In drei unabhängig voneinander inszenierten Choreografien beleuchtet Stephanie Thiersch das Dogma des Glücks. Gemeinsam mit fünf Tänzern, dem Bühnenbildner Martin Rottenkolber und dem Musiker Joseph Suchy nimmt die Kölner Choreografin und Medienkünstlerin in ihrer Trilogie verschiedene Perspektiven dazu ein.
Das Solo „White Landing“ für die Tänzerin I-Fen Lin im Dialog mit dem Musiker Joseph Suchy spielt mit Herkunftsbildern und Kindheitsfantasmen und wird, nach seiner Uraufführung in einer Kölner Villa, in kondensierter Form für die Bühne des tanzhaus nrw adaptiert. „Nature Morte“ mit den Tänzern Viviana Escalé und Valenti Rocamora i Torà nähert sich der menschlichen Daseinsform zwischen Domestizierung und Verwilderung. In einer atmosphärisch dichten Verschränkung zwischen Bildern von industrialisiserten Agrarlandschaften und der berührenden Kreatürlichkeit der Tänzer entfaltet sich ein intensives Zusammenspiel der Kräfte: „eigensinnig, dabei stilsicher und geglückt in der Form“, so Thomas Linden in der „Kölnischen Rundschau“. Das abschließende Trio „Near MISS“ für die Tänzerinnen Viviana Escalé, Mu-Yi Kuo und Marcela Ruiz Quintero, das im Rahmen der Trilogie im tanzhaus nrw zur Uraufführung kommt, stellt in einem imaginierten Raum das Thema „Glück“ in den größer gefassten Zusammenhang einer futuristischen Deutung von Schicksal und Selbstbestimmung.
Stephanie Thiersch, bekannt für Inszenierungen zwischen Tanz, Film und Installation, studierte u.a. an der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM) bei Valie Export. Ihr künstlerisches Interesse gilt medialisierten Körperbildern, die im Verlaufe ihrer Stücke dechiffriert werden. Seit dem Jahr 2009 erhält sie die NRW-Spitzenförderung für zeitgenössischen Tanz und zählt zu den wichtigsten Tanzkünstlerinnen der Region.
Konzept, Regie, Bühne: Stephanie Thiersch; Choreografie: Stephanie Thiersch und Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola in Zusammenarbeit mit den Tänzern; Tanz: I-Fen Lin (Solo), Viviana Escalé, Valenti Rocamora i Torà (Duo), Viviana Escalé, Mu-Yi Kuo, Marcela Ruiz Quintero (Trio); Video, Bühne, Fotografie: Martin Rottenkolber; Sound, Gitarre: Joseph Suchy; Kostüme: Sabine Schneider; Soundmix (Trio): Lyoudmila Milanova; Technische Leitung, Licht: Niko Moddenborg; Grafik: Jörg Waschat (nondesign); Produktionsleitung: Ines Disselbrede; Management: Felix Wittek. Foto: Martin Rottenkolber. Eine Produktion von MOUVOIR, koproduziert durch freihandelszone ensemblenetzwerk köln und das tanzhaus nrw. Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, das Kulturamt der Stadt Köln, die Kunststiftung NRW, die RheinEnergie Stiftung, die SK Stiftung Kultur und die Stiftung van Meeteren. Mit freundlicher Unterstützung der Hochschule für Musik und Tanz Köln und des Festivals Mouvement dans la Ville/Montpellier Danse.