Real Bodies: Dance On Ensemble/Deborah Hay

„Tenacity of Space“ Uraufführung

Fr 24.03. 20:00 + Sa 25.03. 20:00 + So 26.03. 20:00 

Mit Deborah Hay konnte eine der renommiertesten amerikanischen Choreografinnen für eine Auftragsarbeit für fünf Tänzerinnen und Tänzer des DANCE ON ENSEMBLES gewonnen werden. Deborah Hay zählt zu den radikalsten und einflussreichsten postmodernen Künstlerinnen und ist zudem Gründungsmitglied des legendären in den 1960er Jahren entstandenen Judson Dance Theater. Bis heute beeinflusst die 1941 geborene Künstlerin die Entwicklung der internationalen Tanz- und Performanceszene. In ihren Arbeiten hinterfragt sie nicht nur die tänzerische und choreografische Praxis, sondern stellt die differenzierte Wahrnehmung des eigenen Körpers und die Reflexion erlernter Wahrnehmungsmuster sowohl der Tänzer als auch der Zuschauer ins Zentrum. Auch „Tenacity of Space“ entsteht aus der Grundidee von „enlarging your perspective“, so Deborah Hay: „In der Arbeit mit DANCE ON habe ich eine Choreografie für ein Ensemble entwickelt, dessen künstlerischer Fokus sich hin zu einer immer subtileren Ausformung von Erkenntnis, Unkonventionalität und Offenbarung verschiebt.“
Bereits im vergangenen Oktober war das in Berlin ansässige DANCE ON ENSEMBLE mit verschiedenen Choreografien etwa von William Forsythe und Rabih Mroué im tanzhaus nrw zu Gast. Ausgangspunkt des aus sechs herausragenden Tänzerpersönlichkeiten bestehenden Ensembles bildet die Idee, den immensen Erfahrungsschatz, das künstlerische Potenzial und die individuelle Bühnenpräsenz von Künstlern 40+ sichtbar zu machen. Gleichzeitig stehen Fragen zu individuellem Altersempfinden oder der gesellschaftlichen Wertschätzung von Älteren im Mittelpunkt.

Dauer: 60 Min. / Sa 19:00 Physical Introduction / Sa anschl. Publikumsgespräch / So 18:30 Film „The Body as Archive“ von Michael Maurissens, Dauer: 50 Min. (Eintritt frei)

 

Details: Die Worte „Tenacity of Space“ fand Deborah Hay bei der Lektüre des Romans „Harvest“ von Jim Crace während der Proben mit dem Dance On Ensemble. Der Satz sprang ihr deshalb vielleicht derart entgegen, erzählt sie, weil täglich zwei Nachrichten stattfanden: Donald Trumps Machtzuwachs und die syrische Diaspora. „Während der zweiten Probenwoche mit den Tänzern von Dance On empfand ich die Notwendigkeit, mich mit der Choreografie auf diesen weltpolitischen Zustand, der mich ohnmächtig macht, in irgendeiner Weise zu beziehen. In dem ich den ursprünglichen Titel ‚Nothing is Outside‘ in ‚Tenacity of Space‘ veränderte, veränderte sich die Zusammenarbeit zwischen den Tänzern und mir.“

Biografie: Deborah Hay gilt als eine der einflussreichsten Vertreterinnen des US- amerikanischen Post Modern Dance. Sie arbeitete mit legendären Choreografen wie Merce Cunningham zusammen, in dessen Company sie auch während der Welt-Tournee im Jahr 1964 tanzte. Sie zählt zu den maßgeblichen Mitgliedern der Judson Dance Company: In den 1960er Jahren war die Judson Memorial Church in Manhattan ein einflussreicher Treffunkt für Tanzschaffende, die durch die radikalen Konzepte des Judson Dance Theatre die Subjektivität des Tänzers neu diskutierten, damit den Grundstein für den postmodernen Tanz legten und so Tanzgeschichte schrieben. Deborah Hay publizierte vier Bücher, darunter „My Body, the Buddhist“, die unser Körperwissen bzw. den Erfahrungsschatz von Tänzern als Körperarchiv reflektieren. Spät erst, im Jahr 2012, erhielt Deborah Hay den dotierten Doris Duke Artist Award, später den Ehrendoktor der theaterwissenschaftlichen Fakultät der Universität Helsinki. Im Jahr 2016 wurde sie zum „Chevalier des Arts et des Lettres“ durch das französische Kulturministerium ernannt. Erst vergangenes Jahr war ihre Arbeit „Figure a Sea“, die sie für 17 Tänzer des renommierten Cullberg Balletts entwickelt hat, in Deutschland zu sehen.

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Choreografie, Regie: Deborah Hay; Künstlerische Mitarbeit: Jeanine Durning und Ros Warby; In Zusammenarbeit mit: Ty Boomershine, Amancio Gonzalez, Jone San Martin, Brit Rodemund, Christopher Roman; Künstlerische Gesamtleitung DANCE ON ENSEMBLE: Christopher Roman; Lichtdesign: Tanja Rühl; Sounddesign: Mattef Kuhlmey; Kostümdesign: Judith Adam; Technische Produktionsleitung: Benjamin Schälike; Choreografische Assistenz: Katharina Rost. Fotos: Dorothea Tuch. Eine Produktion von DANCE ON, koproduziert durch das tanzhaus nrw und ADC-Association Danse Contemporaine Genève. Kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union im Rahmen von DANCE ON, PASS ON, DREAM ON. Gefördert durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. DANCE ON ist eine Initiative der DIEHL+RITTER gUG, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Gastspiel findet statt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin unterstützt durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.