Von der Ur-Werkstatt zum tanzhaus nrw

Viele Ideen, wenig Miete, keine Heizung. 1973 begann ein kleines Kollektiv aus Künstlern in Düsseldorf-Flingern voran zu treiben, was heute unter dem Dach des tanzhaus nrw firmiert und mit den Bereichen BÜHNE, AKADEMIE und JUNGES TANZHAUS international höchste Anerkennung genießt.

 

 

2017

Das Jahr begann aufregend, u.a. mit der Fortsetzung der erfolgreichen Programmserie Real Bodies, die im April mit der schottischen Aktivistin Claire Cunningham und dem amerikanischen Choreografen Jess Curtis zu Ende ging. Vom 01. bis 03. Juni folgt dann die Tanzkonferenz INVENTUR 2, die den Tanz im Kontext einer sich gesellschaftlich und politisch rasant verändernden Welt gemeinsam mit einer Vielzahl von unterschiedlichsten Experten auf den Prüfstand stellt. Wir freuen uns nicht nur auf den neuen gastronomischen Partner, sondern auch auf eine fulminante Spielzeiteröffnung mit und von Erna Omarsdóttir am 07.09., die unser neues Spielzeit-Thema der neuen Spritualitäten mit ihrer jüngsten Kreation eröffnet.

 

A.R. Real Bodies_Image Kampagne 2016

2016

Vorab, so viel Tanz ist selten: Mit drei Branchentreffs hierzulande – die Tanzplattform Deutschland vom 02.03. – 06.03. in Frankfurt/M., der Tanzkongress vom 16.06. – 19.06. in Hannover sowie der Internationalen Tanzmesse vom 31.08. – 03.09. in Düsseldorf – ist 2016 ein Jahr des Tanzes! Und wir, die wir Tanz ganzjährig als unser Tagesgeschäft ansehen? Mit thematischen Setzungen wie REAL BODIES, den neuesten Arbeiten unserer Factory Artists mit hohem Partizipationsfaktor sowie dem Ausbau der Aktivitäten als Produktionsort für freischaffende Choreografen treibt das tanzhaus nrw den mit dem Intendanzwechsel begonnenen Veränderungsprozesses voran.

A.R. Real Bodies_Image Kampagne 2016

2015

Das Jahr begann u.a. mit einem Schwerpunkt auf die Factory Artists Alexandra Waierstall und Jan Martens. Auch der Appell „Düsseldorfer Kultur und Sport für Humanität/Respekt/Vielfalt“ bewegte in der Stadt etwas, wie in so vielen anderen Städten hierzulande auch, um ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausländerhass und Intoleranz zu setzen. Auch das: Jan Martens erhielt im Juli mit dem Charlotte Köhler Preis eine Ehrung für „The Dog Days are over", koproduziert durch das tanzhaus nrw, und wurde als einer von 33 „Hoffnungsträgern des Jahres" durch die Fachzeitschrift „tanz" gekührt. Auch die Jugendcompany am tanzhaus nrw, B2B Back to Basics, erhielt mit der Nominierung der Produktion „Tabi" von Takao Baba und einer Einladung zum Tanztreffen der Jugend 2015 nach Berlin eine Würdigung, genauso wie die Vielzahl der Aktivitäten des Jungen Tanzhaus, die im November mit dem dotierten Kulturjugendpreis der Sparkassenstiftung des Rheinlandes bepreist wurde. Als eine kleine kulturpolitische Sensation gilt das Bündnis internationaler Produktionshäuser für zeitgenössische darstellende Kunst in Deutschland, das durch das Staatsministerium für Kultur und Medien gefördert wird. Zu den „sieben größten und wichtigsten Häusern mit internationaler Ausstrahlung" (Pressemeldung des Bundes) zählen neben dem tanzhaus nrw das FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer Berlin, HELLERAU - Europäische Zentrum der Künste Dresden-Hellerau, Kampnagel Hamburg, das Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/M. und PACT Zollverein Essen.

