Grupo de Rua / Bruno Beltrão

„Inoah“

Sa 21.10. 20:00 + So 22.10. 18:00

Bruno Beltrão, bekannt für seine virtuosen Bühnenwerke, in denen er das Spannungsfeld zwischen HipHop, Breakdance und zeitgenössischem Tanz auslotet, bezieht in seinem jüngsten Stück Position zur aktuellen politischen Situation in Brasilien. Vor dem Hintergrund der Korruptionsskandale habe ihn die Frage beschäftigt, so Bruno Beltrão, wie wir mit unserer Umgebung verbunden und durch ihre Geschehnisse und Ideologien geprägt sind. In „Inoah“ spiegeln die zehn männlichen Tänzer die aufgeladenen Spannungszustände über eine pulsierende Energie und eine ungeheure körperliche Präsenz und Virtuosität wider – etwa, wenn sie wie Bälle den Raum durchspringen oder sich wie magnetisch angezogen nähern und sich sofort wieder voneinander entfernen. Das überwiegend dunkle Bühnensetting suggeriert über Projektionen von Himmelsausschnitten einen Blick aus einem Innenraum in eine Außenwelt, in dem Szenen und Atmosphären eines urbanen Lebens zwischen Konfrontation, Begegnung, Aggression und Gemeinsamkeit entstehen.
Bruno Beltrão gilt als wichtiger Impulsgeber für die künstlerische Weiterentwicklung von urbanem und zeitgenössischem Tanz und ist für seine Dekonstruktion des HipHop bekannt. Er entwirft komplexe, hochenergetische und stringente Choreografien zu Themenfeldern wie Gemeinschaft, Medialität und Globalisierung. Seine „Straßengruppe“, 1996 in der brasilianischen Stadt Niterói nahe Rio de Janeiro gegründet, setzt sich aus Tänzer*innen verschiedener urbaner Tanzstile zusammen. Der Titel bezieht sich auf die brasilianische Stadt Inoah, in der die Künstlergruppe einen neuen Produktionsort gefunden hat.

„Wenn sich Dunkelheit über eine Gesellschaft legt, werden die Mutigen, die Klugen sämtliche Alltagsgefechte einstellen und sich um Verständigung bemühen. Das ist die Option, die Bruno Beltrãos INOAH für Brasilien quasi exemplarisch durchspielt.“ Dorion Weickmann in der aktuellen tanz-Ausgabe.

Dauer: 50 Min. / So 17:00 Physical Introduction

Was ist eine Physical Introduction? Die Physical Introduction ist ein neues Format für Zuschauer am tanzhaus nrw. Sie richtet sich an alle Interessierten, die vor einer Bühnenvorstellung Lust haben, die besondere Bewegungsqualität oder die choreografische Idee eines Stücks kennenzulernen. Unter der Leitung von erfahrenen Dozenten wie Anja Bornsek geht es darum, selbst in Bewegung zu kommen. Die Physical Introduction bereitet uns als Zuschauer vor, alle Sinne zu schärfen und Zugang zum Geschehen auf der Bühne zu bekommen. Es geht nicht darum, konkrete Szenen der Performance nachzuspielen, sondern über Improvisation und andere kreative Übungen die charakteristischen Bewegungsprinzipien und Intentionen eines Stücks nachempfinden zu können. Klar ist: Es macht einfach Spaß! Für das 45-minütige Warm-up sind keine Vorkenntnisse nötig. Bequeme Kleidung bietet sich an, ist aber kein Muss.

Foto: Künstlerarchiv Foto: Kerstin Behrendt

Künstlerische Leitung, Regie: Bruno Beltrão; Assistenz: Ugo Alexandre; Tanz: Cley Almeida, Kapu Araújo, João Chataignier, Bruno Duarte, Leozin Laureano, Igor Martins, Leandro Rodrigues, Duke Pantoja, Douglas Santos, Olye Souza; Lichtdesign: Bruno Beltrão, Renato Machado; Musik: Felipe Storino; Produktion: Tamara Catharino. Foto: Kerstin Behrendt. Eine Produktion von Grupo de Rua koproduziert durch das tanzhaus nrw, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/M., Wiener Festwochen und Festival de Marseille. Ein Werkauftrag von Künstlerhaus Mousonturm, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg, tanzhaus nrw Düsseldorf und HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden im Rahmen von „Projeto Brasil“, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Das Gastspiel findet statt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser e.V., gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin gefördert durch das Goethe Institut.

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