Christian Rizzo

„Le Syndrome Ian“

Im Rahmen der Reihe CEREMONY NOW!

Do 02.11. 20:00 + Fr 03.11. 20:00

Christian Rizzo trägt beides in sich, den schwingend freudigen Disco Beat der 1970er und die fast gleichzeitig aufkommende Post-Punkund New Wave-Bewegung – geprägt von sphärischen Elektroklängen und von einem Tanzstil, des Joy Divison-Frontmanns Ian Curtis. Mit „Le Syndrome Ian“ schließt Christian Rizzo nach „D'après une histoire vraie“ und „Ad noctem“ seine Trilogie zu dem, was er anonyme oder populäre Tänze nennt, ab. In der Trilogie widmet er sich Bewegungsformen, die sich in die Körper einer Generation einschreiben und einer klaren Autorschaft entbehren – und die sich in einer temporären gemeinschaftlichen Erfahrung wie dem Club-Dancing und bei Raves entwickeln. Das Bewegungsrepertoire der vorherigen Arbeiten reichte von Headbanging und Reihentänzen bis zu trancehaften Drehungen und Folklore oder galt der Neuinterpretation des Paartanzes. In seiner neuen Arbeit vereint er neun Tänzer*innen in einer kollektiven Vibration, einer Art Selbstkontamination mit dem ikonischen Tanzstil des Joy Division-Frontmann. Zwischen Lichtobjekten entfaltet sich eine exzessive Wirkung und lässt in diesem leicht entrückten Raum auch die dunkelsten Abgründe in geheimnisvollen Figuren aufscheinen. Das „Ian-Echo“ hallt noch lange nach in den Wänden und Körpern und macht ein Lebensgefühl genauso wie die widerstreitenden Kräfte einer Generation spürbar.
Christian Rizzo, diplomierter Künstler an der Académie des Beaux-Arts in Nizza, hatte eine Rock-Band und ein Mode-Label, arbeitet zwischen Tanz, Performance und bildender Kunst und ist seit Januar 2015 künstlerischer Leiter am Centre chorégraphique national de Montpellier Languedoc-Roussillon. Zuvor war er Residenzkünstler an der Opéra de Lille, wo er zahlreiche Opern inszenierte.

Dauer: 55 Min. / Fr 19:00 Physical Introduction

Was ist eine Physical Introduction? Die Physical Introduction ist ein neues Format für Zuschauer am tanzhaus nrw. Sie richtet sich an alle Interessierten, die vor einer Bühnenvorstellung Lust haben, die besondere Bewegungsqualität oder die choreografische Idee eines Stücks kennenzulernen. Unter der Leitung von erfahrenen Dozenten wie Anja Bornsek geht es darum, selbst in Bewegung zu kommen. Die Physical Introduction bereitet uns als Zuschauer vor, alle Sinne zu schärfen und Zugang zum Geschehen auf der Bühne zu bekommen. Es geht nicht darum, konkrete Szenen der Performance nachzuspielen, sondern über Improvisation und andere kreative Übungen die charakteristischen Bewegungsprinzipien und Intentionen eines Stücks nachempfinden zu können. Klar ist: Es macht einfach Spaß! Für das 45-minütige Warm-up sind keine Vorkenntnisse nötig. Bequeme Kleidung bietet sich an, ist aber kein Muss.

Foto: Marc Coudrais

Choreografie, Bühne, Kostüme, Licht-Objekte: Christian Rizzo; Tanz: Miguel Garcia Llorens, Pep Garrigues, Kerem Gelebek, Julie Guibert, Hanna Hedman, Filipe Lourenco, Maya Masse, Antoine Roux-Briffaud, Vania Vaneau; Lichtdesign: Caty Olive; Musik: Pénélope Michel, Nicolas Devos (Cercueil/Puce Moment); Künstlerische Assistenz: Sophie Laly; Kostümanfertigung: Laurence Alquier; Technische Leitung: Thierry Cabrera ; Inspizienz: Marc Coudrais; Assistenz der Inspizienz: Jean-Christophe Minart. Fotos: Marc Coudrais. Eine Produktion von ICI – Institut Chorégraphique International – CCN Montpellier – Occitanie / Pyrénées-Méditerrannée unter der Leitung von Christian Rizzo, koproduziert durch Opéra de Lille, Festival Montpellier Danse 2016, Théâtre de la Ville Paris, National Taichung Theater (Taïwan), Biennale de la danse de Lyon 2016, Centre de Développement Chorégraphique Toulouse / Midi-Pyrénées, le lieu unique – scène nationale de Nantes, TU-Nantes – scène de recherche et de création contemporaine, La Bâtie – Festival de Genève. Mit freundlicher Unterstützung von CN D STUDIOS, un centre d’art pour la danse und des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation / DGCA. Das Gastspiel findet statt im Rahmen der Programmserie CEREMONY NOW!, gefördert durch die Kunststiftung NRW.

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