Mit der neuen Spielzeit 2015/16 stellt das tanzhaus nrw mit einer Vielzahl von Künstlern Fragen nach neuen Formen der Teilhabe und des gemeinschaftlichen Erlebens von Tanz und setzt u.a. mit Gastspielen von Lia Rodrigues Statements auch im Rahmen der gesellschaftlichen Debatte über Migration. Das frisch aus der Taufe gehobene Projekt Shifting Realities, das seinen Fokus auf den Austausch zwischen Künstlern verschiedener afrikanischer Nationen und Deutschland legt und durch die Kunststiftung des Bundes gefördert wird, nahm im November mit einer ersten Research-Etappe in der École des Sables in Senegal Fahrt auf.

Piet Goethals Jan Martens THE DOG DAYS ARE OVER

2014

Mit der Spielzeit 2014/2015 wird die künstlerische Handschrift von Bettina Masuch sichtbar, die ab dem 01.01.2014 als Intendantin des tanzhaus nrw tätig ist. Die viertägige Spielzeiteröffnung im August war ein rauschendes Fest und präsentierte u.a. Künstler wie Emanuel Gat, Ari Benjamin Meyers & Tino Seghal. Mit Alexandra Waierstall aus Düsseldorf, Jan Martens aus Antwerpen und Sebastian Matthias Berlin, bindet das Haus unter dem Begriff des „Factory Artist" drei junge Künstler eneger ans Haus. Die Tanzplattform Deutschland, deren Partner das tanzhaus nrw ist, lud Ende Februar nach Hamburg ein, und die Internationale Tanzmesse, der andere wichtige Branchentreff, fand vom 27. bis 30. August in Düsseldorf statt.

2013

Das Jahr startete mit der Programmserie Back to the future - 35 Jahre tanzhaus nrw, gefördert durch die Kunststiftung NRW. Die Serie lief über das gesamte Jahr und stellte die Geschichte des Hauses und seiner Vorgängerin Die Werkstatt in das Zentrum sowie in Bezug zu Gegenwart und Zukunft des Hauses. Das Jubiläum fiel mit dem Abschied von Bertram Müller, Gründungsmitglied der Werkstatt sowie langjähriger Intendant des tanzhaus nrw, zusammen, der das Haus am 31.12.2013 verließ. Weiterhin: Der Internationale Tanzkongress fand erfolgreich vom 06. bis 09.06. in Düsseldorf und in enger Kooperation mit dem tanzhaus nrw statt, und die neue Spielzeit 2013/2014 startete mit einem inspirierenden Treffen einer Vielzahl von europäischen Tanzhäusern und Künstlern im Rahmen des EU-Projektes modul-dance. Mit dem Deutschen Tanzpreis 2014, verkündet im Dezember 2013, erhielt Bertram Müller eine hochbeachtete Anerkennung seines Lebenswerkes, dem Aufbau des tanzhaus nrw. Mit einem rauschenden zweitägigen Fest verabschiedet sich der langjährige Intendant von Publikum, Politik, Kollegen und Künstlern! Die Scheibenkinetik von Friedrich Becker (1922 bis 1997) schmückt seit Dezember die Fassade des tanzhaus nrw.

Paul Schöpfer Performing Group TRASHedy

2012

Mit Zuschlägen für die Projekte Dance Dialogues Africa sowie Benedikt Next Generation, beides gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, geht das tanzhaus nrw in sein 14. Jahr an der Erkrather Straße. Mit Gastspielen u.a. von Saburo Teshigawara (März), Peeping Tom (Juni), Dave St-Pierre (Oktober) sowie Louise Lecavalier (Dezember) setzt das Haus seine Highlight-Reihe erfolgreich fort. Die biennal stattfindende Internationale Tanzmesse NRW rief vom 29.08. bis zum 01.09. wieder die Welt des Tanzes nach Düsseldorf. Die Ankündigung des Auftritts lebender Schwäne (August) und Wölfe (Oktober) im Rahmen von zwei Gastspielen aus Frankreich bescherte dem tanzhaus nrw einen ungewöhnlich Presserummel zwischen BILD, dpa und Tanzfachmedien. Im September gab das tanzhaus nrw mit Bettina Masuch die designierte Intendantin bekannt, die Bertram Müller nach mehr als 35 Jahren im Amt im Januar 2014 ablöst.

