

Dr. Christiane Berger studierte Theater¬wissenschaft und Philosophie und promovierte in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie arbeitete u.a. als Dramaturgin und Choreografin bei zahlreichen Theater- und Tanzproduktionen mit und ist seit 2008 Dozentin am Hochschulüber¬greifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT).
Am Beispiel des Choreografen Saburo Teshigawara und an der Lecture Performance von Silke Z. arbeitet der Vortrag die Besonderheit einer Wahrnehmung heraus, die sich an einer eigensinnigen Logik von (Körper-)Bewegung orientiert.

  • 16.45 – 18.00 Uhr Podiumsdiskussion
  • 20.00 Uhr Richard Siegal/The Bakery (FR/DE) „HOMO LUDENS” Zeitgenössischer Tanz & Multimedia


Foto: Anne Orthen; Bearbeitung: Isabelle Wpanitz. Eine Veranstaltung des tanzhaus nrw und des Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

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