Ekosdance Company/Eko Supriyanto

„Balabala“

Fr 19.05. 20:00 + Sa 20.05. 20:00

In seinem neuesten Werk für fünf junge Tänzerinnen aus dem Ort Jailolo auf der indonesischen Insel Halmahera schafft der Choreograf Eko Supriyanto erneut eine faszinierende Re-Kontextualisierung von javanischen Tänzen in einem zeitgenössischen Setting. Basierend auf Elementen der Kampfkunst Pencak Silat sowie traditionellen Kriegstänzen wie Cakalel und Soya-Soya, die meist von Männern getanzt wurden, erzählt das Stück davon, was Stärke für diese jungen Frauen bedeutet, so Eko Supriyanto. Mit langsamen, rhythmischen Bewegungen nehmen sie den Raum für sich ein, eröffnen potentielle Freiräume für Individualität in einer Gemeinschaft und bahnen sich ihren Weg, gleichermaßen sanft und selbstbewusst. „Balabala“, was so viel wie „aufsteigen, sich erheben“ bedeutet, verhandelt die Veränderungsprozesse in der indonesischen Gesellschaft, die noch immer stark von traditionellen Geschlechterrollen und familiären Verpflichtungen für Frauen geprägt ist.
Nach dem internationalen Erfolg von „Cry Jailolo“ für eine rein männliche Tänzergruppe ist „Balabala“ das zweite Stück von Eko Supriyanto, in dem er sich mit gesellschaftspolitischen Fragen und der Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts Indonesiens auseinandersetzt.
Eko Supriyanto zählt zu den prägnantesten Choreografen seiner Generation in Südostasien und hinterfragt u.a. westlich orientierte Perspektiven auf die Tanzkulturen Asiens. Bereits mit sieben Jahren erhielt er von seinem Großvater Unterricht in javanischen Hoftänzen und Pencak Silat. Er studierte Tanz, war bei Madonnas „Drowned World“-Tour dabei, arbeitete mit Theatergrößen wie Peter Sellars und Choreografen wie Lemi Ponifasio und promovierte in Performancetheorie.

„Strong, powerful and hypnotic.“ Lynne Lancaster auf der Online-Plattform „Informa“, 08.01.2017 anlässlich der Uraufführung von „Balabala“ beim Sydney Festival

Dauer: 60 Min. / Fr Aftershow-Workshop mit Eko Supriyanto / Sa 19:00 Physical Introduction

Was ist eine Physical Introduction? Die Physical Introduction ist ein neues Format für Zuschauer am tanzhaus nrw. Sie richtet sich an alle Interessierten, die vor einer Bühnenvorstellung Lust haben, die besondere Bewegungsqualität oder die choreografische Idee eines Stücks kennenzulernen. Unter der Leitung von erfahrenen Dozenten wie Anja Bornsek geht es darum, selbst in Bewegung zu kommen. Die Physical Introduction bereitet uns als Zuschauer vor, alle Sinne zu schärfen und Zugang zum Geschehen auf der Bühne zu bekommen. Es geht nicht darum, konkrete Szenen der Performance nachzuspielen, sondern über Improvisation und andere kreative Übungen die charakteristischen Bewegungsprinzipien und Intentionen eines Stücks nachempfinden zu können. Klar ist: Es macht einfach Spaß! Für das 45-minütige Warm-up sind keine Vorkenntnisse nötig. Bequeme Kleidung bietet sich an, ist aber kein Muss.

Foto: David Fajar Foto: Cahya Salihara

Choreografie: Eko Supriyanto; Tanz: Siti Sadia Akil Djalil, Yezyuruni Forinti, Dian Novita Lifu, Yimna Meylia Meylan Runggamusi, Mega Istiqama Arman Dano Saleh; Musik: Nyak Ina Raseuki; Licht, Bühne: Iskandar K. Loedin; Creative Presence: Arco Renz; Kostüme: Oscar Lawalata, Erika Dian; Probenleitung: Kamran Akil Djalil, Management: Isa Natadiningrat; Produktion: Jala Adolphus. Fotos: David Fajar, Cahya Salihara. Eine Produktion von Ekosdance Company, koproduziert durch Kommunitas Salihara, AsiaTOPA, deSingel Internationale Kunstcampus Antwerpen, TPAM – Performing Arts Meeting in Yokohama 2017 Executive Committee, Sydney Festival, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/M., Fabrik Potsdam, National Performing Arts Center – National Theater und Concert Hall, Taiwan R.O.C. Das Gastspiel findet statt im Rahmen der Programmreihe „Neue Spiritualitäten in Tanz und Performance“, gefördert durch die Kunststiftung NRW. Das Gastspiel wird unterstützt durch das Goethe Institut.