2011

Das Jahr beginnt mit der sechsten Auflage des europäischen Festivals Temps D'Images, übersetzt so viel wie „Zeit der Bilder". Auch die Reihe Global Dance Alliances, die sich der Idee des „kuratierenden Choreografen" widmet, startet durch mit den renommierten Künstlern und Gruppen wie dem Australian Dance Theatre, Jan Fabre, Olga Pona und Gregory Maqoma. Für den Eurovision Song Contest im Mai 2011 in Düsseldorf zaubert das tanzhaus nrw mit seinem Dancemob und mehr als 1500 Mittänzern „großes Kino" (Rheinische Post) in die Altstadt. Gute Nachrichten auch für Take-off: Junger Tanz: Es geht mit Hilfe der Stadt Düsseldorf und des Landes NRW weiter! Im Rahmen dieses Projekts ist das tanzhaus nrw erstmals Herausgeber eines Buches unter dem Titel „Aufwachsen mit Tanz", das im Januar 2011 im Beltz Verlag erschienen ist. 

Marita Liulia Tero Saarinen HUNT

2010

Der Januar beginnt mit der Reihe Sacre plus, die im Verlauf des Jahres zeitgenössische Interpretationen von Strawinskys Klassiker aus dem Jahr 1913 präsentiert, darunter von Marie Chouinard, Tero Saarinen (Foto), Raimund Hoghe, Xavier Le Roy und Carlotta Ikeda, flankiert von einem Künstlerlabor sowie einem Symposium. Zwei große Branchentreffs finden in diesem Jahr statt: Die Tanzplattform Deutschland in Nürnberg, bei der von zwölf ausgewählten Choreografen mit VA Wölfl, Ben J. Riepe, Fabien Prioville sowie der Gruppe Ludica gleich vier in Düsseldorf arbeiten. Weiterhin die Internationale Tanzmesse NRW, die Veranstalter, Choreografen und Tänzer aus aller Welt nach Düsseldorf zieht.

2009

Zum zweiten Mal findet das biennale Festival tanz nrw erfolgreich statt. Auch erhält das tanzhaus nrw den Zuschlag für die sog. „International Dance Artist Service NRW" (iDAS nrw) durch das Land NRW, die sich als Mittler zwischen der Vielzahl von Choreografen aus dem Tanzland NRW und Veranstaltern versteht. Im Juni schockiert die Welt der plötzlichen Tod der großen Wuppertaler Choreografin Pina Bausch, Ende Juli verstirbt der amerikanische Choreograf Merce Cunningham, beide unter den Revolutionären des modernen Tanzes im 20. Jahrhunderts.

Chris Haring Liquid Loft/Chris Haring & Jin Xing Dance Theatre (AT/CN) Lovely Liquid Lounge: DAS CHINA-PROJEKT

2008

Das tanzhaus nrw erhält gemeinsam mit verschiedenen Partnern aus Europa und China den Eu-Zuschlag für die einjährige Reihe Chin-A-Moves, die sich dem künstlerischen Austausch zwischen China und Europa im Rahmen von Produktionen, Gastspielen und Konferenzen widmet. Die Internationale Tanzmesse NRW öffnet im August wieder ihre Pforten in Düsseldorf und das Internationale Tanzfestival (ITF) unter Leitung von Pina Bausch lädt im November zu herausragender Tanzkunst ein.

2007

Mit einer Tanzplattform für NRW etabliert das tanzhaus nrw gemeinsam mit anderen NRW-Veranstaltern das biennals Forum tanz nrw in den Städten Düsseldorf, Köln, Viersen, Essen und Krefeld. Eine aufregende Spielzeit-Eröffnung 2007/08 mit der kanadischen Kultkompanie La La La Human Steps führt mehr als 1300 Besucher in das tanzhaus nrw, das als Theater und Tanzschule zugleich in das zehnte Jahr seines Bestehens an der Erkrather Straße geht. Der Verein beschließt die Namensänderung von „Die Werkstatt e. V.” in tanzhaus nrw e. V. Ein neues Logo entsteht.

2006

Am 25. Januar 2006 ist es amtlich: Düsseldorf erhält den Zuschlag! Unter Federführung des tanzhaus nrw konnte das Konzept Take-off: Junger Tanz. Tanzplan Düsseldorf überzeugen. Gemeinsam mit einer Reihe von Düsseldorfer Partnern wird die Landeshauptstadt in den kommenden fünf Jahren einer vernachlässigten Sparte nachhaltig Schubkraft geben. Auch seinen internationalen Dialog im Rahmen von TEMPS D’IMAGES und IDEE (Initiatives in Dance through European Exchange) führt das tanzhaus nrw fort.

