Iceland Dance Company / Erna Ómarsdóttir

„SACRIFICE – A festival of common things made holy“ Dt. Erstaufführung / Spielzeiteröffnung im Rahmen der Reihe Ceremony now!

Fr 08.09. 19:00 + Sa 09.09. 19:00 + So 10.09. 17:00

Mit Matthew Barney, Margrét Bjarnadóttir, Gabríela Friðriksdóttir, Valdimar Jóhannsson und Ragnar Kjartansson

Der englische Titel „SACRIFICE“ lässt sich auf das lateinische „Sacrificium“ zurückführen – jenes Wunder, wenn Weltliches heilig wird. Erna Ómarsdóttir nimmt den Vorgang ernst und ruft gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Valdimar Jóhannsson die Kreativität der Einzelnen als neuen Glauben aus. Zusammen mit dem amerikanischen Ausnahmekünstler Matthew Barney, mit Gabríela Friðriksdóttir, Ragnar Kjartansson und Margrét Bjarnadóttir interpretiert sie in diesem vierteiligen Gesamtkunstwerk lebensmarkierende Zeremonien neu. Nicht zuletzt versammeln sich Vertreter*innen unterschiedlichster Gemeinschaften, um ihre Weltsicht auf einem Basar feilzubieten, kurz: Allerhand Prediger*innen der Kreativ-Religion bevölkern das tanzhaus nrw. Auch wenn Kunst und Religion schon immer Hand in Hand gingen, wird ihrem Verhältnis eine Ladung Lust und Humor hinzugefügt, wenn große Werke und altbekannte Rituale zitiert und neu inszeniert werden. Schließlich liegt es in der Natur des Menschen, an etwas zu glauben, und das zeigt sich in den Körpern, in seinen Bewegungen und Ausdrucksformen – eben in der Kunst.
Erna Ómarsdóttir ist künstlerische Leiterin der Iceland Dance Company. Nach ihrem Studium bei P.A.R.T.S. arbeitete sie u.a. mit Jan Fabre, Les Ballets C de la B und Sidi Larbi Cherkaoui zusammen. Zudem schuf sie diverse Stücke für das australische Ensemble Chunky Moves und die Iceland Dance Company. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit Musiker*innen wie Björk, SigurRós, Ólöf Arnalds, Jóhann Jóhannsson und Ben Frost. Sie wurde mehrfach von der Zeitschrift „tanz“ ausgezeichnet und erhielt u.a. den Iceland Performing Arts Award.

Dauer: 4 Stunden mit mehreren Pausen / So anschl. Gespräch


„SACRIFICE“: ein Happening in vier Teilen
mit Performances, Tanz, Film, Basar

„Shrine“ Erna Ómarsdóttir & Valdimar Jóhannsson
Performance
Ora et labora: Mit „Shrine“ entwirft Erna Ómarsdóttir eine Kathedrale aus Licht, in der nicht etwa die Gött*innen, egal wie dubios, gefeiert werden, sondern Gebet und Arbeit im Exzess gipfeln. In einem sowohl lustvollen als auch schmerzhaften Kampf mit den Grenzen unserer Existenz inszeniert sie die ewigen Zyklen der Sinnsuche. Zusammen mit zwölf Performer*innen lässt sie das künstlerische Schaffen als treibende Kraft in unendlich sich verändernden Schlauchgestalten, Haar-Ungetümen und absoluter Verausgabung aufleben.

„Dies Irae“ Gabríela Friðriksdóttir, Erna Ómarsdóttir & Valdimar Jóhannsson
Video-Loop
Der Text „Dies Irae“ von Thomas von Celano ist bekannt für seine Verwendung in Totenmessen. Die bildende Künstlerin Gabríela Friðriksdóttir stellt den gregorianischen Gesang der Mönche von Notre Dame musikalisch auf den Kopf und verwandelt ihn in die Geräusche des Meeres bei Ebbe und Flut. Dem Ende wird neues Leben eingehaucht. Die Schwarzweiß-Bilder des Video-Loops erzählen von Tod und Auferstehung und geraten zu einem stillen Drama.

„No Tomorrow“ Ragnar Kjartansson, Margrét Bjarnadóttir
Performance
Wer hatte als Teenager nicht den einen Song, der alles erklärte, das große Gefühl, das nur Musik auszudrücken vermag? Ragnar Kjartansson und Margrét Bjarnadóttir inszenieren zu einer Komposition von Bryce Dessner – auch bekannt als Gitarrist von „The National“ – ein Coming of Age-Manifest aus Rhythmus, Klang und Bewegung. Ein Ballett für acht Tänzerinnen und acht Gitarren für die eine große Liebe und den Weltschmerz.

„Union of the North“ Matthew Barney, Erna Ómarsdóttir & Valdimar Jóhannsson
Film
Eines der hartnäckigsten Familien-Konzepte ist das Idealbild von Vater, Mutter und Kind. Es steht im Zentrum aller Religionen und bietet Raum für mythische Interpretationen wie jene der Vereinigung von Himmel und Erde. Eine solche Erzählung gibt der griechische Mythos von Uranus und Saturn und ihren zwölf Abkömmlingen, den ersten Gött*innen, wieder. Bei den Sumerern hingegen sind Himmel, Erde, Gött*innen und die gesamte Menschheit das Werk der Göttin Nammu, die den ewigen Ozean verkörpert. In „Union of the North“ von Matthew Barney, Erna Ómarsdóttir und Valdimar Jóhannsson wird Nammu in ein Shopping Center versetzt, wo sie kurz vor Ladenschluss hinter der Theke von Dunkin’ Donuts einen goldenen Hochzeits-Donut vorbereitet und auf die Ankunft einer aufgedrehten Hochzeitsgesellschaft wartet. Eine Reality Show entspinnt sich, besetzt mit ganz normalen Menschen, die dem alten Ritual einen neuen Dreh zwischen Gemeinschaftssinn und Individualität verleihen.

 

Das sagt die Presse:

»Epic, ambitious fusion of visual artists and dance« – The Evening Standard
»One of the most distinctive events of the year« – The Independent

Sacrifice_Not tomorrow Sacrifice_Shrine Sacrifice_Union of the North

Eine Produktion der Iceland Dance Company, koproduziert durch das tanzhaus nrw, Wiener Festwochen, Spring Festival Utrecht, BUDA, The Reykjavík City Theatre und Reykjavík Dance Festival. Mit Unterstützung durch das Ministerium für Bildung und Kultur Island, Nordic cultur point, Nordic cultur fund, Apap, City of Reykjavík. In Kooperation mit LÓKAL. Das Gastspiel findet statt im Rahmen der Programmserie CEREMONY NOW!, gefördert durch die Kunststiftung NRW. Weiterhin unterstützt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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