Luísa Saraiva

„Hochwasser“ Uraufführung

Mi 04.04. 20:00 + Do 05.04. 20:00 + Fr 06.04. 20:00

Das Handeln von Menschenmassen birgt das Potenzial zur Panik, wenn zwischen eigenem Verhalten und der Bewegung der Masse die Reaktionen überborden. Welche Dynamiken stecken im Zusammenrotten, Bewegen und wieder Auflösen von Gruppen? Entscheidungsprozesse des Einzelnen werden von den äußeren Bedingungen mitgerissen, das potenzielle Risiko und gleichzeitig die Notwendigkeit, sich zu verhalten oder einzugreifen, prallen aufeinander. Genau hier lässt Luísa Saraiva ein Handlungsfeld entstehen, in dem sie sich an soziologische Konzepte wie Fragen des kollektiven, aber auch selbstbezogenen Handeln herantastet und nach der Notwendigkeit, sich selbst und andere zu schützen, als Triebfeder des Verhaltens fragt.
Ausgangspunkt für die erste abendfüllende Choreografie von Luísa Saraiva ist die Dynamik des Hochwassers, als Übersetzung des portugiesischen Wortes „Enchente“, das überbordende Situationen beschreibt: Wie reagieren Einzelne und als Masse in Ausnahmesituationen, wenn Emotion und Intention die Situation überschwemmen? Aus der Betrachtung von Entgleisungen entwickelt Luísa Saraiva Bewegungsmuster und choreografische Situationen, die die Linien zwischen Protest, Party, Katastrophe und Erregungszuständen verschwimmen lassen. Gemeinsam mit sieben Performer*innen erforscht sie darin verborgene Entscheidungsmuster und Reaktionsschemen, die potentiell Risiken bergen. Den Raum für das Spiel der Möglichkeiten zwischen Autonomie und Einschränkung, Achtsamkeit und Verletzbarkeit gestaltete Jan Ehlen, bekannt durch seine Arbeit mit dem Kollektiv Raumzeitpiraten.
Luísa Marinho Saraiva studierte Psychologie an der Universität Porto, war Stipendiatin des Kulturministeriums Portugal und schloss 2015 ihr Tanzstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen ab. Sie tanzte u.a. bei Porto Alegre Cia. de Dança in Brasilien, bei der Mark Sieczkarek Company in Wuppertal und für Ben J. Riepe sowie Alexandra Pirici, Catarina Miranda und Susanne Linke. 2017 war Luísa Saraiva Stipendiatin der Individuellen Künstler*innenförderung (IKF) im Pilotraum Ruhr.

Dauer: 60 Min. / Do anschl. Gespräch / Fr 19:00 Physical Introduction / Fr 23.03. 18:00 Offene Probe „Hochwasser“

Dinis Santos

Konzept, Choreografie: Luísa Saraiva; Von und mit: Céline Bellut, Ángela Diaz Quintela, Johann Geidies, Ching-Mei Huang, Francisco Pinho, Alejandro Russo, Max Wallmeier. Bühne, Licht: Jan Ehlen; Komposition: Julius Gabriel; Kostüme: Inês Mariana Carvalho Moitas; Dramaturgie: Alejandro Russo, Melchior Hoffmann; Produktionsleitung: Melchior Hoffmann. Foto: Dinis Santos. Eine Produktion von Luísa Saraiva, koproduziert durch das tanzhaus nrw und das Teatro Municipal do Porto, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die Kunststiftung NRW, die Fundação GDA Portugal, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und das Goethe-Institut.

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