2005

Mit Beginn dieses Jahres kann sich das tanzhaus nrw als starker Produktionspartner profilieren: einerseits mit der Koordinierung des Deutschen Produzentenpreises (DPC), andererseits mit der Vielzahl der nationalen und internationalen Koproduktionen. Mit der Ausrichtung des europäischen Projektes COLINA - Collaboration in Arts im August 2005 treibt das tanzhaus nrw gemeinsam mit fünf internationalen Partnern die Idee eines Laboratoriums an der Schnittstelle verschiedener Kunstsparten voran.

2004

Erstmals ist das tanzhaus nrw Veranstaltungspartner des im Sommer 2004 stattfindenden Internationalen Tanzfestivals (ITF) unter Leitung von Pina Bausch. Und: Im Februar richtet das tanzhaus nrw die 6. Tanzplattform Deutschland, das bedeutendste Forum für den zeitgenössischen Tanz aus Deutschland, aus.

2003

Mit klaren Programmformaten zielt das tanzhaus nrw auf eine verbesserte Vermittlung der zeitgenössischen Tanzkunst, u.a. mit der Highlight-Reihe, die Tanzkompanien wie Rosas (BE), Batsheva Dance (ISR) und Marie Chouinard (CA) präsentiert. Mitte des Jahres feiert das tanzhaus nrw seine annähernd 30-jährige Geschichte über vier Tage lang.

2002

Das Tanzfestival Global Dance - aesthetics of diversity lädt im August über zehn Tage mehr als 36 internationale Tanzkompanien und 150 Tanzfachleute nach Düsseldorf ein. Das tanzhaus nrw verantwortet im Auftrag der World Dance Alliance (WDA) und mit besonderer finanzieller Förderung des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport unter Dr. Michael Vesper das künstlerische Programm. Darüber hinaus ist es Gastgeber der Internationalen Tanzmesse NRW.

2001

Das tanzhaus nrw etabliert die Reihe tanzmaxx - für junges Publikum im tanzhaus nrw und thematisiert damit erstmals die Sparte Tanz für Kinder und Jugendliche. Mit Festivals, Gastspielen, Auftragsproduktionen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Lehrer führt es die Zielgruppen an eine bislang vernachlässigte Kunstsparte heran. Die Gründung des Junges Ensembles am tanzhaus nrw (JET) unter Leitung der Choreografin Ulla Geiges führt zu großer Resonanz. Schlechte Nachrichten: Das Ausbildungsprogramm European Dance Development Center (EDDC) am tanzhaus nrw muss wegen Kürzung öffentlicher Zuschüsse, die maßgeblich aus den Niederlanden kamen, beendet werden. Mit dem Festival Global Beat „bespielt” das tanzhaus nrw erfolgreich erstmals die Düsseldorfer Altstadt als Freiluft-Veranstaltung.

2000

Dem tanzhaus-Team gelingt es, das ursprünglich vielgestaltige Werkstatt-Konzept mit allen Kunstsparten auf den Bereich Tanz zu konzentrieren und sich organisatorisch und künstlerisch weiter zu qualifizieren. In diesem Jahr wird auch der Düsseldorfer Kultursalon gegründet, der durch das tanzhaus nrw maßgeblich unterstützt wird. Das tanzhaus nrw beteiligt sich im Frühjahr 2000 am Internationalen Tanzfestival (ITF) unter künstlerischer Leitung von Marc Jonkers.

1999

Das tägliche Professional Dance Training wird gestartet. Das tanzhaus nrw bietet, neben dem dreijährigen Ausbildungsprogramm der European Dance Development Centers (EDDC), täglich Trainingseinheiten für professionelle Tänzer in der Region an. Internationale Austauschprogramme zwischen tanzhaus nrw und anderen Partnern, sog. „Dance Links”, starten mit den Niederlanden, später mit Belgien (2001), Großbritannien (2003), Schweiz (2004), Österreich (2008), Ungarn (2010) und Polen (2011/12).

