Özlem Alkis

„Camouflage“

Im Rahmen von tanz nrw 17

Mi 10.05. 20:00

Turmhohe Gestalten wanken im Dämmer, die Rückwand der Bühne verwandelt sich in ein schwarzes Loch, ein Stück Stoff erscheint verdächtig lebendig und doch ist kaum zu entscheiden, in welchem Körper nun tatsächlich ein Herzschlag pulsiert. „Camouflage“ ist ein ausgeklügeltes Versteckspiel, in dem das Unsichtbare zum Vorschein kommt und die Wahrnehmung auf die Probe gestellt wird. Zwischen Witz und Grusel entwirft die Kölner Choreografin Özlem Alkis eine kleine Welt, in der Silhouetten, Bewegungen und Materialien sich gegenseitig immer wieder neu formen und die Körper der Performerinnen selbst in Frage gestellt werden. Wie erkennen wir etwas, und was halten wir für wahr? Hier wird klar, dass das Sehen mit den eigenen Augen nicht die zuverlässigste Quelle für echte Informationen ist. Vielmehr sind es untergründige Informationsflüsse, die ihre Blüten treiben: Unter den unklaren Formen läuft ein durchkomponiertes System, das die kaum greifbaren Verwandlungen und Vexierspiele taktet. Wie das titelgebende biologische Phänomen vorwegnimmt, wird hier erkennbar: Was aussieht wie etwas Anderes, ist häufig etwas Drittes.
Özlem Alkis ist in Istanbul geboren und lebt und arbeitet in Köln. Ihre Ausbildung erhielt sie am Centre Chorégraphique National de Montpellier im Programm „ex.e.r.ce“ sowie im choreografischen Forschungsprogramm „essais“ am Centre National de Danse Contemporaine-Angers. Sie war Mitbegründerin und bis 2012 Co-Leiterin des Festivals Amber Art and Technology Festival in Istanbul und leitete 2012 das dortige Special Issue European Project, das die Entwicklung diskursiver Praktiken in darstellenden Künsten fördert. An der Hochschule für Musik und Tanz Köln schloss sie 2015 den Masterstudiengang Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext ab. 2015 war sie Berlin-Stipendiatin der Akademie der Künste (AdK) Berlin.

Dauer: 40 Min.

Tessa Langhans Tessa Langhans Tessa Langhans

Künstlerische Leitung, Choreografie: Özlem Alkis; Dramaturgie: Katarina Kleinschmidt; Kreation, Tanz: Jennifer Döring, Karoline Strys, Susanne Schneider, Clara Marie Müller; Licht: Katja Rivas Pinzon; Musik, Sounddesign: Axel Alfredo Pulgar; Bühne, Design, Installationen: Johanna von Monkiewitsch, Klaus Kleine. Eine Produktion von Özlem Alkis, gefördert durch die Kunststiftung NRW, Akademie der Künste der Welt – Köln und das Kulturamt der Stadt Köln. In Kooperation mit ehrenfeldstudios e.V. und amber, art and technology platform – Istanbul. Fotos: Tessa Langhans.