1996-1998

Das tanzhaus nrw wird im April 1998 mit einem zweiwöchigen Festival glanzvoll eröffnet. In den nachfolgenden Jahren erhält das tanzhaus nrw mehrere Preise für seine  städtebauliche und architektonisch gelungene Konzeption im Rahmen des beeindruckend sanierten Straßenbahndepots, dem ältesten Deutschlands übrigens! Mit einem großen Richtfest wird 1997 im Wissen um die konzeptionelle und räumliche Veränderung der Name der "Werkstatt" in tanzhaus nrw - die werkstatt e. V. umbenannt. Es findet die Gründung der World Dance Alliance Europe (WDA Europe) mit Sitz in der Werkstatt und unter Leitung von Bertram Müller statt. Ein kleines Wunder: Den Grundstein des neuen Hauses in der Erkrather Straße 30 legen im September 1996 NRW-Ministerin Ilse Brusis, Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und Kulturausschussvorsitzender Wolfgang Kamper.

1996

Im Jahr 1996 erhält die Werkstatt die Zusage durch den Düsseldorfer Stadtdirektor Jörg Bickenbach und Kulturdezernent Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff für einen 60-jährigen Erbpachtvertrag für einen Teil des ehemaligen Straßenbahndepots an der Erkrather Straße in Flingern-Süd. Es gelingt der Werkstatt-Leitung, die Baufinanzierung der Sanierung des Straßenbahndepots von immerhin 16 Mill. DM schrittweise zu sichern: durch das Land NRW (damalige Ministerin für Kultur und Stadtentwicklung: Ilse Brusis) in Höhe von 80% der Baukosten unter der Voraussetzung einer städtischen Förderung von 14% und einer Eigenbeteiligung von 6%. Zusätzlich kommt eine ABM-Maßnahme für 20 Bauarbeiter mit einer Förderung des Düsseldorfer Arbeitsamtes von 1,2 Mill. DM hinzu. Die Werkstatt beginnt als verantwortlicher Bauherr gemeinsam mit Jochen Boskamp als Architekt, die 4000m² große Fläche an der Erkrather Straße zu sanieren und zum hierzulande ersten Tanzhaus mit sechs Studios, einer großen Bühne (327 Plätze), einer kleinen Bühne (89 Plätze), einem Bistro und einem Theaterfoyer mit Galerie, Musikbühne und Gastronomie um zu bauen.

1993-1995

Die Werkstatt verlängert nach 15 Jahren im Jahr 1995 ihren Mietvertrag in der Börnestraße u.a. wegen überhöhter Mietforderungen nicht und beginnt die Suche nach einem langfristig geeigneten Domizil. Die Gründung des European Dance Development Center (EDDC) unter der Leitung von Aat Hougée und Mary Fulkerson als Kooperation der Hochschule der Künste und Der Werkstatt e. V. findet 1993 in Düsseldorf statt. Die Werkstatt erhält als überregionale multikulturelle Begegnungsstätte in NRW zunehmend Beachtung. Fachleute attestieren ihr Modellcharakter als Ort des interkulturellen Austausches und eine Vermittlerrolle für ein gegenseitiges Verständnis kultureller Identitäten.

 

Künstlerarchiv Von li.: Volker Canaris und Bertram Müller

1985-1991

Dezember 1991: Bertram Müller, Leiter der Werkstatt e. V., erhält vom französischen Kulturminister Jack Lang den begehrten Staatsorden „Chevalier des Arts et des Lettres” für besondere Verdienste um die Vermittlung fremdländischer Kultur und Künste und den Aufbau der modellhaften, multikulturellen Begegnungsstätte Die Werkstatt. Das erste Flamenco- und das erste Orientale-Festival finden 1990 statt. September 1987: Die Werkstatt gründet in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus die Rheinische Tanz- und Theaterschule (RTT), die zwei Klassen mit jeweils zwölf Teilnehmern für zweieinhalb Jahre unterrichtet. Der erste pädagogische Leiter ist Regisseur Stephan Müller. 1986/87: Die Stadt Düsseldorf erhöht nach längeren Verhandlungen den Zuschuss neben der Miete um ca. 300.000 DM für die Werkstatt in der Börnestraße. 1985: Die ersten Düsseldorfer „Strandtheatertage” mit Film, internationalem Tanz und Theater feiern unter der Verantwortung der Werkstatt im Düsseldorfer Rheinpark in drei Zelten große Erfolge.

1982-1984

1984: Das Werkstatt-Kukuk-Programm für Kinder und Jugendliche, Vorläufer vom Düsseldorfer AKKI, wird durch Christoph Honig gegründet. Die Initiative zur Gründung des JuTA (Junges Theater in der Altstadt) durch die Werkstatt-Mitarbeiter Bernd Lohmann, Ernest Martin und Bertram Müller trägt erste Früchte. April 1982: „Endlich haben sie es geschafft” (NRZ)! Die Werkstatt in der Börnestraße öffnet ihre Pforten mit weit über 1000 Besuchern und wird zum „Mekka der Kultur abseits von Opernhaus und Museen” (Rheinische Post) erklärt. Mehr als 100 Kurse pro Woche und mehr als 200 Workshops pro Jahr finden in den acht Studios statt. Mehr als 100 Vorstellungen sind in dem kleinen neuen Theater zu sehen.

1979-1981

März 1981: Neue Räumlichkeiten für die Werkstatt werden in der Düsseldorfer Börnestraße 10 gefunden! Die Stadt übernimmt die Mietkosten für zunächst fünf Jahre. Die Umbau- und Renovierungskosten von 300.000 DM für das 1500 Quadratmeter große Gebäude müssen jedoch beschafft werden. März 1980: Das zum Abbruch bestimmte Industriegebäude an der Grafenberger Allee 330 wird abgerissen, obwohl noch kein neues Domizil für die Werkstatt gefunden ist. Juni 1979: Das spätere Erfolgskonzept der Werkstatt-Festivals wird begonnen, das in der Verbindung von Vorstellungen, Workshops und Kommunikation zwischen Künstlern und Laien liegt.

1978/1979

März 1979: Die Werkstatt e. V. wird Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und erhält damit Zuschüsse für kulturelle Weiterbildung durch das Land NRW. Dezember 1978: Das Team der Werkstatt erhält den 1. Allgemeinen Kulturpreis der Stadt Essen für ihre modellhafte, stadtteilbezogene Kulturarbeit und Denkanstöße zur kulturellen Breitenarbeit. Juni/Juli 1978: Mit dem ersten Werkstatt-Sommer-Festival gelingt es, durch ein vielfältiges Programm mit internationalen Theatergruppen eine breitere Öffentlichkeit auf die Qualität und das alternative Konzept der Werkstatt-Arbeit aufmerksam zu machen.

1977/1978

Januar 1978: Der gemeinnützige Verein Die Werkstatt für Tanz, Theater, Malen, Werken und Gestalten gründet sich mit dem Ziel der Förderung der Kreativität und schöpferischen Persönlichkeit von Laien, ihrer unmittelbaren Begegnung mit Künstlern und den unterschiedlichen Kulturen der Welt. Ende 1977: Durch die Initiative und Leitung von Bertram Müller sowie einzelner Dozenten und Kursteilnehmer kann die Entschuldung des alten Projekts der Ur-Werkstatt und ein konzeptioneller und organisatorischer Neuanfang erreicht werden. Trotz wachsender Bekanntheit gerät das Projekt „Ur-Werkstatt” in finanziell existentielle und organisatorische Schwierigkeiten. Wichtige Mitarbeiter und Dozenten verlassen das Projekt. Das Projekt endet im Oktober des Jahres 1977.

Mustapha Teddy Addy (Mitte)

ab 1973

Die ersten Anfänge der Ur-Werkstatt gehen bis 1973 zurück, als die Tanzpädagogin Fe Reichelt in einem zum Abbruch bestimmten Industriegebäude in der Grafenberger Allee 330 in Düsseldorf-Flingern vorübergehend ihre Ballettschule untergebracht hatte. Einzelne Künstler, wie Chris Parker, Robert Solomon, Mustapha Teddy Addy, Winni Berger, Yves LeBreton und Magda van Dewalle geben erste Kurse, Workshops und gelegentlich Vorstellungen, die  ehrenamtlich von Uli Hoffmann und Ulrike Zellmann organisiert wurden. Peter Achmed Kreusch, Schüler von Josef Beuys, entwickelte die werkstatt-typische Plakatserie.